Projekt: Holzhackschnitzelheizung


Als in Bergweiler die Sanierung und Erweiterung einer vorhandenen Ölheizung für Gemeindehaus und Kindergarten anstand, votierte die Forstverwaltung stattdessen für die Erstellung einer Holzhackschnitzelheizung, die das Brennmaterial aus dem gemeindeeigenen Wald verwendet.

Bergweiler

Mit Geschnitzeltem wird´s richtig warm


Lange bevor es den fossilen Energieträger Heizöl gab und damit gleichzeitig einen hohen Ausstoß an Kohlen- und Schwefeldioxiden, war neben der Kohle Holz ein begehrtes Heizmittel. Heute erfolgt vielerorts eine Rückbesinnung auf eben diesen Energieträger und was liegt für eine Gemeinde mit eigenem Waldgebiet näher, als auf den nachwachsenden Rohstoff Holz zurückzugreifen, wenn eine neue Heizungsanlage nötig ist. In der pfälzischen Gemeinde Bergweiler stand 1995 eine solche Entscheidung ins Haus, als sich zeigte, daß nach einer Erweiterung des Gemeindehauses mit angeschlossenem 4-gruppigem Kindergarten die Kapazitäten der vorhandenen Ölheizung bei weitem nicht ausreichten. Bei der Suche nach einer leistungsfähigeren Heizungsanlage trat die Forstverwaltung auf den Plan und stellte ihr Konzept einer Holzhackschnitzelheizung vor, für die es viele gute Argumente gibt.

So gibt es in dem 458 ha großen Gemeindewald einen etwa 120 ha großen Anteil junger Douglasien-Bestände (vor allem in Steillagen), die gepflegt werden müssen. Das ist in der Regel sehr kostenintensiv: durch die Aufarbeitung der gefällten Vollbäume und einen hohen Anteil an Industrieholz bei jedoch schwankender Abnahme und Preisen dieses Marktes. An dieser Stelle setzten die Forstleute an: Wie kann das nicht für die Sägeindustrie brauchbare Holz anderweitig genutzt werden? Und wo lassen sich hier Kosten sparen? Die Antworten sind so einfach wie gut: Mit dem Holz läßt sich prima einheizen und Kosten lassen sich durch eine optimale Gestaltung der Arbeitsabläufe einsparen. Im Einzelnen heißt das:

- Winden unterstützen die Fällarbeiten, die Bäume werden dann in einer Seillinie aus dem Hang bis an den Weg gebracht. Dort werden lediglich die Sägeholzabschnitte abgetrennt und vermarktet. Der gesamte Rest des Baumes bleibt (unbearbeitet) etwa 1 Jahr zum Trocknen liegen (Verringerung der Emissionswerte). - Vor dem Häckseln wird der Baum gezopft, so verbleiben Nadeln und Feinreisig im Bestand. Die Häcksel werden vor Ort auf einen Hänger geblasen, dieser wiederum kippt seine Ladung anschließend direkt in den Vorratsbunker der Heizung. Das ganze Prozedere kostet auf 1 m3 Hackschnitzel berechnet 25,- bis 30,- DM. Es ist damit im Vergleich zum Heizöl (1m3 Hackschnitzel entsprechen einem Heizwert von 75 l Heizöl bis einem Preis von 0,40 DM/l) kostengleich. Und dennoch kostengünstiger, denn diese Nutzung mindert die sonst auftretenden Defizite im Forstbetrieb um ca. 4000,- DM.

Und es gibt noch mehr Argumente für eine solche Verwertung: - Borkenkäfer können schnell bekämpft werden, gilt doch das Häckseln der Baumkronen als wirksamste und umweltschonendeste Alternative, um ihnen den Garaus zu machen, der Einsatz von Insektiziden wird verringert. - Der Industrieholzmarkt wird entlastet, die Abhängigkeit von schwankenden Märkten verringert. - Arbeitskräfte aus der Region kommen zum Einsatz. In Bergweiler hat sich die neue Anlage schon lange amortisiert. Nicht in Zahlen erfassen läßt sich jedoch der Nutzen, der der Umwelt damit nachhaltig erwiesen wurde.

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