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Umdenken - Landeszentrale für Umweltaufklärung Rheinland-Pfalz

24.12.05 - Heilig Abend

ev. Reihe IV

kath. 1. L.

kath. 2. L.

kath. Evang.

Jes 9, 1-6* Jes 62, 1-5 Apg 13, 16-17.22-25 Mt 1, 1-25 oder 18-25

Apg 13, 16-17. 22-25

Die Streichung der Verse 18-21 in der von Lukas dem Paulus in den Mund gelegten Missionspredigt streicht den Geschichtsbezug des Volkes Gottes und seiner Verwurzelung in Israel um einige vermeintlich anstößige Stellen. Mit dieser Entgeschichtlichung der Heilsbotschaft schwindet zugleich ihre politische Dimension.

Sie ist im zensierten Predigttext nur noch in der Bezugnahme auf den Täufer Johannes und seine Botschaft enthalten. Auf diese wäre in der Predigt zurückzugreifen, um zur theologischen Aussage: „auch an Weihnachten kein Weg zu Jesus ohne Umkehr und Buße“ zu kommen - eine in dieser Eindimensionalität sicher eher lukanische als paulinische Aussage.

Würde die Täuferpredigt etwa als Schriftlesung in den Gottesdienst integriert, könnte die Metanoia-(=Umkehr) Botschaft für unsere Zeit ökologisch konkretisiert werden. Dabei ist vor platten Assoziationen zu warnen. Mit Hinweisen etwa auf den Lebensstils des Täufers, der sich von Heuschrecken und wildem Honig ernährte, wird allenfalls eine Mischung aus Befremden und Bewunderung erzeugt. Hingegen ist für die an Weihnachten zu erwartende Gemeinde eher der Evangeliumscharakter der Buße zu betonen. Das Thema Ökologie und Nachhaltigkeit böte sich insofern an, weil hier in exemplarischer Weise gezeigt werden kann, dass das bessere Leben auch das schönere ist. Ökologisch orientierte Predigt ist nicht immer zuerst Gesetzespredigt. Evangelium predigen heißt hier: „Sieh doch mal, Mensch, wie weit du dich von dir selbst entfernst, wenn du Gottes gute Schöpfung kaputt benutzt. Wie gut kann es dir gehen, wenn du in und mit der Schöpfung so lebst, dass auch die Generationen nach dir das noch können.“

Überzeugend wäre es, wenn der/die Predigende an selbst gemachten Erfahrungen in Bezug auf Konsumverhalten, Wahl der Verkehrsmittel oder der Energieversorgung, dem Freizeitverhalten, etc. zeigen könnte, wie ein ökologisch orientierter Lebensstil nicht einfach nur moralische Pflicht ist, sondern eben auch Freiheit und Erfüllung schenkt.

Über eine wirklich exemplarische Randbewertung dürfte das aber nicht hinausgehen, weil die Hauptrichtung des Textes eindeutig in eine andere Richtung geht.

Oliver Albrecht, Niedernhausen

 

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