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Umdenken - Landeszentrale für Umweltaufklärung Rheinland-Pfalz

17. Jun. 07 - 11. Sonntag im Jahreskreis / 2. Sonntag nach Trinitatis

ev. Reihe V

kath. 1. L.

kath. 2. L.

kath. Evang.

 

Jes 55, 1-3b (3c-5)

2 Sam 12, 7-10.13

Gal 2, 16.19-21

Lk 7, 36 - 8, 3 oder
Lk 7, 36-50

 

Die Autorin betrachtet den Predigttext der ev. Reihe V. Stichworte: nachhaltiger Umgang mit Wasser als globale Ressource, soziale Gerechtigkeit vs. von Gott angebotener kostenloser Fülle, der Totale Markt – Leben als Ware

 

 

 

 

 

Assoziationen zum Text:

 

Zunächst lasse ich mich von den "Bildern" des Textes anregen:

 

Wasser löscht am besten den Durst. In Mitteleuropa ist es selbstverständlich, dass Wasser ständig verfügbar ist, sogar Trinkwasser zum Rasensprengen, Autowaschen, Toilettespülen. Wasser im Überfluss! - Ich sehe Frauen und Mädchen in Afrika hintereinander vom Fluss oder Brunnen kommen mit Schüsseln voll Wasser auf dem Kopf. Für sie ist Wasser kostbar, mühsam zu bekommen und selten sauber.

 

Wie wirkt sich die Privatisierung der Wasserversorgung langfristig aus? Wer nicht bezahlen kann wird zukünftig keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser haben. Es wird vermutet, dass zukünftige Kriege nicht mehr ums Öl, sondern um Wasser geführt werden. Was wäre als Kirchengemeinde, als christliche Gruppe zu tun für einen nachhaltigen Umgang mit Wasser bei uns und weltweit?

 

 

 

Über Geld spricht man nicht, man hat es. "Umsonst" ist nur der Tod. Was sagt eine Hartz IV-Empfängerin dazu? Wie sollen Menschen ihren Lebensunterhalt erwerben, wenn von der Industrie Arbeitslosigkeit bewusst produziert wird, für riesige Gewinne? Wir als Kirche sagen: die Milliarden, die für Kriege in Tschetschenien, im Irak, im Libanon und anderswo ausgegeben werden, um zu zerstören und zu töten, könnten für viele Hilfe zum Leben sein. Unsoziales Wirtschaften und zerstörerische Gewalt sind das, "was nicht satt macht".

 

 

 

"Hört doch auf mich…", so wirbt Jahwe (Vers 2). Was gibt es umsonst? Leben in seiner ganzen Fülle. Dazu verpflichtet sich Gott vertraglich (Vers 3). Wegen der Fülle des Lebens werden "Völker" auf jene sehen, die "hören" und im Bund mit Gott leben. (V. 4.5)

 

 

 

Zur Exegese – Der Text im Zusammenhang der Heilsverkündigung des Deuterojesaja:

 

Den Exodus der Erlösten aus Babylon sieht Jesaja analog zum Exodus aus Ägypten und verkündet Gottes Heil. Die Gottesknechtslieder weisen darüber hinaus: Jahwe wird Frieden schaffen und erlösen. Deuterojesaja beruft sich als erster Prophet in den Aussagen über die Rettung und Erlösung auf die Weltschöpfung: "weil Jahwe die Macht hat, das Chaos zu überwältigen, darum darf man ihn in den Bedrängnissen der Geschichte anrufen." (G. von Rad, TAT II, S. 250).

 

 

 

Materialien und Hinweise:

 

"Zugang zu Wasser ist ein menschliches Grundrecht", sagte der OeRK bei der Vollversammlung in Porto Alegre, und er will das Ökumenische Wassernetzwerk stärken. (OID Nr. 81, S. 3). Wasser darf nicht vermarktet werden, weil es ein von Gott umsonst geschenktes Lebensmittel für alle Lebewesen der Schöpfung ist.

 

 

 

"Der Kapitalismus ist angelegt auf unbegrenztes Wirtschaftwachstum auf einer begrenzten Erde; er begreift die Wirtschaft nicht als Teilsystem der Natur (in der es kein unbegrenztes Wachstum gibt). ... Der Totale Markt vermarktet die Erde und den Menschen, macht heute das Wasser und morgen die Luft und das Leben zur Ware…" (aus: OID, Wir glauben an den Gott des Friedens, Bausteine zu einem Katechismus, S. 14)

 

 

 

"Wirtschaften im Dienst des Lebens" heißt, sich sachkundig machen für einen nachhaltigen Umgang mit den von Gott geschenkten "Lebensmitteln" dieser Erde und Widerstand leisten, wo diese missbraucht werden.

 

 

 

Welche Themen und konkrete Schritte der nachhaltigen Entwicklung plant Ihre Gemeinde?

 

Susanne Käser-Ohouo, Landau

 

 

 

OID: Oekumenischer Informationsdienst, Frühjahr 2006, Stiftung Ökumene, Stuttgart

 

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