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Umdenken - Landeszentrale für Umweltaufklärung Rheinland-Pfalz

14. Sep. 08 - 24. Sonntag im Jahreskreis / 17. Sonntag nach Trinitatis

ev. Reihe VI kath. 1. L. kath. 2. L. kath. Evang.
Eph 4, 1-6 Sir 27, 30 - 28, 7 (27, 33 - 28, 9) Röm 14, 7-9 Mt 18, 21-35

Der Verfasser betrachtet nach einem kurzen Einstieg über Röm 14 den Evangeliumstext der kath. Leseordnung. Stichworte: unseren Schuldnern vergeben / nachlassen, Sabbatjahr zu Ehren Gottes, Schuldenerlass als Entwicklungspotential (Mt 18)

Eph 4, 1-6

Mahnung zur Einigkeit

Paulus mahnt in seinem Brief die Epheser zur Einigkeit, zu Liebe und Frieden, zum Glauben an einen Gott, der da ist über allen und durch alle und in allen.

Anfang des neuen Jahrtausends finden wir die Welt übersät mit Kriegen, Bürgerkriegen und Gewalt. Die alten Muster der ideologischen Blöcke mit ihrem Abschreckungspotential greifen nicht mehr, religiöse Motive oder andere unter dem Deckmantel der Religion versuchen, die Welt neu zu ordnen. Die Mahnung klingt insofern einerseits fast selbstverständlich, andererseits ist sie nach wie vor aktuell und dringend geboten, sich danach zu richten. Paradox erscheint allerdings, dass viele der momentanen Konflikte gerade durch die Berufung auf einen Gott nach außen legitimiert werden. Selbst die innere Einheit ist in einer Reihe von Ländern durch unterschiedliche religiöse Strömungen nicht gewährleistet. Der international operierende Terrorismus ist eine relativ junge Erscheinungsform, der von den davon betroffenen Religionen nicht akzeptiert wird. Es bedarf gewaltiger Anstrengungen, dem Terrorismus Herr zu werden, den verschiedenen Religionen fällt dabei eine entscheidende Aufgabe zu.

Einheit und Frieden sind Grundlage jeden Zusammenlebens und damit Voraussetzungen für eine nachhaltige Entwicklung. Durch unseren Glauben können und müssen wir uns für den Frieden einsetzen. Uneinigkeit und Unfrieden bedrohen die Schöpfung insgesamt und die Entstehung eines christlichen und nachhaltigen Grundsätzen angemessenen Lebensstils - hier und anderswo.

Mt 18, 21 - 35

Der Schalksknecht

In der Geschichte geht es um Vergebung von Sünde, genauer um den Erlass materieller Schulden. Das Beispiel beschreibt einen Knecht, dem vom Herrn seine Schulden erlassen werden und der dann selbst versucht, bei seinem Mitknecht, der wiederum ihm Geld schuldet, dieses Geld rücksichtslos einzufordern. Seinem Herrn kommt dies zu Ohren, er bestraft den Knecht und fordert die gesamte Schuld zurück, weil er gegenüber der Schuld seines Mitknechtes nicht von Herzen Vergebung geübt hat. Dieses Beispiel nennt Jesus Petrus auf die Frage, wie oft er denn einem Sünder vergeben müsse und antwortet ihm, dass er dies immer wieder aufs Neue tun muss.

Im 5. Mose 15, 1-2 wird gefordert, in jedem siebten Jahr einen Schuldenerlass auszurufen. Eng verbunden mit dem Konzept des Schuldenerlasses ist die Vorstellung, den Acker im siebten Jahr nicht zu bewirtschaften und somit ein Sabbatjahr zur Ehrung Gottes einzuführen. Damit wären Sabbatjahr und Schuldenerlass zur Ehre Gottes geschaffen. Das Thema Schuldenerlass ist heute durchaus bei internationalen Konferenzen wie dem so genannten G8-Gipfel aktuell und bezieht sich in der Regel auf die ärmsten Staaten der Erde. Gerechtigkeit im internationalen Kontext wird an vielen Stellen eingefordert, damit betroffene Länder überlebensfähig bleiben. Dabei geht es neben der Befreiung von Schulden auch darum, dass die Handelsmöglichkeiten zwischen den Staaten erhalten bleiben, vor allem aber, dass sich die Gesamtwirtschaftslage des betroffenen Staates verbessert und damit dessen Handlungsfähigkeit. Allerdings sollten dann auch neue Maßnahmen getroffen werden und nicht die alten Handlungsmuster weitergeführt werden, um die Situation dauerhaft zu verbessern. Auch für die damalige Bundesrepublik Deutschland wurde 1953 eine Schuldenlast von 29,7 Mrd. DM erlassen.

Der Text spricht aber nicht die staatliche Seite an, sondern uns als einzelne Person. Wir sind angehalten, unsern Schuldnern zu vergeben, wie auch uns durch Gott vergeben wird.

Winfried Hoffmann, Düsseldorf

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