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Umdenken - Landeszentrale für Umweltaufklärung Rheinland-Pfalz

16. Mai. 10 - Exaudi / 7. Sonntag der Osterzeit

ev. Reihe II kath. 1. L. kath. 2. L. kath. Evang.

Eph 3, 14-21

Apg 7, 55-60

Offb 22, 12-14.16-17.20

Joh 17, 20-26

Die Autorin betrachtet die Texte der kath. Leseordnung. Stichworte zur Nachhaltigkeit: „fairer Handel“, nachhaltige Produktionsweise und globale / soziale Gerechtigkeit, sich dem Fremden öffnen (Joh 17); andere nicht verurteilen, sondern für Nachhaltigkeit gewinnen (Apg 7); auch im Wohlstand bewusster Umgang mit der Ressource Wasser – als Symbol für Überfluss und Begrenztheit (Offb 22)


Predigtanregungen zu Joh 17, 20-26

Exegetische Anmerkungen:
Diese Perikope des Johannesevangeliums folgt den Abschiedsreden Jesu. Sie umfasst ein großes Gebet, im dem Zustandsbeschreibungen und Bitten formuliert werden. Jesus, der die Einheit mit dem Vater erlebt, bittet inständig für die Seinen, dass auch sie die Einheitserfahrung beschenkt bekommen mögen. Wer die Erfahrung des Einsseins erfährt und mit seinen Mitmenschen lebt, gibt ein starkes Christuszeugnis ab. Dieser missionarische Charakter wird sehr deutlich.

„Aber ich bitte nicht nur für diese hier, sondern auch für alle, die durch ihr Wort an mich glauben.“ Vers 20
Wer an Jesus Christus glaubt, hat Konsequenzen für sein Leben zu ziehen. Es steht einem Christen, einer Christin nicht an, beim Lippenbekenntnis zu Jesus Christus zu verharren. Wer an Jesus Christus glaubt, steht für eine gerechte Welt, für ein faires Miteinander ein. Das muss in dem Leben eines jeden Christen, einer jeden Christin deutlich werden.

  • Wer fair gehandelte Waren kauft, setzt sich für eine gerechte Welt ein. Denn dann können Löhne gezahlt werden, von denen die Arbeiter/innen auch leben können.
  • Wer z.B. fair gehandelten Tee kauft, setzt sich dafür ein, dass die Schöpfung bewahrt wird, denn die Ernte und der Verarbeitungsweg stehen unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit.
  • Wer fair gehandelte Waren, also Produkte (z.B. Taschen, Schmuck) aus ärmeren Ländern kauft, macht deutlich, dass er Ideen und Gestaltungsmöglichkeiten von Menschen anderer Kontinente wertschätzt.

„Alle sollen eins sein.“ Vers 22
Es soll keine Gewinner und Verlierer geben. Leider gibt es sie auf dieser einen Welt. Die Industrienationen leben auf Kosten der armen Länder. Es wird produziert ohne auf Nachhaltigkeit und einen adäquaten Umgang mit der Schöpfung zu achten. „Eins Sein“ heißt, sich miteinander verbunden fühlen, weil man zusammengehört. Kein Mensch in keinem Land kann so leben, als ob er nur für sich lebt. Auswirkungen an einer Stelle der Erde haben Auswirkungen an anderen Stellen der Erde.

  • Wer kostbaren Baumbestand abholzt, um Industriebauten an deren Stelle aufzubauen, verändert nicht nur das Klima vor Ort, sondern weltweit.
  • Wer Flüsse umleitet, um Wasser für neu errichtete Industrieanlagen zu nutzen, entzieht vielen Kleinbauern die Lebensgrundlage.
  • Wer Gebrauchsartikel (z.B. Regenschirm, Uhren, Taschen) billig kauft, aber nicht auf die Haltbarkeit, Stabilität achtet, verschwendet unnötig Ressourcen. Dadurch entstehen weitere Kosten, nicht nur bezüglich des Geldes, sondern auch der Produktionskosten und Transportkosten. Billige Artikel verleiten viele Menschen, dienen aber keineswegs der Nachhaltigkeit.

„ Ich habe ihnen deinen Namen bekannt gemacht und werde ihn bekannt machen, damit die Liebe, mit der du mich geliebt hast, in ihnen ist und damit ich in ihnen bin.“ Vers 26
Wer mit der Liebe Gottes beschenkt ist, der ist auch aufgerufen aus Liebe zu seinem Schöpfer zu handeln. Da Gott alle Menschen gleich liebt, leitet sich daraus die Verbundenheit mit Menschen auf der ganzen Welt ab; denn wir gehören alle zusammen zu einer Weltgemeinschaft. Da kann es dazu gehören, mal Produkte aus anderen Ländern auszuprobieren, z.B. Quinua oder diverse Teesorten. Wer sich Fremdartigem öffnet, erweitert seinen Horizont und gibt den Menschen, die diese Produkte anbauen, die Bestätigung, dass ihre Arbeit sinnvoll und wertvoll ist. Unsere Geschmackspalette zu erweitern ist bestimmt nicht von Schaden, vom gesundheitlichen Gewinn ganz abgesehen.


Gedanken zu Apg 7, 55-60

„rechne ihnen die Sünde nicht an“ Vers 59b
Stephanus besaß die Größe, über andere nicht zu urteilen, sie zu be- und verurteilen. So sollten wir uns als Christinnen und Christen auch denen gegenüber verhalten, die bisher nicht die Werte der Nachhaltigkeit verinnerlicht haben. Wir sollten diese Menschen gewinnen und überzeugen durch unser Beispiel und unsere Argumente.


Gedanken zu Off 22, 12-14, 16-17,20

„.. und mit mir bringe ich den Lohn, und ich werde jedem geben, was seinem Werk entspricht“ Off 22, 12
Es ist nicht egal, wie wir Menschen, wir Christen und Christinnen uns für Nachhaltigkeit einsetzen. Das Buch der Offenbarung will uns vor Augen halten, dass wir nach unseren Werken beurteilt werden. Dabei sei das Augenmerk nicht nur auf das gerichtet, war wir versäumt haben, sondern auch auf das, was wir Positives bewirkt haben. Wer darauf achtet z.B. Blumen zu verschenken, die einen fair trade Siegel tragen, schenkt doppelt, dem Betroffenen und der Nachhaltigkeit.

„Wer durstig ist, der komme. Wer will, empfange umsonst das Wasser des Lebens.“ Off 22, 17b
Wasser des Lebens- das was wir Menschen notwendig zum Leben brauchen. Unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit ist mit „Wasser des Lebens“, neben dem übertragenen Sinn, auch stoffliche Wasser gemeint. Sauberes Wasser ist nicht für alle Menschen auf der Welt zugänglich. Ein Skandal. Deshalb sind gerade die Menschen aufgerufen, die ganz selbstverständlich mit fast unbegrenzten Wasservorräten leben können, sich dessen bewusst zu werden und verantwortbar mit kostbarem Wasser umzugehen.

Lasse ich mich auf das Erleben von Wasser als kostbarem Element ein? Beim Bergsteigen Wasser aus dem Bach zu schöpfen und zu trinken? In der Wüste Wasserknappheit erleben und danach wieder die Wasserfülle? Lasse ich Wasser laufen, auch wenn ich damit gar nichts mache, nur der Bequemlichkeit willen? Wasche ich Salat nur unter fließendem Wasser? Welche Maßnahmen der Wassersparregulierung habe ich eingebaut, in der Dusche, im Wasserspülkasten der Toilette? Verwende ich Regenwasser zur Toilettenspülung? Was ist mir der Einbau einer solchen Anlage wert? Fange ich das Regenwasser am Fallrohr der Regenrinne für das Gießen der Blumen auf? Kann ich mir vorstellen, Wasser mehrfach zu verwenden? Das Wasser, das ich laufen lasse, bevor es warm wird, auffangen und damit Blumen gießen

Elisabeth Steiff, Kronberg

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