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Umdenken - Landeszentrale für Umweltaufklärung Rheinland-Pfalz

13. Sep. 09 - 14. Sonntag nach Trinitatis / 24. Sonntag im Jahreskreis

ev. Reihe I kath. 1. L. kath. 2. L. kath. Evang.

Lk 17, 11-19

Jes 50, 5-9a

Jak 2, 14-18

Mk 8, 27-35

Der Verfasser betrachtet den ev. Predigttext und den Text zur 1. kath. Lesung. Stichworte zur Nachhaltigkeit: sich wie Jesus an der Heilung der Kranken dieser Welt beteiligen, die Brücke zu den Ausgegrenzten („Aussätzigen“) schlagen, aktiv am Reich des Lebens mitbauen (Lk 17); auf die Propheten hören, die Dinge an sich heranlassen, sorgfältig bedenken und nicht automatisch vorverurteilen (Jes 50)


Thema: Nicht ausgrenzen, Hände reichen! Lk 17, 11-19

Wie viele Menschen leiden heute noch an Lepra? Etwa 2,5 Millionen Menschen sind heute davon betroffen. Weltweit werden stündlich 60 neue Leprakranke entdeckt. Im Schnitt leiden von diesen 60 Menschen schon fünf unter schweren Behinderungen, 11 von ihnen sind Kinder unter vierzehn Jahren. Die Zahl der Neuinfektionen - ca. 660 000 pro Jahr - bleibt seit Jahren konstant. Jesus berührt einen Aussätzigen (so hießen sie lange Jahrhunderte, weil sie aus ihrer Umwelt ausgesetzt wurden) und heilt ihn. Ist er durch diese Berührung unrein? Wird er nun selbst ausgegrenzt?

Heilung grenzt nicht aus. In den 290 Projekten der Deutschen Lepra- und Tuberkulosehilfe z. B. werden in 45 Ländern der Erde über 126.000 Menschen mit der Medikamentenkombination gegen Lepra behandelt. Auch die Kirchen engagieren sich hier durch die Hilfe ihrer Mitglieder. Über 60.000 Kranke kamen im vergangenen Jahr neu in die Behandlung. Hier ist durch uns Jesus am Werk.

  • Jesu lebensspendende Hand
  • unsere lebensspendenden Hände

Mit ihnen wollen wir helfen, ein Reich der Gerechtigkeit, des Friedens und des Lebens für alle zu errichten, indem wir helfen, die durch Krankheit Ausgesetzten zu reintigrieren. Aussätzige gab es bei uns bis ins die letzten Jahrhunderte, sie wurden ausgegrenzt, mussten mit einer Rassel vor Begegnung warnen, wie schon in biblischen Zeiten, wo sie „unrein“ rufen mussten.

Als Auferstandener zeigt Jesus seine durchbohrten Hände, mit denen er das Reich der Auferstehung und des Lebens, der Gerechtigkeit und des Friedens aufrichten wird, in dem es keine Krankheiten mehr gibt. Er hat die größte Macht, die Macht des Todes überwunden. Jährlich sterben drei Millionen durch Tuberkulose. Auch hier engagieren sich die Hilfswerke. Wenn wir mitsorgen, dass die Mittel für Heilung zur Verfügung gestellt werden, dann helfen wir mit an der Heilung der Welt, das ist auch unserer Hände Werk. Wir können und dürfen die Kranken nicht ausgrenzen, sondern wir müssen für sie zu heilenden Händen werden. So werden wir zu Zeugen für unseren Glauben an die alles heilenden Hände des Auferstandenen, der ein Reich ohne Not, ohne Ausgrenzung, ein Reich des Lebens, der Gerechtigkeit und des Friedens errichten will. Wir bauen mit an einer solch zukünftigen Menschheitsfamilie, da wir in Jesus alle Schwestern und Brüder sind.


Thema: Nicht durch Spott ausgrenzen, sondern zuhören Jesaja 50, 5-9a

Wir kennen die Situation. Da redet jemand anders als der Mainstream der Gesellschaft. Nicht dass er gleich körperlich bedroht würde, aber in der Regel muss er mit Spott rechnen. Das geschieht auch hier dem Propheten Jesaja. Er der immer die Heilsvision seines Volkes predigt, macht auch in der Situation des Unheils deutlich, dass dieses Unheil, in welchem sich das Volk befindet, eine Folge ihrer bösen Taten sei. Dies mögen die Menschen nicht hören, deshalb verfolgen und verprügeln sie ihn, reißen ihm den Bart aus und bespucken ihn. Aber er weiß sich in seinem Auftrag von Gott her gesandt und geht von dieser Sendung nicht ab.

Mit welchem Spott wurden die ersten umweltorientiert Denkenden auch in unserem Land überhäuft. Sie wurden als Spinner und Gegner des Fortschritts hingestellt, als Unheilspropheten, ohne Anspruch auf Wahrheit ihrer Aussage. Heute ist es schon so, dass eine eher konservative Partei mit diesem Thema ihr Stimmentief bei den Wählern überwinden will. Was ist passiert? Die Vorhersage einer drohenden Umweltkatastrophe hat sich leider bewahrheitet. Der Klimawandel wird aller Orten spürbar und hat gerade für die armen Länder verheerende Folgen. Mühsam errungene, keineswegs von allen Staaten geteilte, Grenzen der Umweltzerstörung, greifen nur wenig und oft auch zu spät. Hätte man früher den Unheilspropheten zugehört und sie nicht durch Spott ausgegrenzt, hätte manches rechtzeitig verhindert werden können. Umweltpropheten wurde vorgeworfen, dass sie die Industrie und damit den Standort Deutschland als Wirtschaftsnation bekämpften, heute wissen wir, dass Umwelttechnologie unsere größte Wachstumschance ist.

Die kirchlichen Hilfswerke Diakonie Katastrophenhilfe und Caritas international verstärken ihre Zusammenarbeit bei der Vorsorge gegen die Folgen des Klimawandels. Dürren und Fluten, so sagen sie, nähmen weltweit zu, der Klimawandel liegt nicht in ferner Zukunft. Viele Menschen sind jetzt schon bedroht. Wer drohendes Unheil verhindern will, der sollte zuhören können, auch wenn das, was gesagt wird unbequem ist, auch wenn wir herausgefordert werden, wie die Menschen zur Zeit des Propheten Jesaja, unseren Lebensstil zu ändern. Der Mensch darf diese Botschaft nicht verdrängen, indem er die Boten durch Spott ausgrenzt. Er muss zuhören und in einem ernsthaften Denkprozess über das Für und Wider eintreten. Das gilt auch für andere Bereiche, so z.B. für die Gentechnik und Atomenergie.

Dr. Ernst Leuninger, Limburg

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