Projekt: Klärschlamm-Vererdung


Die VG Hachenburg legt seit Jahren Wert auf eine kostengünstige und energiesparende Abwasserklärung. So wurden inzwischen 4 Klärschlamm-Vererdungsanlagen gebaut.

Hachenburg

Der Bioreaktor Boden macht´s möglich


Was wäre das Leben ohne Wasser? Nichts. Doch wo Wasser ist, ist auch Abwasser und das ist bei immer mehr Menschen und immer mehr Industrie immer stärker belastet. Zwar sorgen heute hochmoderne Kläranlagen für weitgehend "sauberes" Abwasser, doch fallen hier jede Menge Klärschlämme an, die genau wie anderer Abfall entsorgt werden müssen. Da die Schlämme z.T. hoch belastet sind, ist eine Ausbringung in der Landwirtschaft umstritten. Transporte, Lagerung oder Verbrennung sind kostenintensiv, zumal Klärschlamm zu 95 % aus Wasser besteht. Einige rheinland-pfälzische Gemeinde haben deshalb nach kostengünstigen und nachhaltig "umweltverträglichen" Alternativen gesucht und sind auch fündig geworden, so z.B. die Verbandsgemeinde Hachenburg.

Hier wird seit vielen Jahren bei allen Baumaßnahmen im Abwasserbereich auf kostengünstige und naturnahe Klärverfahren mit möglichst geringen Personal- und Energiekosten Wert gelegt. Das zahlt sich auch für den Bürger aus, er zahlt in der VG Hachenburg nur etwa 2,80 DM/cbm Abwasser, Grundgebühren fallen überhaupt nicht an (im Vergleich: der normale Rheinland-Pfälzer zahlt bei einer Grundgebühr von 0,60DM/cbm noch 3,30 DM/cbm Abwasser.)

Die VG Hachenburg verfügt neben einer Reihe von Teichkläranlagen inzwischen über 4 Klärschlamm-Vererdungsanlagen: Hier leisten Schilfplfanzen ganze Arbeit und fragen noch nicht einmal danach, wo der Schlamm herkommt. Bis die Pflanzen jedoch mit ihrer Arbeit beginnen können, sind Vorarbeiten nötig. Ein Vererdungsbeet muß zunächst mit Folie oder Beton zum Erdkörper abgedichtet werden. Anschließend werden eine Spezialfilterschicht sowie ein Erdsubstrat eingebracht, in das die Schilfplanzen (Helophyten) gepflanzt werden. Die im Substrat natürlich vorkommenden Mikroorganismen sorgen gemeinsam mit den Pflanzen für die Umwandlung (Mineralisierung ) des Klärschlamms, der nun in regelmäßigen Intervallen auf das Beet geflutet wird. Das Wasser der Schlämme sickert dabei zum großen Teil in die unteren Sedimentschichten und wird anschließend vom Schilf transpiriert, das Volumen des Klärschlamms so um etwa 90 % reduziert. Zurück bleibt ein kompostähnliches Substrat, das je nach Belastung in der Landwirtschaft, im Garten- und Landschaftsbau oder bei Deponiebegrünungen wieder verwendet werden kann..

Wie groß muß nun ein solches Beet sein, bzw. wie lang arbeitet nun so eine Anlage? Auf eine Beetfläche von 1 m2 kann pro Jahr 1 cbm Klärschamm eingebracht werden, bei einer Massereduktion von 90 % wächst das Erdsubstrat dabei um 10 cm/Jahr. Wichtig ist die Höhe der eingebauten Bordwand eines Beetes: Ist sie also ca. 2 Meter hoch, ist das Beet etwa 20 Jahre "in Betrieb". Nach der letzten Aufflutung sollte das Substrat noch 2-3 Jahre im Beet verbleiben - es kann dann komplett verwendet werden. Die nun leere Anlage kann ohne große Investititonen sofort wieder aktiviert werden.

Die Bilanz: Deponie- und Transport- und damit auch Energiekosten werden in hohem Maße gesenkt, die Entsorgung ist sichergestellt. Die Investition in eine solche Anlage ist eine einmalige Angelegenheit, da die heute fixierten Kosten auf die gesamte Betriebsdauer festgeschrieben sind. Diese Investition läßt sich durch die freiwerdenden Mittel der bislang angefallenen Entsorgungskosten abdecken, die Amortisationszeit beträgt ca. 5-8 Jahre.

Übrigens: Der bundesweit einzige Anbieter solcher Anlagen hat seinen Sitz in Konz an der Mosel.

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Projektträger:
Wappen
Verbandsgemeinde Hachenburg
Gartenstr. 11
57627 Hachenburg
Telefon: 02662/801-117
Telefax: 02662/801-260
URL: http://www.hachenburg-vg.de

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Karl Heinz Groß
1. Beigeordneter

Telefon: 02662/801-103