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Umdenken - Landeszentrale für Umweltaufklärung Rheinland-Pfalz

29. Nov. 09 - 1. Adventssonntag

ev. Reihe II kath. 1. L. kath. 2. L. kath. Evang.

Röm 13, 8-12(13-14)

Jer 33, 14-16

1 Thess 3, 12 - 4, 2

Lk 21, 25-28.34-36

Der Verfasser geht auf die Bibelstellen aus dem Römerbrief und dem Lukasevangelium ein. Stichworte zur Nachhaltigkeit: Gesetz der Liebe – Grundlage für alle Nachhaltigkeit: Rücksicht, Toleranz, Achtung, Freiheit, Akzeptanz, Frieden (Röm 13); Schöpfung bewahren:Verantwortung für das, was wir getan – oder unterlassen haben (Lk 21)

I. Vorbemerkung:

Den Advent feiert die Kirche seit alters her in zwei Perioden, in denen jeweils ein spezifischer Aspekt „des Kommens Christi“ in die Welt/die Zeit zum Ausdruck kommt. Der erste Schwerpunkt, zu Beginn des Advents, ist das Kommen Christi in Herrlichkeit am Ende der Zeiten. In der zweiten Hälfte liegt der Fokus auf seinem Kommen in Niedrigkeit, welches in seiner Mensch-Werdung in der Krippe von Bethlehem gipfelt, in der Feier des Weihnachtsfestes. Der erste Adventssonntag ist geprägt durch das Thema der Ankunft Christi in Herrlichkeit. Dies wird in der Hl. Schrift mit apokalyptischen Bildern beschrieben. Die Erde bebt und wankt – das Gericht steht bevor. Gerechtigkeit soll herrschen und zwar soll sie endgültig und ein für alle mal Einzug halten in die Welt. Endgültig, dauerhaft, ewig: Und Ewigkeit ... das ist auch wahre und echte Nachhaltigkeit.


II. Die Schriftlesung der evangelischen Mitchristen
zu diesem 1 Adventssonntag ist dem Römerbrief des Apostels Paulus entnommen. Es sind die Verse 8-12 (13.14) aus dem 13. Kapitel. Es geht in ihnen um die Liebe als Erfüllung des Gesetzes sowie um das eigentliche Leben des Menschen, das es nur in dieser Liebe gibt und geben kann. Paulus vergleicht dieses Leben mit dem Licht des „neuen“ Tages. Was dieses Licht ausmacht, ist der Aufgang der Sonne. Und so ist es mit der Liebe, die das Licht des Heiles in der Welt aufstrahlen lässt.

Kann es etwas Nachhaltigeres geben als das Gesetz der Liebe? Für den Apostel Paulus stellt das Liebesgebot Christi nicht nur eine Forderung dar. Nein, es ist für uns Christen eine Verbindlichkeit, eine Schuld. Und zwar eine Verbindlichkeit des gottgefälligen Menschen gegenüber seinen Mitmenschen. Wir schulden einander den Dienst der Liebe. Rücksicht, Toleranz, Achtung, Freiheit, Akzeptanz, Frieden sind Inbegriffe dieser Liebe Gottes. Alles, was dem anderen „gut tut“ das ist unsere Verpflichtung. In dieser Liebe vollendet sich das Leben. Das Leben erhält dadurch seinen Sinn und es erfüllt sich das Gesetz Christi. Leben und Liebe werden zu einer Einheit. (Gott ist Liebe und Christus das Leben und sein Leben das Licht der Menschen.)

  • Das heißt dann aber auch, dass wir pfleglich mit dem umgehen, was wir zum Leben brauchen. Das bedeutet auch, dass wir uns um das Leben unserer Kinder und Kindes-Kinder zu sorgen haben.
  • Das christliche Gebot der Liebe ist eine ganzheitliche Aufgabe. Eine Aufgabe, die uns fordert, für die wir mit unseren Mitteln, den Waffen der Liebe, kämpfen müssen. Vielleicht erscheinen diese Mittel bescheiden, aber wenn sie von der Liebe Christi durchdrungen sind, dann glauben wir, dass sie der Anfang einer neuen und gerechten Welt sind, die schließlich von Christus vollendet werden wird.


III. Im Evangelium des 1. Adventssonntags
(Lk 21, 25-28.34-36) geht es um die apokalyptische Vision vom Kommen des Menschensohnes am Ende der Zeiten. Alles bricht zusammen, alle Dinge dieser Welt, Himmel und Erde werden vergehen. Was soll dann Nachhaltigkeit? Alles für die Katz`? Es geht sowieso alles den Bach `runter. Nach uns die Sintflut. Lasst uns fressen und saufen, denn morgen sind wir tot. Aber gerade dann: „Wenn das alles beginnt, dann richtet euch auf, und erhebt eure Häupter, denn eure Erlösung ist nahe!“ (V 28) Denn: Es folgt das Gericht Gottes. Was wir getan haben, was wir unterlassen haben, dafür müssen wir uns verantworten.

Aber keine Angst: Das Gericht Gottes ist auch immer seine Barmherzigkeit. Gleichwohl ist das Gericht Gottes für uns aber auch Mahnung zur Verantwortlichkeit. Zum verantwortlichen Umgang miteinander und mit der Schöpfung. Darin besteht wahre Nachhaltigkeit, die Schöpfung (und damit auch den Menschen) zu bewahren. Es ist unsere Pflicht, die Schöpfung Gottes zu pflegen und sie in seinem Namen zu beschützen. Wir dürfen die Flinte deshalb nicht ins Korn werfen. Die Welt hat durch Christus eine positive Grundausrichtung, die wir nicht vergessen dürfen. Achtsam und wachsam sollen wir sein und uns kümmern und sorgen. Auch das ist Gottesdienst! (Martin Luther zugeschrieben: „Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt untergeht, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen.“)

Andreas Lenz, Mayen

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