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Umdenken - Landeszentrale für Umweltaufklärung Rheinland-Pfalz

 

16.04.06 - Ostersonntag

 

 

ev. Reihe IV

kath. 1. L.

kath. 2. L.

kath. Evang.

1. Sam 2, 1-2.6-8a

Apg 10, 34a.37-43

Kol 3, 1-4 oder
1 Kor 5, 6b-8

Joh 20, 1-9 oder
Joh 20, 1-18

 

Die Autorin geht auf den Text der ev. Reihe IV und den Alternativtext zur kath. 2. Lesung (Korintherbrief) vertiefend ein und gibt weitere Anregungen zu den beiden anderen anderen Textstellen der kath. Leseordnung (ohne exeget. Einordnung). Stichworte (e): nicht beirren lassen, zuversichtlich bleiben, auch gegen rechnerische Wahrscheinlichkeiten, Spott oder Häme; das Anliegen anderen anvertrauen, aktives Gottvertrauen (k): Verantwortlichkeit im sozialen Netzwerk, Schaden in der Gemeinschaft bereits durch das Fehlverhalten Einzelner (falsch verstandene Toleranz / Versäuern des Brotteiges), Auswirkung (nicht) funktionierender Kommunikation auf die Verwirklichung von Gemeinschaft / Gemeinde, gelungene Kommunikation kann heilen

 

 

 

1. Sam 2, 1-2.6-8a

 

Exegetischer Hinweis

 

1. Das 1. Buch Samuel

 

„Was drauf steht, ist auch drin“ – weit gefehlt bei den Samuelbüchern. Man könnte zwar meinen, dass es hier um die Geschichte des Samuel geht oder man sich auf seine Autorenschaft bezieht bzw. diese suggerieren, um den Schriften eine größere Gültigkeit zu geben, aber schaut man sich den Inhalt genauer an, werden alle Erwartungen enttäuscht: Der größte Teil der beiden Bücher Samuel berichtet über Ereignisse, die nach seinem Tod stattfanden;, nur der geringste Teil handelt von Samuel selbst (1 Sam 1-8) und seine Autorenschaft ist nicht wahrscheinlich.

 

Die Bücher Samuel – eine alttestamentliche Mogelpackung? Nein, denn wir haben es hier mit einer „Umetikettierung“ zu tun. Im ursprünglichen hebräischen Text nämlich waren die Bücher 1+2 Samuel und 1+2 Könige je ein Buch. Die Übersetzer der griechischen Fassung des ATs – der Septuaginta – teilten diese Bücher in vier Bücher auf, nannten sie jedoch die Bücher 1-4 Könige. Erst in der Vulgata erhielten die vier Bücher die Namen, die sie in „unserem“ AT haben.

 

Das „heutige“ 1. Buch Samuel gehört in den Komplex der Geschichtsbücher des Volkes Israel und kennzeichnet eine wichtige Epoche des Volkes Gottes: Es beschreibt den Übergang von der Gottesherrschaft durch Männer wie Mose, Josua und die Richter (vgl. Gen/1. Mos – Ruth) zur Königsherrschaft. Geschichtlich wird diese Zeit im 12. und 11. Jahrhundert v. Chr. angesiedelt.

 

In den Büchern 2. Sam bis Esther wird dann das dunkle Kapitel Israels beschrieben: die Zeit der Fremdherrschaft(en).

 

In Kap. 1-7 des 1. Samuelbuches stehen Eli und Samuel in Vordergrund und markieren das Ende der Richterzeit. In den vorderen Kapiteln wird auf die Besonderheit und hohe Herkunft Samuels hingewiesen. Repräsentativ für die Errichtung des Königreiches treten ab Kap. 8 Saul und David auf. Zudem gibt 1. Sam wichtige Hinweise auf die drei Ämter des Volkes Israel: das priesterliche Amt (hier wird versagt), die Herausbildung des prophetischen Amtes und die Gründung des königlichen Amtes.

 

2. Die Vorgeschichte zum Lobpreis der Hanna

 

Hanna ist eine der sieben Frauen unter den 48 Propheten Israels. Ihr Jubellied hat eine leidvolle Vorgeschichte: Hanna, die „von Gott mit Huld und Gnade erfüllte", fühlt sich alles andere als begnadet. Die Grundbestimmung der jüdischen Frau – ihrem Volk einen Sohn zu schenken – ist ihr nicht gewährt. Sie ist kinderlos. Für ihren Mann Elkana ist dies kein Grund, sie nicht zu lieben. Es wird sogar hervorgehoben, dass er sie über alles liebt, mehr als seine zweite Frau Peninna, die ihm zahlreiche Kinder geschenkt hat. Aber – hier lauert der Stoff, auf den so mancher Serienschreiber neidisch wäre (Ruth Lapide bezeichnet sie sogar als „eine der schönsten frühesten Liebesgeschichten in der Bibel“) – „ihre Rivalin kränkte und demütigte sie sehr“ (1 Sam 1, 6).

 

Ihre Kinderlosigkeit macht Hanna depressiv: Sie weint, isst nichts, zieht kaum Kraft aus der Liebe ihres Mannes. Jahr für Jahr pilgert Elkana mit seiner Familie vom – so nimmt man an – heutigen Ramalla zum Stiftszelt nach Schilo, dem Vorläufer des Jerusalemer Tempels. Jahr für Jahr teilt ihr Elkana die doppelte Menge an Opfergut zu und Jahr für Jahr erntet sie bei ihrer Rivalin Spott und Häme.

 

In ihrer Verzweiflung tut sie etwas Ungewöhnliches: Die spätere Synagoge und das Gebet des Einzelnen gab es noch nicht. Sie aber tritt nach dem Essen im Stiftszelt „vor den Herrn“ (1, 9), weint und betet still, bewegt nur die Lippen. Sie verbindet ihr Gebet mit einem Gelübde: Wenn der Herr ihr, der unwürdigen Magd (wer denkt hier nicht sofort an Maria), einen Sohn schenkt, dann will sie ihn „für sein ganzes Leben dem Herrn überlassen; kein Schermesser soll an sein Haupt kommen.“ (1, 11) Ähnlich wie in den Klagepsalmen hadert sie mit Gott und verspricht, ihn zu lobpreisen, wenn er sie aus diesem Elend herausholt.

 

Eli, der Dienst tuende Priester, reagiert pragmatisch und im Rahmen seiner Vorstellungswelt: Die Frau ist wohl besoffen, sie soll verschwinden und ihren Rausch ausschlafen! Hanna wehrt sich jedoch und erläutert ihm seine Lage. So harsch Eli zuvor war, so sanft reagiert er jetzt: Er segnet sie und stellt ihr die Erfüllung ihrer Bitte in Aussicht, was auch geschieht.

 

Hanna bekommt einen Sohn und nennt ihn Samuel, Shmuel, „den von Gott Erfragten", heute würde man sagen „das Wunschkind“. Drei Jahre lang zieht sie nicht mit nach Schilo, um sich um ihren Sohn zu kümmern, als er entwöhnt ist, bringt sie ihn zu Eli, denn Samuel ist ja wegen ihres Gelübdes ein „vom Herrn Zurückgeforderter“ (1, 28).

 

Mit einem Lobpreis übergibt sie ihren Sohn in den Dienst des Heiligtums. Dieser Lobpreis wird später sowohl bei Maria (Magnifikat Lk 1, 46-55) als auch bei der Darstellung Jesu im Tempel aufgegriffen und variiert.

 

 

 

Bezug zur Nachhaltigkeit

 

Aus Hannas Lobpreis spricht ein immenses Vertrauen auf den Herrn. Sie hat sich in ihrer absoluten Schwachheit erfahren, aber die Hoffnung nicht aufgegeben, von ihrem Mann unterstützt. Der geschenkte Sohn ist nur der Anlass für ihr Lied, in dem sie als erste den Gedanken der Auferstehung im AT einführt: Der „Herr der Heerscharen“ [hiermit sind übrigens nicht die Kriegsheere gemeint, sondern vielmehr die „himmlischen Heerscharen“] führt ins Totenreich und wieder hinaus (2, 6 – vgl. auch das Apostolische Glaubensbekenntnis „hinabgestiegen in das Reich des Todes…“].

 

Ehrlich gesagt beneide ich ihre Glaubenskraft. Wenn man sich das Jahr 2005 anschaut mit seinen Katastrophen, aber auch mit den vielen kleinen und großen Beharrlichkeiten, dann wird hier ganz deutlich: Hoffnung lohnt sich. Wie so oft kommen nur die „großen“, spektakulären Hoffnungen in die Medien. Einige Beispiele:

 

· Ich schreibe diesen Artikel wenige Tage nach der Freilassung von Susanne Osthoff. Anfang des Jahres wurde die "Libération"-Reporterin Florence Aubenas fünf Monate im Irak festgehalten. In zahlreichen Mahnwachen setzten sich ihre Landsleute für sie ein, gaben die Hoffnung nicht auf. In Deutschland war dieser Einsatz eher verhalten.

 

  • Die Tsunami-Katastrophe. Viele Opfer sind traumatisiert und depressiv, vor allem, wenn sie Angehörige verloren haben. Und doch geben sie die Hoffnung auf eine Zukunft nicht auf.
  • Erdbebenhelfer versuchen so lange wie möglich, sogar über das Wahrscheinliche hinaus, Verschüttete zu finden.
  • Als die Entschuldungskampagne ins Leben gerufen wurde, glaubten viele, dass diese Idealisten nicht viel bewirken würden. Schaut man sich den politischen Prozess an, der inzwischen eingesetzt hat, wird klar: Die Hoffnung, das Dranbleiben hat sich gelohnt.
  • Oder ein Beispiel aus Hollywood: Im Film „Saint Ralph“ will der mehr als unsportliche Schüler Ralph Walker mit einem Wunder das Leben seiner Mutter retten: Er will den Boston Marathon gewinnen, trainiert unermüdlich und gibt die Hoffnung nicht auf.

 

 

Genau das ist für mich die Kernaussage des Lobpreises der Hanna: Sie schöpft ihre Kraft aus dem Gebet („denn der Mensch ist nicht stark aus eigener Kraft“; 2, 9) und geht wie selbstverständlich davon aus, dass er ihr, der Magd, der Schwachen, helfen wird. Ja – noch vielmehr: Er wird ihr einen Ehrenplatz bei den Edlen zuweisen, sie aus dem Schmutz ziehen. Bei einem solchen Gottvertrauen kann man richtig neidisch werden. Sie macht genau das, zu dem wir auch von Jesus aufgefordert werden: „Bittet und euch wird gegeben werden.“ Habt Gottvertrauen! Und es kommt nicht auf den genialen Wurf, die „Turboidee“ an, sondern auf die Hartnäckigkeit und auf die Überzeugung, es mit Gottes Hilfe zu schaffen. Und es braucht Leute, die den Rücken stärken – wie Eli und wie Elkana. Und noch etwas: Um Hilfe bitten ist erwünscht – „Mein Herz ist voll Freude über den Herrn – große Kraft gibt mir der Herr - … ich freue mich über deine Hilfe.“ (2, 1)

 

Literatur

- http://www.evangeliumszentrum.at/bs/bueb/bueb_029.htm

- Werner H. Schmidt, Einführung in das Alte Testament, 4., erw. Auflage, Berlin/New York 1989

 


1 Kor 5,6b-8 (kath. 2. Lesung)

 

Exegetische Einordnung

 

Die Paulusbriefe gehören zu den ältesten ntl. Schriften. Die heidenchristliche Gemeinde von Korinth wurde von Paulus selbst in den Jahren 50/51 n. Chr. gegründet. Von den „Leuten der Chloe“ erfährt er von der Gefahr der Gemeindespaltung und antwortet – wohl um Ostern – 55 n. Chr. brieflich. Der Gemeinde wird angesichts ihres Verhaltens gehörig der Kopf gewaschen. Unmissverständlich verweist Paulus auf die Grundpfeiler einer christlichen Gemeinde: Kreuz und Auferstehung, das Wirken des Geistes, die Ordnung in der Gemeinde und der rechte Gebrauch der Charismen / Geistesgaben.

 

Grund für die Gefahr der Spaltung sind Berichte von Unzucht / Blutschande – ein Mann lebt mit seiner Mutter / Stiefmutter ehelich zusammen. Liest man den kompletten Abschnitt – und nicht die etwas glatte Auswahl der Leseordnung – dann redet Paulus hier absoluten und zunächst wenig versöhnlich erscheinenden Klartext, gepaart mit Pragmatismus (vgl. V 10) – es klingt nicht gerade nach „Ostern“: Ein solcher Fall von Blutschande befleckt nicht nur den einzelnen und macht ihn zum Sünder, sondern die ganze Gemeinde. Die Konsequenz für den einzelnen (Sünder) ist klar: Er soll dem Satan übergeben werden (5, 5). Diese radikale Maßnahme sollte deshalb erfolgen, damit „sein Geist am Tag des Herrn gerettet wird.“ Die Auswirkungen für die Gemeinde vergleicht Paulus mit dem Prozess des Sauerteigs. Anlass für mich, diesem Bild und der Bedeutung des Sauerteigs unter dem Aspekt der „Nachhaltigkeit“ nachzugehen, und den folgenden Abschnitt, der leider nicht in der Leseordnung steht, mit einzubeziehen. In ihm erläutert Paulus nämlich den Grund seiner Haltung – aus der Nachhaltigkeit heraus.

 

 

Anregungen zum „Sauerteig“

 

1. Was ist Sauerteig?

 

Sauerteig ist eines der ältesten Verfahren, sich die Nährstoffe von Getreide aufzuschließen und haltbar zu machen. Wahrscheinlich wurde dieses Mittel zur Lockerung und Säuerung von Teig im alten Ägypten erfunden und ist im Wesentlichen ein Gemisch aus Mehl, Wasser und bestimmten Mikroorganismen. Der älteste schriftliche Nachweis steht übrigens in der Bibel: Exodus 12. Damit wäre die Existenz von Brot zur Zeit des Auszugs der Israeliten aus Ägypten (1400 - 1200 v. Chr.) belegt.

 

Sauerteigkulturen können sich voneinander in Geschmack und Aktivität unterscheiden. Das hängt von den beteiligten Mikroorganismen ab, die sich vor allem an der Schale des Getreidekorns befinden, aber auch in der Luft. Ein in San Francisco angesetzter Sauerteig kann deutlich anders schmecken als ein in München angesetzter, ein aus Roggenmehl anders als einer aus Weizen. Mit manchen Sauerteigen »geht« der Teig schneller als mit anderen.

 

Wie sich Sauerteig geschmacklich unterscheiden kann, habe ich in Äthiopien kennen gelernt. Sowohl im äthiopischen Hochland als auch in den Niederungen werden Sauerteigfladen (Injera) gegessen. Der Grad ihrer Säuerung hängt nicht nur vom Mehl (hier wird Tef, eine Art Hirse, verwendet), sondern auch vom Alter der Flade und der Höhe des Zubereitungsortes ab.

 

Nähere Informationen zu Sauerteig s. u. (Quellenangaben)

 

2. Sauerteig als Bild im Neuen Testament und als Nachhaltigkeitsmetapher bei Paulus

 

Ich habe zwei Assoziationen, wenn ich den Vergleich mit „Sauerteig“ höre: zum einen „etwas durchdringt eine Masse“, zum anderen drängt sich das jüdische Passahfest auf. Um das Mazzen, den ungesäuerten Teig für die Passah-Fladen, bereiten zu können, musste der Backtrog von allen sauren Teigresten gesäubert werden (Ex 12, 15.19 / 13, 7).

 

Jesus und seine Anhänger verwenden „Sauerteig“ als Metapher. Sie steht hier entweder für Gruppen oder Lehren mit schlechtem Einfluss (vgl. Mt 16, 12, 1 Kor 5) – heute würde man vielleicht das Bild des „Virus“ oder die „Krebszelle“ verwenden – oder positiv im Sinne von „Ansteckung“ – „mit dem Himmelreich ist es wie mit …“ (vgl. Mt 13, 33).

 

Was macht Sauerteig? Er treibt den Teig auseinander, bildet Lufträume, bläht auf. Sauerteig trennt die einzelnen Teile des Teiges voneinander. So wie etwas „Sauerteig den ganzen Teig durchsäuert und somit für die kultische Verwendung verdirbt, so macht auch der Blutschänder [in 1 Kor 5], der als Bruder inmitten der Gemeinde geduldet wird, die Gemeinde unrein.“ (Reschke). Verständlich wird diese Metapher vor dem Heilsverständnis des Paulus. Zwar ist den Christen das Heil gewiss, aber sie haben damit keine Lizenz zum ewigen Heil. Sie gefährden es, wenn sie etwas anderem größere Macht zugestehen als Christus. Daher die hier eingefügte zweigliedrige Bekenntnisformel: ER, Christus, ist für uns gekreuzigt worden und auferstanden. Aber Glaube und Heil konkretisieren sich auch in der Heilsgemeinschaft. „Glaube ist bei Paulus nie nur verstanden als individuelle Beziehung des Einzelnen zu Gott, sondern immer auch als Teilhabe an einer Gemeinschaft, die es zu schützen und zu fördern gilt.“ (Reschke) Wer als Christ diese Gemeinde gefährdet oder sich selbst durch sein Tun außerhalb stellt, der fällt zurück in den „Machtbereich der Sünde“ (vgl. Reschke).

 

 

 

Was hat das nun mit Nachhaltigkeit zu tun?

 

Ob wir uns nun die Beschlüsse von Rio anschauen oder andere in diesem Zusammenhang entstandene Beschlüsse und Verlautbarungen – Nachhaltigkeit, Ökologie meint immer das ganze „Oikos“ – das ganze (Lebens-)Haus. Das ist auch die Gemeinschaft, in der wir leben. Und hier macht Paulus ganz klar (ich beziehe hier die Verse 1-13 ein):

 

  • Gemeinschaft existiert auch, wenn wir nicht körperlich anwesend sind durch die geistige Verbindung
  • Das Verhalten des Einzelnen hat Auswirkung auf das Wohl und Verhalten der ganzen Gruppe, nur eine geringe Menge „Sauerteig“ reicht aus, um den ganzen Teig zu verändern. Das sollte uns in unserer Bequemlichkeit aufhorchen lassen (z. B. pragmatisch: Der Raucher zwingt Nichtrauchern seine Ausdünstungen auf; „Heute habe ich keine Lust, die ganzen Standby-Geräte auszuschalten“, „Der versäuft den Euro doch eh nur.“)
  • Praktiziert keinen falsch verstandenen Minderheitenschutz! Hier sind die Worte (V 9-13) des Paulus so klar, pragmatisch und illustrativ für das Vorangegangene, dass ich empfehle, sie selbst zu lesen bzw. mit in die Predigt einzufügen.

 

 

Quellenangaben

 

http://www.baecker.org/seiten/rohstoffe/sauerteig.htm

http://www.moglitronik.de/mirko/seiten/stfaq2.htm

Fotos von Sauerteigstadien: http://www.moglitronik.de/mirko/seiten/stgal.htm

In Ulm gibt es übrigens das Brotmuseum: http://www.brotmuseum-ulm.de/

Reschke, Dirk: Heilsgewißheit und Heilsgefährdung - Gerichtsvorstellungen bei Paulus.Examensarbeit zum Ersten Theologischen Examen der Evang. Kirche der Pfalz. Heidelberg 1999, Archivnummer: K20835; im Internet abrufbar unter: http://www.hausarbeiten.de/faecher/hausarbeit/thf/20835.html

 

 

 

Zum Johannesevangelium 20, 1-10; 11-18: Die Begegnung des Auferstandenen mit Maria von Magdala

 

Gelegentlich achte ich auf das, was sich zwischenmenschlich in Bibelstellen tut, welche Gruppen (nicht) miteinander kommunizieren, welche „Räume“ eröffnet werden. Im Sinne der Kommunikationstheorien von Paul Watzlawick und Friedemann Schulz von Thun ist es auch immer wieder interessant, sich zu vergegenwärtigen, mit welchen Erwartungen und Gedanken Menschen aufeinander treffen und wie sie diese kommunizieren bzw. ob und wie Kommunikation gelingt oder fehlschlägt. Stellen sie sich für die folgenden Gedanken die Szene am Jesus-Grab einmal bildlich vor – vielleicht nicht im Sinne der Oberammergauer Passionsspiele, sondern vielmehr stark reduziert / puristisch, das kann helfen, den Kern des Geschehens herauszuarbeiten.

 

  • Wie verhält sich die Gruppe Maria – Simon Petrus – „der Jünger, den Jesus liebte“ untereinander, wer hat welche Autorität und damit Glaubwürdigkeit, was resultiert daraus?
  • „Tremendum et fascinosum“ – Herannahen und Zurückweichen – Glauben und Nichtglauben an das Geschehen und an / in die Grabkammer
  • Intimität (Kosename „Rabbuni“, Namensnennungen
  • Gespräch und Gesprächspausen (vor allem bei der Begegnung Maria-Jesus)

 

 

 

 

Was hat das mit Nachhaltigkeit zu tun? – Kommunikation ist das, was ankommt.

 

Wie bereits bei der Stelle im Korintherbrief kommt mir hier der Gedanke der Gemeinschaft. Gemeinschaft funktioniert wesentlich über Kommunikation. Das, was wir sind und denken, können wir letztlich nur über unsere Körperlichkeit vermitteln, reiner Geist kann sich – solange wir uns nicht auf der feinstofflichen Ebene bewegen – nur auf diesem Weg mitteilen. Nicht umsonst erscheint der Auferstandene in einer dem Menschen wahrnehmbaren Gestalt.

 

Nun hat Kommunikation aber eine Tücke – und daran scheitert oft das gemeinsame Vorankommen, ob jetzt in der Partnerschaft, auf politischer Ebene, in Projekten: Das, was ich meine, kommt oft nicht so rüber, WIE ich es meine. Es gibt den Spruch: „Kommunikation ist das, was ankommt.“ Es wird – außer vielleicht in Lexikonartikeln, Gebrauchsanweisungen und beim Verlesen der Nachrichten – kaum gelingen, reine Sachinformationen zu senden. Mein Gegenüber interpretiert meine Nachricht vor der Summe seiner eigenen Erfahrungen. Immer schwingen auch noch andere Ebenen einer Nachricht (Schulz von Thun spricht hier von den „vier Seiten einer Nachricht“) mit: Ich offenbare etwas von mir selbst, ich versuche bei meinem Gegenüber etwas zu bewirken (Appell) und ich sende Informationen über die Beziehung, in der wir zueinander stehen. Wenn Jesus zu Maria sagt: „Maria“, dann ist z. B. die Sachebene: „Dein Name ist Maria.“, die Selbstoffenbarung: „Ich kenne dich und weiß um dich.“, die Beziehungsebene: „Wir haben eine gemeinsame Geschichte.“ und der Appell: „Verstehe und glaube, was du siehst.“

 

Es macht zwar etwas Arbeit, diese Ebenen zu sortieren, aber es kann ein Ansatz sein, zu verstehen, warum mein Gegenüber so reagiert, wie er / sie reagiert und / oder irgendwie etwas in der Kommunikation schief läuft. Dabei kann es um solch großen Dinge gehen wie das Faktum, dass die USA das Kyotoprotokoll nicht unterschreiben oder um den alltäglichen Kleinkram. Beides ereignet sich im Rahmen und in der Kommunikation von Gemeinschaft.

 

 

 

Literatur:

 

Friedemann Schulz von Thun: Miteinander Reden (es gibt inzwischen verschiedene Sondereditionen)

 

Ludger Schenke: Das Johannesevangelium, Stuttgart 1992 (Er verfolgt den Ansatz, dass es sich beim Johannesevangelium um eine Komposition nach dem aristotelischen Fünfakte-Schema eines Dramas handeln könnte)

 

 

 

Zur Apostelgeschichte Kap. 10

 

Gedanken zur Nachhaltigkeit kann man an Hand der anderen Texte genauer entfalten. Bei der Rede, die Petrus anlässlich der Taufbitte des Kornelius hält, findet sich zum einen ein weiterer Auferstehungsbericht – kompositorisch interessanter für unser Thema mit dem Johannesevangelium vertreten – und zum anderen eine Bekenntnisformel (Jesus ist gestorben, auferstanden, erschien, sendet den Geist). In Korrelation zur Stelle im Korintherbrief ist der in der Leseordnung herausgestrichene Vers 34 f. zu sehen: „Da begann Petrus zu reden und sagte: Wahrhaftig, jetzt begreife ich, dass Gott nicht auf die Person sieht, (35) sondern dass ihm in jedem Volk willkommen ist, wer ihn fürchtet und tut, was recht ist.“ Hier finden wir ein weiteres Beispiel für den Zusammenhang zwischen dem einzelnen und der Gemeinschaft.

 

Sibylle Brandl, Mainz

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