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Umdenken - Landeszentrale für Umweltaufklärung Rheinland-Pfalz

19. Nov. 08 - Buß- und Bettag  

ev. Reihe VI kath. 1. L. kath. 2. L. kath. Evang.
Jes 1, 10-17 Offb 4, 1-11  

Lk 19, 11-28 

Der Verfasser betrachtet den Predigttext der ev. Reihe. Stichworte: keine Rituale pflegen, Worte und Handeln in Einklang bringen, Rituale des Umweltschutzes durchschauen, Qualität des eigenen Handelns

Jes 1, 10-17

Gottes Anklage gegen das abtrünnige Volk

Im Text wird eine überzogene Huldigung Gottes angeprangert. Nicht auf viele Opfergaben und Feiern kommt es an, sondern darum, Gutes zu tun, vom Bösen abzulassen, nach dem Recht zu trachten und den Unterdrückten zu helfen. Worte und Handeln müssen in Einklang gebracht werden, oder wie es der Text ausdrückt: Das Beten wird nicht erhört, wenn die Hände voll Blut sind.

Auch Aktivitäten für die Umwelt können überzogen sein, in Rituale abgleiten oder das Wesentliche aus dem Auge verlieren. So stellt sich z. B. die Frage, ob es sinnvoll ist, bei einer vom Aussterben bedrohten Tierart einzelne Tiere durchaus medienwirksam zu retten und sie an anderer Stelle zu züchten und auszusetzen oder ob es nicht wichtiger ist, die Voraussetzungen für die Erhaltung des entsprechenden Lebensraumes zu schaffen. Ein weiteres Beispiel ist der lange Streit um die umweltfreundlichste Getränkeverpackung - Glas oder Kunststoff? - statt Konzepte zu entwickeln, möglichst alle Verpackungsarten einem sinnvollen Recycling zuzuführen und auf Miniportionen zu verzichten. Umweltschutz ist ein wesentlicher Baustein, der aber im Konzept der Nachhaltigkeit zusammen mit Fragen der sozialen Gerechtigkeit, internationalen Verträglichkeit, Wirtschaftlichkeit und Generationenverträglichkeit in Einklang gebracht werden muss.

Die Einführung des Buß- und Bettages geht auf Zeiten der Not zurück. Es geht um eine Haltungsänderung im Sinne einer Umkehr zu Gott und weniger um eine Selbstbestrafung für vergangene Taten. Der Bußtag wurde zu unterschiedlichen Zeiten für verschiedene Anliegen und zu unterschiedlichen Daten angesetzt. Die vorliegende Textstelle wendet sich gegen ein Übermaß an Gottesverehrung, die in den beschriebenen Beispielen im Bibeltext einem Kultstatus ähnelt. Es gilt vielmehr, sich auf grundlegendes Handeln zu verlegen, um Gutes zu bewirken. Das eigene Handeln ist immer wieder hinsichtlich seiner Kerngedanken und Zielsetzungen zu überprüfen. Das beinhaltet andauernde begleitende Reflexion, also die Frage nach Sinn und Auswirkungen des eigenen Handelns. Es geht also letztlich um die Qualität des persönlichen und gesellschaftlichen Handelns und nicht um die Menge oder die Art der Präsentation.

Winfried Hoffmann, Düsseldorf

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