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Umdenken - Landeszentrale für Umweltaufklärung Rheinland-Pfalz

18. Sonntag nach Trinitatis / 30. Sonntag im Jahreskreis (23. Okt. 2011)

 

ev. Reihe III kath. 1. L. kath. 2. L. kath. Evang.

Mk 10, 17-27

Ex 22, 20-26

1 Thess 1, 5c-10

Mt 22, 34-40

 

Die Verfasserin gibt kurze Stichworte zu allen Predigttexten und geht dann vertiefend auf den Predigttext der ev. Reihe III ein: Nicht aufhören, den wirklichen Sinn zu finden, und in der Kleinheit tatsächlich anfangen.

 

Mt. 22, V 34-40

Hier könnte beim Verhältnis zum Nächsten ein Nachhaltigkeitsbezug hergestellt werden. Wer ist mein Nächster, den ich lieben soll wie mich selbst? Dies sind die Menschen in meiner Umgebung, aber auch die, mit denen wir in der Gesellschaft zusammenleben (Arbeitslose, Menschen am Rande unserer Gesellschaft). Nicht zu vergessen ist auch die Ökumene, die weltweite Lebensgemeinschaft. Sie alle sind unsere Nächsten. Wer will, kann auch die Tier- und Pflanzenwelt einschließen, denn auch sie sind Gottes Geschöpfe. Wer Gott liebt muss auch seine Geschöpfe lieben.

 

Ex 22, V 20-26

Hier sind mehrere Ansatzpunkte zu Nachhaltigkeit möglich: das Verhältnis zu Fremdlingen, Witwen und Waisen, sowie unser Geldsystem- das Zinsnehmen. Auch hier sind die Nächsten, die wir lieben sollen, im Text enthalten, also die Gedanken zu Mt 22 verwendbar. Dass unser Geldsystem nicht den Vorgaben der Bibel entspricht (Biblisches Zinsverbot) hat die Finanzkrise deutlich gezeigt. Es gibt Menschen, die sich deshalb mit alternativen Geldsystemen (CGW – Christen für gerechte Wirtschaftsordnung) beschäftigen, um der Ausbeutung durch das Geldsystem entgegen zu wirken.

Auch Tauschbörsen gibt es. In jedem Fall kann jede/r auch einen Beitrag leisten, indem nicht der höchste Zinssatz maßgebend für Geldanlagen ist, sondern Nachhaltigkeit (also prüfen, wofür das Geld verwendet wird), auch welcher Bank ich mein Geld anvertraue (www.ethikbank.de u.a).

 

1 Thess 1, V 5c-10

Hier konnte kein Nachhaltigkeitsbezug erkannt werden

 

Markus 10, V 17-27

Hier reizt die Konfliktsituation beim Versuch, ein Leben zu verändern.

 

Text: Markus 10, V 17-27

Die Verfasserin möchte an Hand des Textes aufzeigen, in welche Konflikte Menschen kommen können, wenn sie sich eine Veränderung ihres Lebens, z.B. zu mehr Nachhaltigkeit, vornehmen, und wo sie einen Ansatz sehen können, aus der Sackgasse herauszukommen.

 

Predigtanregungen

Ein reicher Mensch sucht nach einem tieferen Sinn für sein Leben. Nachdem er selbst auf dem Weg nicht weitergekommen ist, sucht er bei Jesus eine klare Antwort.

Besondere Momente (private, gesellschaftliche, Auswirkungen der Finanzkrise, Klimakatastrophe) stellen uns vor die Frage „ Was soll ich tun? Wo ist mein Platz im Moment?“ oder wir schleppen die Frage „Ist das was ich mache sinnvoll, wo ist der tiefe Sinn in meinem Leben?“ ein Leben lang mit uns herum. Man schaut zurück und neu nach vorne. Manchmal sind solche Situationen Sternstunden im Leben.

Im Text fragt ein Mensch nach Tieferem, dem Sinn seines Lebens, und er konfrontiert Jesus hartnäckig damit (auch nachdem der ihn „nur“ auf die Gebote verwiesen hat). Jetzt hält ihm Jesus mit der Forderung dagegen „Das was dich nach außen hin ausmacht, gib es auf.“ Der Mensch steht am Scheideweg, er kann es nicht, geht traurig weg. Vielleicht nimmt er die Antwort wie ein Samenkorn, das erst reifen muss in seinem Herzen mit.

Es gibt Fragen, die schleppen wir mit uns herum, wir ahnen die Antwort, können aber noch nicht ja sagen, wünschen vielleicht, dass das schlummernde Samenkorn zur Reife kommen möge.

Jesus gewinnt diesen suchenden Menschen lieb. Ich stelle mir vor, wie dieses liebende Ernst genommen werden einen Menschen von innen heraus verändern kann, und er sich auf das Anliegen Jesu ( Das Reich Gottes aufzubauen in dieser Welt) einlassen lernt.

Das Reich Gottes kann tatsächlich nur konkret auf unserer Erde anfangen, wenn sich etwas verändert, wenn die Reichen teilen lernen und den Armen Gerechtigkeit widerfährt. Wir müssen, vielleicht langsam und schrittweise, in eine nachhaltige Verhaltensweise im Alltag hineinwachsen (Konsumverhalten, Energieverbrauch, Müll-Entstehung, -Vermeidung, fairer Handel). Es macht Sinn, sich an solchen Stellen zu engagieren und Freude an Veränderungen festzustellen, auch wenn sie klein sind. Wenn viele kleine Leute, viele kleine Schritte tun, können sich Dinge verändern (Zusammenschluss mit Gleichgesinnten, Egoismus abbauen).

Es ist gut, dass Jesus nicht abrückt von seiner Forderung. Er hält fest an seinem Standpunkt, dass es schwer ist für Reiche, den Willen Gottes zu leben. Die Geschichte ist eine exemplarische über unsere menschlichen Unvollkommenheit, über das immer wieder neue Scheitern, eine gerechte Welt in Jesu Sinne zu bauen. Jesus sieht uns mit unseren Unmöglichkeiten nicht voller Verachtung an, nein er tut es mit einem liebenden Blick.

Wenn wir auch an manchen Schaltstellen des Lebens resigniert feststellen, dass wir nur wenig von dem umgesetzt haben, was wir als gut und richtig erkannt haben, so ist das kein Grund zu verzweifeln. Wir können sicher sein, dass Gott uns genau so liebevoll anschaut wie Jesus diesen jungen Mann. Und gerade dieser liebevolle Blick kann Mut und Kraft wecken dran zu bleiben, um in die Antworten auf die Lebensfragen hineinzuwachsen. Alle Dinge sind möglich bei Gott – der Trost dieses Satzes macht aus verzagten Menschen von Gott Erwählte.

Ich schlage vor, in dem Anfangsgebet folgende Gedanken aufzunehmen: die Dinge, die uns belasten, unsere Zweifel, unsere Angst, aber auch unsre Hoffnung.

Und im Schlussgebet: Die Bitte, uns aufzuwecken, wenn wir drohen einzuschlafen, uns mit den Ungerechtigkeiten der Welt abzufinden, oder wenn die Kirche sich bequem einzurichten beginnt.

Die Bitte für Menschen, die an den Lebensfragen zu verzweifeln drohen, für die Menschen, die für das Weltgeschehen Verantwortung tragen, dass die Kluft zwischen armen und reichen Ländern, zwischen Arm und Reich auch in unserem Land verringert werde. Dass wir nicht verzagen, als kleine Leute viel an den Problemen der Welt ändern zu können. Bitte um Gottes guten Geist, dass uns der Atem, die Kraft und die Geduld nicht ausgeht, an Gottes Reich mitzubauen, dass wir und unserer Kirche nicht aufhören, unbequeme Fragen zu stellen, Salz der Erde und Licht für die Welt zu sein.

Waltraud Bischoff, Rumbach

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