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Umdenken - Landeszentrale für Umweltaufklärung Rheinland-Pfalz

11. Mai. 08 - Pfingstsonntag  

ev. Reihe VI kath. 1. L. kath. 2. L. kath. Evang.
Röm 8, 1-2 (3-9) 10-11 Gen 11, 1-9 od. Ez 37, 1-14
od. Ex 19, 3-8a.16-20b od. Joel 3, 1-5
Röm 8, 22-27 Joh 7, 37-39

Der Autor betrachtet vorrangig den Text aus dem Römerbrief der ev. Reihe VI. Zu allen kath. Perikopen werden am Ende ebenfalls Hinweise zum Nachhaltigkeitsbezug gegeben. Stichworte: Handeln aus dem Geist heraus, auch wenn dieser im Fleisch verhaftet ist, Umgang mit Angst und Angst vor der Angst, wirkliche (Welt-)Heilung aus der Angst heraus (Röm 8); die Schöpfung seufzt unter dem Menschen, wertvolles Wasser, Gott bringt die Menschen auf den Boden zurück / Turmbau zu Babel (kath. Texte)

Vorüberlegungen: Der Kasus

Bei Posern im ersten Band dieser Reihe „nachhaltig predigen“ finde ich für Pfingsten den schönen Hinweis auf die oft zitierten Schwierigkeiten fehlender Anschaulichkeit für den Zuhörer wie für die Predigerin oder den Prediger: "Kein niedlich-niedriges Kind in der Krippe, kein Jesus am Kreuz, der als auferstandener Jesus begegnet – nein -, durchsichtiger Geist..." [1]

Dieses Fest am fünfzigsten Tag nach Ostern könnte mit dem evang. Predigttext Röm 8 allen jenen recht geben, die meinen, "dass Pfingsten ein Fest der intellektuell Begabten sei, die an diesem Tag ihrer Leidenschaft frönen, abstrakte theologische Fragen zu verhandeln." [2] Auf jeden Falle erleichtert es der Text nicht, den "Geburtstag der Kirche“ sinnenfroh auszurichten und damit ein fröhliches und eindrucksvolles Gegengewicht zu den volkstümlichen Begleitern von Pfingsten zu sein, Begleiter wie das Pfingstbaumpflanzen in der Lüneburger Heide, in Mecklenburg das Schmücken des Pfingstochsen, in Frankfurt am Main der Wäldchestag oder die Geißbockversteigerung in Deidesheim. Viele Jugendgruppen führen Pfingstzeltlager durch. Auf der Zitadelle in Mainz findet zu Pfingsten alljährlich das OpenOhr Festival mit Kabarett, Foren und Livekonzerten rund um ein „Thema“ (2005: „Frauen“) statt. [3] Interessant finde ich auch den auf der gleichen Internetseite (ebd.) erscheinenden Hinweis: "In Österreich und Teilen von Deutschland ist in der Nacht von Pfingstsonntag auf Pfingstmontag die Unruhnacht (Bosheitsnacht). Ursprünglich sollten in dieser Nacht böse Geister ausgetrieben werden, jetzt werden in der „Unruhnacht“ den Mitbürgern verschiedene Streiche gespielt z. B.: Die Gartenbank des Hauseigentümers wird versteckt, oder es wird seine Haustüre mit Blumenstöcken verstellt. Diese Aktivitäten werden auch als Pfingststehlen bezeichnet. Alles, was nicht durch ein Dach geschützt ist, darf mitgenommen und versteckt werden." Im Gegensatz zur kirchlichen Konzentration auf den eben unsichtbaren Geist, scheint die Volksseele sich zu Pfingsten lieber auf das visuell und auditiv Erfassbare konzentrieren zu wollen. Selbst in der Umkehrung, der Bosheitsnacht, verschwindet das Sichtbare, wenn es denn nicht in Sicherheit gebracht wird.

Überlegungen zum Text: Ev. Perikopenreihe Röm 8, 1-2 (3-9) 10-11

Und wieder wird das Fleisch gegen den Geist gejagt und der Geist gegen das Fleisch. Wobei ja klar ist, dass das Fleisch das schlechtere ist und der Geist das bessere. Das Fleisch ist unseres, der Geist ist Gottes Geist. Und selbst, wenn wir die dem Fleisch zugeordnete Sünde nicht als individuelles moralisches Vergehen sehen, sondern als Entfernung von Gott; selbst, wenn wir das dem Geist zugeordnete Leben in Gerechtigkeit nicht als individuelle Guttat, sondern als eine Annäherung an Gott verstehen, fehlt die menschliche Instanz, die auf Gott anspricht und dem Fleisch entspricht. In der Darstellung des Paulus wirkt es so, als solle alles, was uns selbst ausmacht, sterben und durch eine externe Instanz, den Geist Gottes ersetzt werden. Das macht solche und ähnliche Darstellungen so verwirrend. Während das Fleisch sozusagen permanent empfangsbereit ist für die geradezu selbständig und global agierende Sünde und ihre perfiden Impulse, welche menschliche Instanz ist dann empfangsbereit für die positiven und befreienden Impulse Gottes, der ebenfalls eindeutig global agiert? Unter Fleisch lässt sich unschwer der menschliche Körper verstehen, seine irdische Gebundenheit. Welche Instanz entspricht dem Geist? Das menschliche Denken? Das menschliche Fühlen? Also jedenfalls Immaterielles und vorgeblich Ungebundenes?

Oft genug ist in den Predigtbesprechungen der Vergangenheit die Zusammengehörigkeit von Leib und Seele, Körper und Geist besprochen, um nicht zu sagen beschworen worden. Aber die sündenschwangeren paulinischen Dichotomien sprechen eine andere Sprache. Paulus seziert und sortiert in gut und böse, hell und dunkel, Fleisch und Geist, Tod und Leben. Und nach der Sektion des Menschen bildet sich für ihn auf der "gut, hell, Geist und Leben"-Seite ein neues Wesen heraus, das er "in Christus" nennt. Das hat aber doch hoffentlich auch noch einen Körper? Und in diesem Körper stecken doch hoffentlich auch noch Gefühle und Lust und Geist und Denken und eigener Wille? Natürlich stecken sie darin, aber sie sind gewissermaßen gereinigt, ohne Sünde, ohne Trend zum Tod. Ich kann Paulus nur darstellen, wenn ich meine eigene Sprache finde für das, was Paulus will. Vielleicht hat er wirklich schon im Jahre 50 n. Chr. ein Gespür dafür entwickelt, dass Menschen Angst vor dem Tod haben. Vielleicht hat er wirklich gemerkt, dass Menschen unterschiedliche Formen der Angstbewältigung entwickeln. Ein großer Teil der Menschen flüchtet sich vor der besagten Angst in eine Ich-Bezogenheit, die durchaus nicht nur persönlich, sondern auch kollektiv gefährlich ist. Soviel Genuss, Macht, Besitz wie möglich, nur ein permanentes Mehr kann den Schmerz im Bewusstsein lindern, dass die Tage gezählt sind, in dem Augenblick, in dem das Zählen beginnt.

Völlerei wie Askese werden so zu den beiden Seiten der gleichen Münze: Verdrängung des Todes. Auch die zwanghafte Einhaltung des mosaischen Gesetzes ist erkennbar keine Lösung. Erst in dem Moment, in dem diese Grundangst keine Rolle mehr spielt, nach dem Akt der Befreiung, nach dem Werden der neuen Kreatur, kann der Blick des Menschen und sein ganzes Lebensgefühl die Ich-Bezogenheit verlassen. Er bekommt eine Ahnung von dem, was Gott will, von seinem schöpferischen Geist. So kann er sich auf die Suche danach machen, wo sein Platz im Garten Gottes ist und wie er der ihm zugeordneten Tätigkeit als Gärtner und Weiterschöpfer seinen Fähigkeiten entsprechend am Besten nachgehen kann. Gen 2, 15: Und Gott der HERR nahm den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, dass er ihn bebaute und bewahrte. Der Akt der Befreiung führt zu einem Heben des Blickes. Der Mensch erkennt die Menschen, der Mensch erkennt die Schöpfung, wenn er seine ängstliche Ich-Bezogenheit verlassen kann. In dieser Gedankenrichtung wird Paulus Ausdruck der Befreiung vielleicht verständlicher (Röm 8, 2): Denn das Gesetz des Geistes, der lebendig macht in Christus Jesus, hat dich frei gemacht von dem Gesetz der Sünde und des Todes. Was die Darstellung des Textes auch nicht leichter macht, ist Paulus Reden von Leben und Tod. Wobei hier nicht so sehr das Gewicht auf eine allgemeine Totenauferstehung gelegt wird. Hier wird die Überwindung des Todes mitten im Leben beschrieben. Der Tod mitten im Leben ist bei Paulus nicht etwa der frühe Tod eines Menschen. Hier wird eine Lebenshaltung aufs Korn genommen, die unlebendig ist, hier wird von lebenden Toten gesprochen, die sich zwar bewegen, ihr Tagwerk tun, aber an Gott, dem Leben vorbei. Hier wird m.E. die Grenze des darstellenden Wortes erreicht. Hier beginnt die Aufgabe künstlerischer, z.B. pantomimischer Darstellung, um im Zuschauer ein Gefühl für den Akt pfingstlicher Befreiung, das Einatmen göttlichen Geistes, das Heben des Blickes, der neuen Wahrnehmung der Welt zu ermöglichen.

Motivation für ökologisches Handeln

Es sind wichtige Schritte für ein Umdenken in Richtung Ökologie getan. Als ich etwa 1975 begann, mich mit Fragen der Ökologie zu befassen, waren alle, die das ebenso taten, ganz klar und eindeutig Außenseiter in vielerlei Hinsicht. Unser Engagement machte nur wenigen Menschen wirklich Freude. Bis vor etwa zwei Jahren konnte noch niemand unangefochten erklären, der schon seit langem zu erlebende und sich vollziehende Klimawandel wäre zum guten Teil von Menschen verursacht. Plötzlich geht es. Plötzlich gibt es die EU-Studie zum Klimawandel und die Klima-Allianz der Kirchen und plötzlich ist ganz klar, es muss etwas getan werden. Sind plötzlich alle in Christus? Die Motivationen, nun doch Hand anzulegen, um der weltweiten Katastrophe zu entgehen, sind sehr unterschiedlich, aber sicher nicht sehr spirituell. Zum einen wird die gerade als „zu überwinden“ bezeichnete Angst vor dem Tod eine große Rolle spielen. Gerade die Angst, dass nun doch alles mögliche den Bach 'runtergehen könnte und wir selber und persönlich bedroht sind, wird beim Umdenken eine beträchtliche Rolle spielen. Zum anderen hat sich eine beträchtliche Klima-Rettungsindustrie aufgebaut. Die wird weiter expandieren, je mehr retten wollen und je mehr gerettet werden soll. Das hat nicht nur eine gewinnbringende und Arbeitsplatz schaffende, sondern auch eine geradezu sinnstiftende Dimension, die bisher immer wieder unterschätzt wurde. Jetzt wollen alle dazugehören: Die Atomindustrie will ihre Risiken vergessen machen, die Kohleindustrie ihre Abgase etc., und sie machen soviel Wind bei ihren Beteuerungen, dass die Industrien, die wirklich Technologien für erneuerbare Energien schaffen, wieder in den Schatten geraten. Aber das sind sie gewohnt, da haben sie sich entwickelt, ob Windkraft, Sonnenenergie, Wasserkraft u.a. mehr. Neu ist vor allem die globale Ausweitung dieses eigentlich nur als kapitalistisch zu erkennenden Trends.

Klima-Rettung hat sich als weltweit verkaufbares Produkt etabliert. Unter dieser Decke eiliger Geschäftigkeit tummeln sich die gleichen Ängste und Begierden wie vorher. Der Blick ist nicht wirklich sozialer, kommunikativer, kreativer oder schöpfungsfreundlicher geworden. Das Soziale, das Kommunikative, Kreative und das Schöpfungsfreundliche lässt sich nur jetzt besser verkaufen, weil es notwendig geworden ist. Wie aber ist es soweit gekommen? Es hat doch schon solange Anzeichen und Zeichen, Studien, Predigten und Hinweise auf die zu erwartenden Katastrophen gegeben. "Ein lebendiger Organismus ist ein hochorganisiertes System, beherrscht von zwei mächtigen Trieben – einem zur Selbsterhaltung und dem anderen zur Erhaltung der Art." [4] Der Weg in die ökologische Katastrophe spricht dafür, dass diese beiden Triebe individuell und kollektiv außer Kraft gesetzt werden können. Ich sehe zwei Zugänge für die rätselhaft selbstzerstörerische Haltung von Menschen. Der eine konstatiert, dass die genetische festgelegten Triebe zur Erhaltung artgeschichtlich in einer Zeit festgelegt wurden, als das Leben und Überleben des Einzelnen und der Gruppe noch viel übersichtlicher war. Das Leben des Einzelnen wurde nur durch die Gruppe gewährleistet. Es könnte also sein, dass die genetischen Voraussetzungen für die Lösung komplexer und langfristiger Probleme heute nicht ausreichen. Der andere Zugang würde die Entwicklung einer narzisstischen Instanz im Menschen der Zivilisation untersuchen, die zu einer Überbewertung des Einzelnen auf Kosten des Ganzen geführt hat. Immer wenn die Strebungen des Einzelnen zu wenig beachtet werden oder zuwenig Erfolg haben, die Frustrationen zu groß werden, kommt es zu selbstzerstörerischen oder fremdzerstörerischen Haltungen und Handlungen. Da Narzissmus vor allem durch ein System von Entgrenzungen und Grenzüberschreitungen mit der Grundbotschaft: "Alles ist möglich" entsteht, kann eine warnende Stimme gegenüber einem entgrenzenden und sich selbst überschätzenden Klima-Rettungs Enthusiasmus durchaus angebracht sein. Diese zerstörerischen Kräfte sind nach der Entdeckung der Klima-Rettung ja keineswegs außer Kraft gesetzt. Damit da kein Missverständnis entsteht, ich freue mich über den neuen Trend zur Rettung und freue mich auch darüber, ihn mit vielen anderen Menschen gemeinsam vorbereitet zu haben. Gerade deshalb mahne ich mich selber immer wieder zur Vorsicht, wenn mir „Rettungsaktionen“ angeboten werden. Nicht überall ist Rettung drin, wo Rettung draufsteht. Die predigtvorbereitende Meditation sollte durchaus differenziert sehen und analysieren, wo Rettung der Welt vor allem der Rettung der eigenen Finanzen dient und nicht zu blauäugig jeden sparsamen neuen Motor als Schritt zur Rettung feiern. Andererseits kann und muss Kirche nicht nur die Gewissen des "selbstzerstörerischen" und damit "weltzerstörerischen" Menschen erreichen. Sie kann und muss nicht nur die Angst vor eigenem Schaden verstärken. Sie kann tatsächlich das Versöhnungswerk Christi in eine direkte Beziehung setzen zu dem Menschen, der sich "weltheilenden" Tätigkeiten hinzugeben beginnt. Als weltheilende Tätigkeiten ist alles zu nennen und sollte auch benannt werden, was aus Respekt vor Gottes Schöpfung, schonende, erhaltende und wiederherstellende Wirkung auf Mensch und Schöpfung insgesamt hat.

Eine andere oder weitere Möglichkeit wäre es, die steilen Sätze des Paulus dahingehend verständlicher zu machen, dass die Angst vor dem Tod direkt thematisiert, aber aus der indirekten Abwertung herausgeholt wird. Paulus will die Angst vor dem Tod durch das Angebot der Auferstehung ausgleichen, gerät aber in Gefahr, die Angst vor der Sünde an die Stelle der Todesangst zu setzen. Und ist die permanente Angst vor der Sünde nicht auch eine Form des Egoismus, der genauso zu anthropozentrischer Arroganz und Einseitigkeit verleitet, wie der Machbarkeitswahn oder ähnliche menschliche Ideologien, die auf Verdrängung beruhen? Angst kann auch vereinen, kann auch kreativ machen, kann zu großen und größten Anstrengungen befähigen. Vielleicht ist Angst einfach menschlich. Gelingt es Pfingsten Menschen die Angst vor der Angst zu nehmen? Es könnte gelingen, wenn zum Ausdruck kommt, was Menschen Sinnvolles, eben Heilendes, tun können; wobei die Dimension keine Rolle spielt. Wichtig ist, dass es den Möglichkeiten der Zuhörerin und des Zuhörers entspricht. Es darf sie / ihn nicht überfordern, dann deprimiert es, es darf sie / ihn nicht unterfordern, dann nimmt sie / er es nicht ernst. In der Predigtdarstellung sollte die Angst als lebensrettender Impuls erkennbar werden, und das ist sie auch, genetisch gesehen. Theologisch gesehen könnte das Angebot der Auferstehung nicht als finaler Schlussakt interpretiert werden – und damit würde sie jenseitig bleiben –, sondern als Prozess, der beginnt, wenn ich mich auf den Weg des Heilens und des Heiles hier und jetzt mache.

Denkansätze für die Texte des Kath. Lesejahrs A:

Sie lassen sich alle relativ leicht in einen "nachhaltigen" Zusammenhang stellen und sind da sicher auch sehr eindrucksvoll. Die Hybris des Menschen, seine Sprache, der Leben schaffende Atem Gottes, das Gesetz Gottes, die Ströme des lebenden Wassers, das sind alles Themen, die bildhaft eine Ahnung von Gottes Schöpferkraft aufkommen lassen, bzw. eine Ahnung von unseren Vergehen gegen diese Kraft geben. Gottes Schöpfungswille und Jesu Wille zum Heil sind zwei der ganz starken christlichen Verbindungen zu ökologischem Denken und Handeln. Ex 19, 3-8a. 16-20b fällt da etwas ab. Dieser Text mit seinem Erwählungscharakter einerseits und der Epiphanie andererseits ist nicht unbedingt ökologischen Gedanken zugänglich. Die Forderung nach der Einhaltung des Gesetzes ist das schon eher.

Kath. 1. Les. a): Gen 11, 1-9 Der Turmbau zu Babel

Immer wieder spannend und interessant zu hören, dass in dieser alten Geschichte von der menschlichen Hybris nicht etwa das Werk zerstört wird, aber die Sprache.

Kath. 1. Les. b): Ez 37, 1-14 Israel, das Totenfeld, wird durch Gottes Odem lebendig

Ein at.licher Text zum Thema Auferstehung, der wie viele andere deutlich zeigt, dass Auferstehung nicht erst eine christliche Erfindung ist. Sehr eindrucksvoll ist hier die Wirkung von Gottes Atem in Ezechiels Traum dargestellt. Aber natürlich ist der Text trotz Auferstehung ein finsterer, da die Todes-Thematik in Mitteleuropa eher finster ist. Es ist die Frage, ob nicht besser ein Text zu lesen ist, der Gottes Atem anderen Ortes am Werke zeigt als ausgerechnet auf einem Friedhof. Wie mir ein niederländischer Kollege einmal sagte: „Ihr Deutschen befasst Euch gerne mit den letzten Dingen, wir Niederländer bescheiden uns mit den vorletzten, die sind schon schwierig genug."

Kath. 1. Les. d): Joel 3, 1-5 Ausgießung des heiligen Geistes

(vgl. Apg 2, 16-21) Dieser Text ist vielleicht dem Pfingstbericht in Apg 2 am nächsten. Er wirkt ähnlich visionär und wäre von daher vielleicht ein gutes Gegengewicht zu dem eher argumentativ daherkommenden Röm 8-Text. Er eignet sich auch gut zu kreativen Umsetzungen.

Kath. 2. Les.: Röm 8, 22-27 Das Seufzen der Schöpfung

Wenn man tatsächlich diesen Lesungstext gewissermaßen als Fortsetzung des Predigttextes einbringen wollte, könnte man ihn schön verfremden, z.B. (22): „Denn wir wissen, dass die ganze Schöpfung bis zu diesem Augenblick unseretwegen seufzt und sich vor uns ängstet.“ Das wiederum könnte einen guten Einstieg für die Darstellung des historischen Faktums schaffen, wie wir Menschen zur größten Gefahr für die Erde werden konnten und gerade dabei sind, dieses traurige Siegertreppchen wieder zu verlassen. Und verlassen wir es freiwillig?

Kath. Evang.: Joh 7, 37-39

Der katholische Evangeliumstext Joh 7, 37-39 bietet einen guten Zugang über die "Ströme lebendigen Wassers". Hier bietet sich vielleicht noch eher eine sinnenträchtige Darstellung im Gottesdienst an als bei dem evangelischen Röm 8-Text. Wasser wird sich als eines der kostbarsten Güter unserer Zeit erweisen. Und an uns liegt es, ob seine Kostbarkeit wie bei Diamanten auf Seltenheit beruht. Die Kostbarkeit könnte auch durch unsere Bewertung entstehen, indem wir in Ehrerbietung Wasser die Behandlung angedeihen lassen, die es verdient. Das lässt sich sicher darstellen, nicht nur erzählen.

Michael Schuck, Uedem

[1] Dr. Thomas Posern in: „nachhaltig predigen, Band I“, erschienen 2005/2006, S. 109

[2] Wilfried Engemann, Predigstudien VI/2, Stuttgart/ Zürich 2002, S. 9

[3] Aus: c6 Magazin: http://archiv.c6-magazin.de/06/kultur/termine/zeige.php?termin_id=3230

[4] Alexander Lowen, Narzissmus, Die Verleugnung des wahren Selbst; München, 1986 (2. Aufl.)

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