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Umdenken - Landeszentrale für Umweltaufklärung Rheinland-Pfalz

9. Sep. 07 - 23. Sonntag im Jahreskreis / 14. Sonntag nach Trinitatis

ev. Reihe V

kath. 1. L.

kath. 2. L.

kath. Evang.

 

1. Mose 28, 10-19a

Weish 9, 13-19

Phlm 9b-10.12-17

Lk 14, 25-33

Die Verfasserin betrachtet den 2. Lesungstext der kath. Leseordnung und möchte an Hand des Textes aufzeigen, was Nachfolge heißt, nämlich: Aus Liebe für einen menschenwürdigen und gewaltfreien Umgang miteinander eintreten. Stichworte: verantwortliches Zusammenleben, als Beitrag für den Frieden, weltweit einsetzen für die Benachteiligten und für soziale Gerechtigkeit, Schranken überwinden, gewaltfreier Umgang

 

 

 

Anmerkungen zum Text:

 

Die Briefe des Paulus waren fast alle Gemeindebriefe, sie wollten im Glauben unterweisen und zu einer sich aus dem Glauben ergebenden Lebensgestaltung anleiten. Der Brief an Philemon ist an eine Einzelperson gerichtet. Es geht aber auch hier darum, dass der Glaube Wirkung beim Handeln zeigen soll.

 

 

 

Zur Auslegung:

 

Philemon, ein begüterter und angesehener Christ, hat einen Rechtsanspruch auf den von ihm gekauften Sklaven. Der Sklave Onesimus hat, nach Diebstahl und Flucht, Zuflucht bei Paulus gesucht und ist Christ geworden. Sklavenflucht war ein schweres Delikt, der Herr konnte ihn nach eigenem Gutdünken bestrafen und töten. Paulus hat O. als Menschen und Gehilfen schätzen gelernt und verzichtet nicht gerne auf seine Dienste, schickt ihn aber zu seinem Herrn zurück. In dem Begleitbrief setzt er sich für O. ein, er bittet für ihn um freundliche Aufnahme und darum, dass Philemon ihn als Bruder ansehen und die Maßstäbe der Liebe gelten lassen möge. Paulus spricht als Apostel, aber er befiehlt nicht von oben herab. Es geht um einen einzelnen Menschen, Paulus verhandelt dabei aber auch die Frage des Zusammenlebens, die von weittragender Bedeutung für Frieden ist. Paulus möchte, dass sich in der Beziehung zwischen Herr und Sklave etwas ändert, er möchte aber, dass dies freiwillig geschieht.

 

 

 

Nachhaltigkeitsbezug:

 

Was sagt der Text uns heute im Umgang mit den Geschwistern weltweit?

 

  • Paulus verwendet sich für den in Schwierigkeiten geratenen O.

 

Setzen wir Christen uns heute für die durch die globalen Wirtschaftsprozesse in Not geratenen Menschen bei uns und in der weltweiten Gemeinschaft ein?

 

  • Paulus solidarisiert sich.

 

Spüren wir, eine sich christlich nennende Gesellschaft, wenn es um Geld- oder Wirtschaftsfragen geht, etwas vom Geist Christi, den die frühen Christen von getauften Menschen erwartet haben?

 

  • Paulus nimmt den Dienst von Glaubenden wie O. als Selbstverständlichkeit in Anspruch.

 

Erkennen wir es als unsere Christenpflicht an, uns für die Benachteiligten in aller Welt einzusetzen?

 

  • Die Flucht des O. wurde zu einem ungeahnten Gewinn (er wurde zu einem geliebten Bruder) für Paulus und seine Sache.

 

Könnten die Armutsflüchtlinge heute vielleicht auch zu einem Gewinn für uns Europäer werden?

 

  • Die Zusammengehörigkeit der ersten Glaubensgemeinschaften überwand alle gesellschaftlichen Schranken.

 

Unser Blick für Mängel im gegenwärtigen Wirtschaftssystem ist durch die Medien geschärft. Der Geist der Geschwisterlichkeit war das Zentrum der Predigt Jesu. Ist er nicht in besonderer Weise auch von uns heute gefordert?

 

  • Himmelschreiende Ungerechtigkeiten und das Schweigen von Christen lassen die Frage aufkommen: Leben wir unseren Glauben richtig?

 

Überzeugende Zivilcourage und Beispiele der Christen, aber keine Gewalt sind gefragt.

 

  • Der Einsatz des Paulus für O. ist ein Gebot der Liebe Christi.

 

Christliche Nächstenliebe kann das Verhältnis der Menschen von Grund auf verwandeln.

 

Nachfolge heißt: Aus Liebe für einen menschenwürdigen und gewaltfreien Umgang miteinander einzutreten.

 

Waltraud Bischoff, Rumbach

 

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