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Umdenken - Landeszentrale für Umweltaufklärung Rheinland-Pfalz

13. Mai. 10 - Christi Himmelfahrt

ev. Reihe II kath. 1. L. kath. 2. L. kath. Evang.

Apg 1, 3-4 (5-7) 8-11

Apg 1, 1-11

Eph 1, 17-23 oder
Hebr 9, 24-28; 10, 19-23

Lk 24, 46-53

Die Autorin betrachtet den Text aus dem Lukasevangelium. Stichworte zur Nachhaltigkeit: Leben fördern, einsetzen für das, was wir als gut und richtig erkannt haben, nicht scheuen, unsere Meinung zu sagen, lautstark und mit Kraft; große Gesten und leise Töne

Vorbemerkung:

Die Predigtskizze zum Lukasevangelium ist nicht als fertige Predigt zu verstehen: sie soll lediglich Anregungen liefern und einen Rahmen für weitere Ideen zur Verfügung stellen.

Predigtskizze:

Stellen Sie sich dieses Happy End als Kinoklassiker vor: kontrastreicher könnte der Film kaum sein. Ein schmutziger Futtertrog in der ersten Sequenz und ein glorios in den Himmel Aufsteigender, der jubelnde Freunde zurück lässt zum Schluss. Und sagen Sie ehrlich: überzeugt Sie der Regisseur und sein Werk? Man muss verrückt sein, um so etwas zu glauben.

Das Leben Jesu offenbart die Fülle göttlicher Handlungsoptionen: Gott beherrscht das leise Spiel, die zarten und kleinen Gesten ebenso, wie monumentale Theatralik. Sein Sohn ist Mensch und als solcher zunächst zerbrechliches Kind. Gottes Sohn kommt in der Krippe zur Welt – hier glänzt nichts, außer der Liebe, die das Kind umgibt. Jesus bleibt sein Leben lang der Zartfühlende und Mitfühlende, ein Unscheinbarer an einem unscheinbaren Fleck der Erde. Einerseits. Andererseits kann er mit einer Vehemenz auftreten, die seine Zeitgenossen verunsichert und entsetzt und setzt Maßstäbe, die so manchen betrübt weggehen lassen.

Theatralik auch hier: der Unscheinbare, Zartfühlende erweckt Tote und vollbringt Wunder. In ihm stecken unsagbarer Kräfte! Diese Spannung ist auch Charakteristikum des Sterbens und letztlich des Todes Jesu. Seinem Sterben, dem Tod am Kreuz fehlt jede Stärke und jede Machtdemonstration. Am Kreuz stirbt ein gepeinigter, ein schwacher Mensch. Und dann Auferstehung und Himmelfahrt: die Banalität des Kreuzes könnte nicht stärker aufgebrochen werden! Gott liebt die großen Gesten. Vielleicht weil er weiß, wie sehr uns Menschen große Emotionen prägen.

Jesus wird in den Himmel erhoben. Keine Himmelfahrt, dem Wortsinn nach, sondern eine liebevolle Geste Gottes: er nimmt sein Kind, das geschlagene, wieder in den Arm. Gott unterstreicht, was Jesus nicht müde wurde, seinen Zeitgenossen zu sagen: er ist ein Gott des Lebens und des Heils, keine bestechliche Macht, die von den Menschen Gehorsam erzwingt.

Die Aufnahme Jesu in den Himmel ist nicht ein monumentales und absurdes Happy End. Vielmehr ist sie ein Lehrstück über Sterben, Tod und Gotteskindschaft. Jesus geht, indem er segnet. In diesem Gestus kulminiert sein ganzes Leben: er war und ist ein Segen für die Menschen. Der Tod verliert nicht seinen Schrecken und das Kreuz bleibt Kreuz. Aber Gott macht unmissverständlich klar, dass der Tod immer anders ist als wir ihn denken, und er zeigt uns in Jesus, dem Christus, wie Christen sterben können: ein Segen sollen wir sein. Wir sollen uns einsetzen für das, was wir als gut und richtig erkannt haben. Wir sollen uns nicht scheuen, unsere Meinung zu sagen, lautstark und mit Kraft. Wir sollen das Leben schätzen und alles daran setzen, das Gottesgeschenk Leben zu fördern. Dann können wir auch ohne Angst gehen, in der Überzeugung, dass Gott seine Kinder sanft in den Arm nimmt.

Er, der große Regisseur, liebt eben nicht nur die großen und monumentalen Gesten, sondern ist auch ein Meister der leisen Töne. Das ist nicht verrückt, sondern oscarverdächtig.

Kontexte:

  • eine gute Anregung und Illustration liefern Himmelfahrtsbilder aus verschiedenen Jahrhunderten, insbesondere die sogenannte „Reidersche Tafel“ [http://de.wikipedia.org/wiki/Christi_Himmelfahrt]
  • Zum Weiterdenken: „Ich lasse dich nicht los, wenn du mich nicht segnest“ (Gen 32, 27)
  • Stichworte „Segen“ und „Ökologie“ zusammen bei Google eingeben: die Suchergebnisse zeigen, wie verbreitet ein theologischer Terminus („Segen“) im Kontext von Ökologie und Forschung ist.

Katharina Goldinger, Speyer

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