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Umdenken - Landeszentrale für Umweltaufklärung Rheinland-Pfalz

7. Jun. 09  -  Trinitatis / Dreifaltigkeitssonntag

ev. Reihe I kath. 1. L. kath. 2. L. kath. Evang.

Joh 3, 1-8 (9-15)

Dtn 4, 32-34.39-40

Röm 8, 14-17

Mt 28, 16-20

Der Autor betrachtet die ev. Predigtperikope und den Text zur 2. kath. Lesung. Stichworte zur Nachhaltigkeit: radikale Veränderung, keine nächtlich-heimlichen Lippenbekenntnisse, Engagement für Nachhaltigkeit beweist keinen Glauben, Leben im Geist Jesu bzw. Nachfolge ist ohne Engagement aber nicht möglich


Trinitatis / Gottesbeziehung

Der Sonntag Trinitatis /Dreifaltigkeitssonntag bietet sicherlich Gelegenheit, Überlegungen über die inner-trinitarischen Beziehungen anzustellen. Der Evangelist Johannes und mit ihm Paulus in seinem Römerbrief schlagen ein anderes Thema für den Sonntag vor. Sie zeigen die Bedeutung der Dreifaltigkeit für unsere Gottesbeziehung auf.

Der Pharisäer Nikodemus kommt nachts zu Jesus, um ihm gegenüber zu bekennen, dass „du ein Lehrer bist, der von Gott gekommen ist“ (Joh 3, 2). Die ausdrückliche Erwähnung, dass er nachts zu Jesus kommt, ist dabei entscheidend für die Qualität seines Bekenntnisses zu Jesus. Es bleibt ein theoretisches Bekenntnis, das keinerlei Auswirkungen für sein Leben haben soll. Diese Situation kennen wir zur genüge. Zu den Zielen Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung bekennt sich inzwischen fast jeder in unserer Gesellschaft. Aber diese „Sonntagsreden“ haben manchmal (?) /häufig (?) keine konkreten Konsequenzen – sowohl auf privater als auch auf politischer Ebene. „Warum soll ich der Umwelt zuliebe langsamer fahren, wenn mich alle anderen dabei überholen? Wenn es alle machen würden, z.B. weil es ein Gesetz so vorschreibt, würde ich mich natürlich daran halten.“ „Natürlich treten wir für den Schutz der Erde ein, aber bitte nicht mit strengen CO2-Grenzwerten, die unsere Automobilindustrie schädigen.“ „Wenn wir die Waffen nicht liefern, dann liefert sie ein anderes Land – zum Schaden für unsere Wirtschaft.“

Solche „frommen“ Bekenntnisse ohne Konsequenzen sind nach Ansicht von Jesus nichts wert. Wer an den Gott des Lebens, der Gerechtigkeit, des Friedens, den Schöpfergott glaubt, bei dem muss eine radikale Veränderung im Leben sichtbar werden: „Wenn jemand nicht von neuem geboren wird, kann er das Reich Gottes nicht sehen.“(Joh 3, 3) Paulus stellt fest: „Alle, die sich vom Geist Gottes leiten lassen, sind Söhne Gottes. ... Ihr habt nicht einen Geist empfangen, der euch zu Sklaven macht ..., sondern ... der euch zu Söhnen macht“ (Röm 8, 14-15).

Werke der Nächstenliebe, Engagement für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung werden so nicht zum Beweis des Gottesglaubens – denn sie könnten ja auch aus ganz anderer Motivation geschehen, sondern sie sind unverzichtbarer Bestandteil des Lebens aus Gottes Geist, ohne sie bleiben wir ein Nikodemus. Nachfolge in dem Geist Gottes heißt, sich auf Jesu Vertrauen, das „Vom-Vater-her-Sein und zum-Vater-hin-Sein“, auf „den Geist, in dem wir rufen: Abba, Vater“ (Röm 8, 15), einzulassen.

Thomas Kupczik, Trier

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