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Umdenken - Landeszentrale für Umweltaufklärung Rheinland-Pfalz

(20.02.01) UN-Forscher warnen vor Folgen der Klimaerwärmung

Genf - Die Klimaerwärmung hat nach Einschätzung weltweit führender Klimaforscher verheerende Folgen für die Menschheit. Der steigende Meeresspiegel bringt Millionen von Menschen in Küstenregionen in Gefahr. Tier- und Pflanzenarten sterben aus. Krankheiten durch verseuchtes Trinkwasser breiten sich aus und in bereits trockenen Gegenden vor allem in Asien sind ganze Ernten bedroht. Betroffen sind vor allem die ärmsten Länder der Welt. Dies ist das Fazit eines Berichts über die Auswirkung der globalen Klimaerwärmung, der gestern in Genf vorgelegt wurde. An der Prognose im Auftrag der UN hatten 900 Wissenschaftler mitgewirkt.

Nach Schätzung des Potsdamer Klimaforschers Hans-Joachim Schellnhuber werden die Klimaveränderungen jährlich Schäden von mindestens 100 Milliarden Dollar (etwa 210 Milliarden Mark) verursachen. Darunter fielen sowohl Kosten für Küstenschutz und Deichbau als auch Folgekosten von Stürmen, Überschwemmungen, Dürrekatastrophen und Hitzewellen, erklärte der Direktor des Potsdam- Instituts für Klimafolgenforschung, einer der federführenden Autoren.
Wenn nicht mehr Geld für Trinkwasser verlangt werde, könne der sorglose Verbrauch und Verschwendung die Wasserressourcen weiter als nötig verknappen, berichtete der Vorsitzende des wissenschaftlichen UN-Gremiums für Klimaveränderungen (IPCC), Michael Watson. In Gefahr sind Gletscher, Korallenriffe, Inselstaaten, Mangroven, Nadel- und tropische Wälder sowie alpine Ökosysteme, Feuchtgebiete und Steppen.

1,7 Milliarden Menschen leben bereits in Regionen, in denen Trinkwasser knapp ist. Diese Zahl könne in den nächsten 25 Jahren auf fünf Milliarden steigen, heißt es in dem Report. Der Bericht ist der zweite Teil eines umfassenden IPCC-Klimareports. Der im Januar 2001 vorgestellte erste Teil dokumentiert, dass das Weltklima sich viel dramatischer erwärmt als bis dahin angenommen. Die Experten sprachen von einer "potenziell katastrophalen Erwärmung" von 1,4 bis 5,6 Grad in diesem Jahrhundert. Der Meeresspiegel werde zwischen 11 und 88 Zentimetern steigen. Daran seien weitgehend die Menschen schuld.

Viele der Veränderungen sind dem Bericht zufolge bereits sichtbar. Das arktische Eis sei bereits um 10 bis 15 Prozent zurück gegangen, die Eisdecke auf Flüssen und Seen schmelze zwei Wochen früher als vor 150 Jahren. In Europa blühten Gartenpflanzen 1993 im Schnitt 10,8 Tage länger als 35 Jahre zuvor.

Der dritte Teil des IPCC-Reports, der Anfang März in Ghana veröffentlicht wird, befasst sich mit Vorschlägen zur Reduzierung der Treibhausgase und den Kosten für eine Änderung der Energiepolitik.

Die Studie IPCC WG II Assessment Report "Impacts, Adaptation and Vulnerability", Summary for Policymakers, findet sich im Internet unter http://www.ipcc.ch

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