Projekt: Jugendbeirat


Partizipation von Jugendlichen ist ab sofort auch in Neuwied gefragt: Im Mai wählen 4500 Neuwieder Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren ihre Vertretung - einen Jugendbeirat.

Neuwied

An der "Zukunfts-Brücke-Jugend" mitbauen


"Die meisten Jugendlichen sind laut und rüpelhaft" sagt eine Erwachsene in einem Kinderhörspiel. "Stimmt nicht", kontert der 16jährige Held und Kopf einer Detektivbande, "die meisten Jugendlichen sind ganz o.k.. Alles Andere ist ein Vorurteil. Vor allem von Leuten, die nichts mit Jugendlichen zu tun haben oder wollen." Die würden wahrscheinlich auch die Nase rümpfen, wenn Jugendliche jetzt endlich mitentscheiden dürfen, wenn es in Stadt und Land um ihre Belange und Bedürfnisse geht. Partizipation heißt das Zauberwort, sie wurde schon 1989 in der Kinderrechtskonvention festgeschrieben und ist inzwischen auch Teil der rheinland-pfälzischen Gemeindeordnung. In Neuwied wurde erstmals 1995 ein entsprechender Antrag im Stadtrat eingebracht, 1998 beschlossen die Stadtväter, ein Kinder- und Jugendbüro einzurichten und einen Jugendbeirat zu gründen.

Für diese Form der Mitarbeit hatten sich die Neuwieder Jugendlichen 1997 mehrheitlich bei einer Befragung an den Schulen ausgesprochen. Am 30. Juni 1999 wurde eine entsprechende Satzung im Stadtrat verabschiedet und im Mai 2000 ist es soweit: Alle etwa 4500 Neuwieder Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren sind dann aufgerufen, ihren Jugendbeirat zu wählen. Diesem für zwei Jahre gewählten Gremium gehören dann 21 Jugendliche an (Schlüssel sind hier die Anzahl der Schulen und der jeweiligen Schüler), die aus ihrer Mitte eine/n Vorsitzende/n und eine/n oder mehrere Stellvertreter/innen wählen. Die können ihre Anträge in den Stadtrats- bzw. Ausschusssitzungen vorstellen und erläutern. An den viermal jährlich stattfindenden Beratungen des Jugendbeirats wiederum können der OB und die Beigeordneten mit beratender Stimme teilnehmen. Einer der Jugendlichen soll im Jugendhilfeausschuss mit dabei sein und gewünscht sind Referent/innen, die die Interessen bestimmter Gruppen z.B. arbeitsloser, ausländischer oder behinderter Jugendlichen vertreten. Der Kinder- und Jugendbeauftragte steht ihnen dabei mit Rat und Tag zur Seite. Was sie bei dieser politischen Arbeit lernen und wie sie ihre Mitsprachemöglichkeiten erleben, sollen die Beiratsmitglieder auf der anderen Seite den Kindern und Jugendlichen wieder nahebringen, z.B. bei entsprechenden Veranstaltungen.

Wie ernst es der Stadt mit dem Jugendbeirat ist, zeigt die Tatsache, daß die Jugendlichen genau wie alle anderen in Gremien tätigen Erwachsenen ein Sitzungsgeld erhalten. Außerdem soll der Beirat ein eigenes Büro bekommen, wo die Jugendlichen auch telefonisch erreichbar sind. Und damit die sich nach der Wahl und einer rauschenden Wahlparty erst einmal untereinander und ihre künftigen Pflichten und Rechte besser kennenlernen, ist ein zweitägiges Seminar geplant – inklusive schulfrei.

Jetzt ist die Reihe an den Jugendlichen, sich aufstellen und wählen zu lassen bzw. zu wählen. Ein erstes Mal sind sie schon aktiv geworden, als es darum ging, ein Logo zu entwerfen - die "Zukunfts-Brücke-Jugend" hat bei 34 eingesandten Arbeiten das Rennen gemacht. Viele der Jugendlichen, die hier mitgemacht haben, wollen auch für den Beirat kandidieren: Sie finden es wichtig, "dass die Jugendlichen selbst so intensiveren Kontakt zueinander bekommen".

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Projektträger:
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Kinder- und Jugendbüro der Stadt Neuwied
Deichstraße 8
56564 Neuwied
Telefon: 06232/838115
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Ansprechpartner:
Jürgen Gügel
Kinder- und Jugendbeauftragter
Deichstraße 8 Neuwied
Telefon: 06232/838115