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Umdenken - Landeszentrale für Umweltaufklärung Rheinland-Pfalz

22. Jul. 07 - 16. Sonntag im Jahreskreis / 7. Sonntag nach Trinitatis

ev. Reihe V

kath. 1. L.

kath. 2. L.

kath. Evang.

 

Lk 9, 10-17

Gen 18, 1-10a

Kol 1, 24-28

Lk 10, 38-42

Der Verfasser betrachtet den Text der ev Reihe V und das Evangelium der kath. Leseordnung. Stichworte: Nachfolge, richtiges Dienen, Lebensfreundlichkeit und Verantwortung.

 

 

 

Stellung im Kirchenjahr

 

Innerhalb des Kirchenjahres hat das Trinitatisfest - gerade für protestantische Christen - eine hohe Bedeutung. Es ist das Fest des Glaubensbekenntnisses. Die christliche Gemeinde prüft, wie der Glaube an den dreieinigen Gott im alltäglichen Leben Wirkung erhält.

 

 

 

Der 7. Sonntag nach Trinitatis rückt die Taufe und das Abendmahl für das Leben der Gläubigen stärker in das Zentrum. Die liturgische Farbe ist grün. Es ist die Farbe der aufkeimenden Saat und des Lebens.

 

 

 

Exegetische Überlegungen zu Lk 9, 10 – 17 und Lk 10, 38 – 42

 

Die Entstehung des Lukasevangeliums wird auf das Jahr 80 n. Chr. geschätzt. Es gehört, neben den Evangelien nach Matthäus und Markus, zu den so genannten „synoptischen Evangelien“. Markus, so die allgemeine Annahme, soll das erste Evangelium verfasst haben. Dieses lieferte die Grundlage für die Darstellungen des Matthäus und Lukas. Jedoch wird die Existenz einer zweiten Quellenschrift und von Sondergut für das Lukasevangelium angenommen. Die „gute Botschaft“ schreibt Lukas für Heidenchristen, die sich in einem städtischen Umfeld befinden. Er gibt seinem Evangelium ein „Vorwort“ (Lk 1, 1 – 4), in dem er Rechenschaft über seine Arbeit ablegt. Die Person des Lukas aber bleibt im Dunkeln.

 

 

 

Dafür treten jedoch seine Absichten deutlich hervor: Der Tod Jesu wird als vorbildliches Leiden eines Gerechten beschrieben – weniger der erlösende Charakter. Jesus ist der Heiland der Armen und der Sünder. Er wendet sich den Frauen zu. In ihm wird den Menschen die befreiende Kraft Gottes gegenwärtig. Die Geschichte Jesu wird mit der Geschichte der Welt verwoben. Auferstehung und Erhöhung sind der Grund für den Weg der Umkehr und der Vergebung der Sünden.

 

 

 

Assoziationen

 

Die Speisung der Fünftausend (Lk 9, 10 – 17) ist eine sehr bekannte Geschichte aus dem Lukasevangelium. Sofort sind deshalb alle hierzu gehörten und gelesenen Sätze präsent. Die Gedanke und Überlegungen wandern auf den gewohnten Wegen und an „theologisch erschlossenen“ Gebieten entlang: Da stellt sich ein zunächst wahrgenommener Mangel letztlich als eine große Fülle dar. Lebensfeindliche Gebiete, wie eine Wüste, verlieren ihren Schrecken. Vom Horizont erhellen die Begriffe der Gerechtigkeit und der geschwisterlichen Verantwortung die Szenerie. Die Mahlfeier klingt im Hintergrund an.

 

 

 

Ganz anders die Geschichte von Maria und Marta (Lk 10, 38 – 42). Sie hat nicht diesen Grad der Bekanntheit und daher ist auch der Grad der Voreingenommenheit geringer. Jesus soll die Frage entscheiden, wie man ihm besser dient. Die Antwort ist deutlich: Sein Wort zu hören und anzuerkennen ist der „gute Teil“. Es geht nicht um einen Aktionismus, der sich auf bestimmte „Werke“ bezieht, sondern um die Konzentration auf das Wesentliche.

 

 

 

Lukas stellt diesen „guten Teil“ in seinem Evangelium als einen lebensfreundlichen und lebensbejahenden dar, gerade für Menschen, die sich in einer bedrängten oder als ausweglos betrachteter Situation befinden. Hier darf auch der Zusammenhang von Lukas 9, 10 – 17 und Lukas 10, 38 – 42 gesehen werden. Das Dilemma, von dem in Lukas 9, 10 - 17 berichtet wird, kommt einer Lösung dadurch näher, dass die Apostel beherzigen, was in Lukas 10, 38 – 42 gesagt wird. Sie nehmen sein Wort an und vertrauen auf seine befreiende Kraft.

 

 

 

Ökologische Bezüge

 

Geht man allgemein davon aus, dass die Ökologie die Lehre von den positiven und negativen Beziehungen der Lebewesen zur Mitwelt und deren Auswirkungen darstellt, so ergeben sich - vordergründig gesehen - nicht sofort direkte ökologische Bezüge zu den beiden ausgewählten Texten aus dem Lukasevangelium. Nimmt man jedoch den Grundtenor auf, dass Jesus der Heiland ist, der lebensfreundlich und lebensbejahend in die Welt hineinwirkt, dann wird der Hintergrund aufgespannt, der eine andere Sichtweise zulässt. Die Welt ist nicht mehr nur menschenzentriert zu sehen. Die Mitwelt rückt stärker den Mittelpunkt der Betrachtung. Ihr gelten die gleichen lebensbejahenden Zusagen. Jesus ist nicht nur der Heiland für die Menschen. Er ist der Heiland der Welt – mit allem, was darin ist.

 

 

 

In der aktuellen ökologischen Realität sind die Bedrückungen, die die Mitwelt und die Menschen ertragen müssen, vielfältig und schwerwiegend: Tiere werden häufig nicht als Mit-Lebewesen mit eigenen Bedürfnissen gesehen, sondern verdinglicht und einem reinen Kosten-Nutzen-Kalkül preisgegeben. Pflanzen werden ebenfalls unter dem Gesichtpunkt der Maximierung von Erträgen betrachtet. Ihre natürliche Struktur wird durch Eingriffe in die Gene verändert. Die Folgen davon – auch für den Menschen – sind nicht absehbar. Rohstoffe und andere Ressourcen werden verschleudert oder monopolisiert und den Gesetzen des Marktes unterworfen. Während alle Welt auf den Kampf um das Öl schaut, hat im Stillen der Kampf um das Wasser schon längst begonnen. Große Mengen von Schadstoffen werden über die Mitwelt ausgeschüttet, sodass diese in ihrem Bestand in bestimmten Bereichen gefährdet ist. Es kommen Technologien zum Einsatz, die ein erhebliches Risiko für Mensch und Mitwelt enthalten.

 

 

 

„Gebt ihr ihnen zu essen“ bedeutet Jesus den Aposteln in Lukas 9, 13. und verweist sie auf ihre Möglichkeiten und Verantwortung.

 

 

 

Liedvorschläge:

 

EG 139, Gelobet sei der Herr, Trinitatis

 

EG 262, Sonne der Gerechtigkeit, Ökumene

 

EG 659, Die Erde ist des Herrn, Erhaltung der Schöpfung, Frieden und Gerechtigkeit

 

 

 

Quellen:

 

Herrmann, Siegfried u. Klaiber, Walter: Die Schriften der Bibel. Entstehung und Botschaft, Stuttgart 1996

 

Marxen, Willi: Einleitung in das Neue Testament. Eine Einführung in ihre Probleme, Gütersloh 1963

 

Reiner Landua, Speyer

 

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