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Umdenken - Landeszentrale für Umweltaufklärung Rheinland-Pfalz

10. Okt. 10 - 19. Sonntag nach Trinitatis / 28. Sonntag im Jahreskreis

ev. Reihe II kath. 1. L. kath. 2. L. kath. Evang.

Eph 4, 22-32

2 Kön 5, 14-17

2 Tim 2, 8-13

Lk 17, 11-19

Der Verfasser betrachtet den kath. Evangelumstext und die ev. Predigtperikope. Stichworte zur Nachhaltigkeit: Verantwortung für die Eindämmung von Infektionskrankheiten in Afrika übernehmen, Maßstab sind die Standards der Industrieländer, Unterstützung der kirchlichen Institutionen, die sich dieses Themas annehmen (Lk 17); nach der Taufe ein neues Kleid anlegen / nach der Finanzkrise ein moralisch wertvolles Finanzsystem aufbauen, die Krise als Chance (Eph 4)

Eine gesunde Zukunft auch in Afrika

Katholisch: Lukas 17, 11-19

Zum Text
Das Evangelium zeichnet die Aussätzigen deutlich. Sie blieben von ferne stehen, weil sie niemanden zu nahe kommen durften. Ihr Ruf klingt nahezu liturgisch „Kyrie eleison“. Unter sich durften sie aber sein. Sie waren ausgesetzt. Jesus schickt sie zu den Priestern, diese hatten eine Heilung festzustellen. Einer dankt Gott für die Heilung und fällt vor Jesus nieder, es ist ausgerechnet ein Samariter.

Frage der Nachhaltigkeit
In Afrika sterben etwa 1/3 der Menschen an Infektionskrankheiten. In Afrika und Südostasien sterben fast eine halbe Million Frauen in der Schwangerschaft, zumeist an Infektionskrankheiten. In der westlichen Welt sind es gerade 8.000. Dabei wurde durch Untersuchungen festgestellt, dass die meisten an behandelbaren Krankheiten starben wie Aids, Malaria, Hirnhautentzündung und Lungenentzündung. Infektionskrankheiten zählen mit zu den häufigsten Todesursachen in den Entwicklungsländern. Die Infektionsraten in diesen Ländern steigen und manche Infektionskrankheiten, besonders aus tropischen und subtropischen Zonen kommen so langsam auch in die Industrieländer Das könnte unter anderem an der gesteigerten Reiselust, dem spürbaren Klimawandel und der Bildung von Medikamentenresistenzen liegen. An Aids, Tuberkulose und Malaria sterben jährlich mehr als sechs Millionen Menschen.

Infektionskrankheiten sind das größte Risiko für Kinder in den Entwicklungsländern. In den industrialisierten Ländern stirbt etwa jedes zehnte Kind an einer Infektionskrankheit, in den Entwicklungsländern etwa jedes zweite.

Hinzu kommen die vielen Erkrankungen durch schmutziges Wasser, mangelnde oder schlechte Nahrung und mangelnde Hygiene. Die Menschen haben kaum Zukunft. Da die medizinische Versorgung nicht ausreichend ist, breiten sich in diesen Ländern die Wunderheiler aus. Sicher ist es für die meisten ein gutes Geschäft.

Unser Beitrag zu einer heileren Welt
Da hilft nachhaltig nur eine gerechtere Welt. Auch wir können dazu beitragen, gerade die Kirchen haben in der Geschichte, und tun dies auch heute noch, sehr viel für die medizinische Versorgung der Menschen getan. Aus dem Glauben heraus, dass mit Jesus eine gerechtere und heilere Welt begonnen hat, geben sie durch ihr Handeln Zeugnis für diesen Glauben.

Die kirchlichen Werke wie Brot für die Welt, Misereor und Adveniat leisten hier enormes. Genannt sei hier auch das missionsärztliche Institut in Würzburg und viele andren Einrichtungen bei uns und in anderen Ländern. Sie leben sehr stark von den Spenden der Gläubigen, die hiermit den Dienst an der Heilung der Welt wahrnehmen. Sie hören den Schrei der Armen, und dafür kann man nur dankbar sein.

Evangelisch: Epheser 4, 22-32

Zum Text
Der Text klingt fast wie eine frühchristliche Taufkatechese. Es geht darum, den alten Menschen abzulegen, sich zu ändern und erneuern und den neuen Menschen anzuziehen. Das entspricht dem altkirchlichen Taufvorgang für Erwachsene. Die alte Kleidung wurde abgelegt, das Bad der Reinigung genommen und die neue Kleidung angezogen. Das alte ist Finsternis, das neue ein Lebensstil in Güte und Barmherzigkeit, in der Einhaltung der Grundverantwortungen des christlichen Glaubens.

Zur Nachhaltigkeit
Im Zusammenbruch des Finanzsystems konnten wir erleben, was es heißt ein weltweites Finanzsystem ohne Moral aufzubauen und damit die Milliarden zu verzocken. So kann die Welt keine Zukunft haben, die wahre Menschlichkeit muss in der Mitte jeden Gesellschafts- und Wirtschaftssystems stehen. Es gilt die Krise als eine Chance wahrzunehmen. Das alte meist nicht nach Wertvorstellungen fragende raubtierhafte kapitalistische System muss abgelegt werden. Nach einem Prozess der Reinigung gilt es ein neues globales System aufzubauen, mit den Prinzipien der Menschenwürde und der Solidarität in der Mitte.

Literatur

Josef Ernst, Das Evangelium nach Lukas, RNT, Regensburg 1970
Jürgen Becker, u.a. Die Briefe an die Galater, Epheser, Philipper, Kolosser, Thessalonischer und Philemon, NTD, Göttingen 1976
Francois Bavon, Das Evangelium nach Lukas, EKK, Zürich u.a. 2001

Dr. Ernst Leuninger, Limburg

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