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Umdenken - Landeszentrale für Umweltaufklärung Rheinland-Pfalz

Buß- und Bettag (16. Nov. 2011) 

ev. Reihe III kath. 1. L. kath. Evang.

Mt 12, 33-35 (36-37)

2 Makk 7, 1.20-31

Lk 19, 11-28

 

Der Verfasser geht auf den ev. Predigttext ein. Stichworte zur Nachhaltigkeit: Umkehr im Sinne des Buß- und Bettags bedeutet eine neue Einstellung zum Vorwärts – kein Rückwärts

 

Matthäus 12, 33-37

Der Abschnitt des Matthäus-Evangeliums verkündigt kein Schicksal, sondern eine Entscheidung: Einen guten oder einen schlechten Baum haben. Die Fehlentscheidung hat sehr harte Konsequenzen. Die Freiheit der Entscheidung allerdings birgt die Selbstverwirklichung, ein höchst ambivalenter Begriff, in sich. Auch der Versuch, den Baum zu instrumentalisieren, muss fehlschlagen.

Gut gemeint ist nicht gut getan, „das Beste gewollt“ bedeutet nicht unbedingt eine gute Tat. Daher hat Luther vom „pecca fortiter“ gesprochen. Im Zusammenhang mit Buß- und Bettag heißt dieses: Umkehr als die gelassene Abkehr vom Gesetz des eigenen Selbstverständnisses (also des Egoismus), des „weiter so“, ist das eigentliche Befreiungs- und Emanzipationserlebnis; meta-noia bedeutet: Umkehr des Denkens und Handels. Umkehr ist loslassen, wirklich loslassen und einen anderen Weg gehen – auch nicht den gegangenen Weg zurückgehen, denn das geht nicht mehr ...

Dies aber sollte sein, ehe es zu spät ist.

Und: Der bloße Ruf zur Umkehr bleibt Gesetzespredigt, dieser Aufforderung fehlt das Moment der Hoffnung. Die Weitergabe dieser Hoffnung, die ihren Grund jenseits menschlicher Aktivitäten hat, erwarte ich, wenn die Kirche (respektive Predigt) sich zu Wort meldet und zur Umkehr ruft.

Das Moment der Hoffnung beinhaltet Verantwortung. Denn: hoffen und harren …

Damit habe ich noch nichts in die Hand genommen. Verantwortung bedeutet Handeln, in die Hand nehmen. Eine Hoffnung also auf Gottes Eingreifen, durch das ohne unser Zutun alles, was uns Sorge macht, schon in Ordnung käme, findet keine Bestätigung in diesem Text. Heinrich Heine kommentiert ein wenig bissig: „Gott muss ja vergeben. Das ist sein Beruf.“

Es tut sich also kein Fluchtweg in die Unverantwortlichkeit auf. Der Mensch ist für das, was er tut, verantwortlich. Die Umkehr bedeutet eine neue Einstellung: Handle nach Gottes und Jesu Willen! Auch wenn es daneben geht, liebt Gott dich dennoch. Gottes Liebe gibt uns nicht auf, trotz allem was an uns, an unserem Tun und unserem Reden nicht gut ist.

An dieser Stelle lässt sich hervorragend als Beispiel für Umkehrnotwendigkeit die Frage des Umgangs der Menschen mit der Schöpfung entfalten. Nachhaltig leben ist eigentlich angesagt, wir aber verbrauchen endliche Ressourcen, zerstören die Mitwelt, verpesten die Atmosphäre.

Wenn Umkehr eine neue Einstellung bedeutet, heißt dies in diesem Zusammenhang nicht nur verändertes Verhalten als Zwang zur Rettung vor dem Untergang, vor der Zerstörung der Welt, sondern Einsicht in Gottes Willen zur Erhaltung der Welt. Der Auftrag des Menschen, zu bebauen und zu bewahren, zieht sich durch die gesamte Bibel, durch beide Testamente.

Neue Einstellung, Umkehr, anderes Verhalten ist notwendig!

Wolfram Walbrach, Düsseldorf

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