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Umdenken - Landeszentrale für Umweltaufklärung Rheinland-Pfalz

13. Jun. 10 - 2. Sonntag nach Trinitatis / 11. Sonntag im Jahreskreis

ev. Reihe II kath. 1. L. kath. 2. L. kath. Evang.

Eph 2, 17-22

2 Sam 12, 7-10.13

Gal 2, 16.19-21

Lk 7, 36 - 8, 3 oder
Lk 7, 36-50

Der Autor geht auf alle Bibelstellen des Tages ein. Stichworte zur Nachhaltigkeit: „prinzipielle“ Gegensätzlichkeiten überwinden im Sinne einer gemeinsamen Gestaltung, im Geist Christi selbst den ersten Schritt tun (Eph 2); kleine Sünden an der Schöpfung, die Schuld vor Gott und anderen wirklich einräumen / zugeben (2 Sam 12); nicht die Vorschriften und ihre Einhaltung sind maßgeblich, sondern der Geist Christi in uns, wenn wir Lebensräume für die Zukunft gestalten (Gal 2); was hätten wir tun können!? was tun wir!? Geschenke der Natur (Lk 7)

Zu Eph 2, 11-22

Zwei ursprünglich in ihrer Ansicht zutiefst unterschiedliche Menschengruppen, die sich gegenseitig abschotten, werden durch Christus zu einer Einheit zusammengeführt, so beschreibt es Paulus. Aus einem Gegensatz „Nahe und Ferne“ wird eine Gruppe, die gleiche Anteile hat – im bürgerlich rechtlichen Sinn wie auch in der Gemeinschaft im Glauben. Die alten Differenzen, Ansichten, Vorbehalte sind jetzt Steine auf dem gemeinsamen Fundament: In der Zukunft werden wir nur in der Wohnung Gottes leben, wenn wir diesen Prozess des Miteinanders fortsetzen. Evangelisch-katholisch, Schwarze-Weiße, Arbeitnehmer-Arbeitgeber, Gebildete-Ungebildete, Reiche-Arme …Die Gegensätzlichkeiten, vielleicht sogar die scheinbar unüberbrückbaren Hindernisse, sollten hinter uns gelassen werden. Ist das nicht die Spur einer Nachhaltigkeit, einer viel versprechenden Zukunft schlechthin?

Wie schwer ein Zusammenführen ist, hören wir täglich in den Nachrichten über Kriege, Geißelnahmen, Tarifverhandlungen. Wer darf sich zum Schlichter in den Verhandlungen erheben? Wer muss den ersten Schritt tun? Wie werden Vereinbarungen überprüft? Solche wichtigen taktische Entscheidungen sind die ersten Hürden. Doch wir kommen wirklich nur weiter, wenn wir uns in dem Geist Christi erkennen und hier führen lassen. Wir stehen alle gleich nahe vor Gott, alle wie grundsätzlich wir uns auch unterscheiden mögen.

Zu 2 Sam 12, 7-10.13

Über Andere reden, sich über Versäumnisse oder Untaten derer auszulassen, ist wohl wenigen fremd. Wie man sich da fühlt, „erwischt“ zu werden, selbst ein solcher „Schlimmer“ zu sein, ist da nachfühlbar. Im Boden versinken, weglaufen, sich rausreden, ignorieren sind dann menschliche Gewohnheiten. Auf Gottes Vergebung hoffen und anzunehmen klingt zwar richtig – aber wird es für mich im konkreten Fall umsetzbar?

Das Papierchen oder die Kippe fallen zu lassen, das ölverlierende Auto auf der Straße, die Essensreste in der Toilette sind kleine Beispiele, die uns gegenüber der Schöpfung schuldig werden lassen. Doch erscheint es uns so? Wenn der Öltanker seine Ladung im Meer verliert, eine Giftwolke über einem Wohngebiet schwebt, sind wir es, die vorschnell den „Großen“ die Schuld zuschieben. Ihnen also, wie es schon David forderte, müsste eine Bestrafung drohen. Weder die „Kleinen“ noch die „Großen“ aber bekennen sich wegen ihres Verhaltens schuldig vor Gott. „Gerade stehen“ für seine Taten, die Verantwortung dafür übernehmen ist kein „Bäumchen-wechsel-dich“ wie es in Politik (Ministerwechsel) oder im Sport (Trainerwechsel) oft genug vorgeführt wird. Den Nachteil des eigenen Handelns eben nicht in Kauf nehmen zu müssen, ist fast selbst schon zu einer Herausforderung geworden.

Aber ohne dieses eigene Bekenntnis der Schuld ist es für Gott unmöglich zu vergeben – ist es unmöglich die Welt besser zu machen. Die eigene Schuld erkennen, um Vergebung bitten wird so zu einem Grundpfeiler der Zukunft. Da wo ich, wo wir zugeben, Fehler zu machen, darüber reden und versuchen es besser zu machen, sind wir Beispiel und handeln für unsere menschliche Gemeinschaft und die Schöpfung und nicht für den eigenen Topf. Wir werden oft mehr beobachtet, als wir es uns vorstellen.

Zu Gal 2, 16.19-21

„Durch die Werke des Gesetzes wird niemand gerecht“ sagt Paulus. Folglich können uns Gesetze und ihre Einhaltung nicht die erhoffte bessere Welt schenken. Aber was dann? Für Paulus ist letztlich entscheidend, dass Christus in ihm lebt. Dass die Kraft seines Geistes sein Denken und Handeln durchströmt. Ganz im Sinne seines Vaters, des Schöpfers der Welt. Durch keine Werke, keine noch so ideelle Tat werden wir allein gerecht. Durch den Glauben an Christus erfahren wir Gottes Geist, der uns führt, unser Handeln im Miteinander bestimmt.

Nicht die Vorschriften geben uns die Richtung vor, sondern die Aussagen Jesu. Diese kennen zu lernen, sie mit Leben zu füllen, ist eine Herausforderung. Und überall wo neue Gesetze verabschiedet werden, bleibt es an uns zu fragen, ob sie dem Geist Jesu entsprechen, unser Miteinander und unseren Lebensraum für nachfolgende Generationen vorzubereiten.

Zu Lk 7, 36-8,3

Vor Gott und der Welt als Gerechter dastehen – das gefällt uns. So können wir gut die Situation des Pharisäers nachspüren, der sich so viel besser fühlt als die Frau, die ihren Körper warum auch immer verkauft. Warum sie so handelt, wird uns nicht erschlossen. Sie tut es. Und sie vertraut in dieser Szene auf Jesus. Wir sind der Pharisäer, der Skeptiker. Der Zweifler, der überprüft und die Gerechtigkeit Jesu verstehen will. Und wie führt uns Jesus vor: Was haben wir nicht alles unterlassen … wie hätten wir ihn, den Vater und den Heiligen Geist ehren können im Umgang mit unseren Schwestern und Brüdern, im Umgang mit unserer Schöpfung. Diese Anfrage an uns sitzt! Die müssen wir uns gefallen lassen.

Wie gehen wir mit Leben um? Dem ungeborenen, dem sterbenden, dem hungernden … Wie nutzen wir die Grundlagen allen Lebens?

Nehmen wir das Beispiel mit dem kostbaren Öl. Die Natur bringt so etwas Wunderbares hervor und wurde zur Nutzung kultiviert. Der Pharisäer betrachtet es mit dem Blick auf Wert und Verkaufsgewinn. Jesus empfindet es als Wertschätzung und Wohltat. Er scheint hier ein richtiger Genießer zu sein. Sollten wir uns nicht auch öfter von der Natur beeindrucken und beschenken lassen? Im Urlaub lieben wir herrliche Ausblicke, Naturschönheiten und kulinarische Leckerbissen und hoffen uns so zu erholen. Warum nicht öfter sich gegenseitig sogar damit belohnen, den Wert neu entdecken und nicht als einfach so gegeben betrachten. Wenn wir hier die Liebe zur Schöpfung, zur Schönheit des uns Geschenkten mit einem neuen Blick entdecken, dann gehen wir damit auch anders um und nutzen es zum Genießen und wollen es weiterhin erhalten. Mit wachsender Liebe steigt der Wert der Erhaltung.

Zeigen wir der Schöpfung unsere Liebe? Nutzen wir die natürlichen Produkte und betrachten die Schönheiten, die Einzigartigkeiten? Dann könnten wir Gottes unermessliches Geschenk an uns vielleicht besser wertschätzen. Je mehr wir sehen und von der Schöpfung genießen, je mehr begreifen wir, wie sehr uns Gott liebt, was wir von ihm ohne Gegenleistung bekommen.

Rüdiger Torner, Köngernheim / Rhh.

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