Der frühere Bundesumweltminister Klaus Töpfer, Chef der UN-Umweltbehörde UNEP in Nairobi/Kenia, sagte im Oktober 2003 bei der Weltkonferenz zum Klimawandel in Moskau: »Am Ende dieses Jahrhunderts könnte unser Planet als Folge der ansteigenden Emission von Treibhausgasen völlig anders aussehen: Viele kleine Inseln wären verschwunden, die Arktis bliebe monatelang eisfrei, landwirtschaftlich genutzte Gebiete wären dramatisch verändert und unsere Öko-Systeme wären bedroht wie nie zuvor.« Dabei seien Entwicklungsländer besonders gefährdet. »Unsere Kinder und Enkel würden nicht verstehen, warum wir das zulassen konnten«, redete Töpfer den Delegierten in Moskau ins Gewissen.
Von ökologischen Katastrophen zu reden, heisst immer, von der Unbewohnbarkeit der Erde für den Menschen zu sprechen. Es sind durch die Eingriffe des Menschen in die Natur oder durch die Wechselwirkungen in der Ökologie verursachte Zustände der Umwelt, die für uns drastisch spürbar werden, weil
- Trinkwasser nicht mehr ausreichend zur Verfügung steht,
- fruchtbare Böden unwiderruflich durch Erosion zerstört sind,
- Fluten und Lawinen Regionen unbewohnbar machen,
- Nahrungsmittel ungeniessbar werden,
- Krankheiten nicht mehr behandelbar sind.
Zu den ökologischen Bedrohungsszenarien der Gegenwart gehören die großklimatischen Prozesse, deren Auswirkungen in Gestalt von vermeintlichen »Natur«-Katastrophen rund um den Globus spürbar werden: Dürre und Hochwasser, Bodenerosion, chemische Belastungen von Gewässern und in der Atemluft, Strahlungs- und Ruß-Emissionen sind womöglich nur die Vorzeichen künftiger Öko-GAUs.
Gegenwärtig leben rund sechs Milliarden Menschen auf der Erde. Mitte dieses Jahrhunderts dürften es über zehn Milliarden werden. Und jeder Erdenbürger soll natürlich all den Konsummüll produzieren dürfen wie gegenwärtig in Nordamerika oder Westeuropa: Jederzeit an jeden Ort gelangen und stets überall alles konsumieren können. So werden wir uns zu Tode amüsieren. Aber Hauptsache es macht Spaß. Die Folgen dieser dümmlichen Wohlstandsperspektive sind bereits absehbar. Industrie- und Fahrzeugabgase führen schon zu merklichen Klimaänderungen . Die mittlere Lufttemperatur steigt an mit der Folge, daß Wetterextreme häufiger werden, das Eis zu schmelzen beginnt und der Meeresspiegel ansteigt. Und die Verdünnung der Ozonschicht führt nicht nur vermehrt zu Hautkrebs, sondern schädigt auch die Pflanzen. Eine Verminderung des Meeresplanktons wird den Sauerstoffgehalt sinken und den Kohlendioxidanteil in der Atmosphäre weiter wachsen lassen. Die Menschen und viele weitere höhere Lebensformen könnten aussterben. Die natürliche Evolution wird allerdings weitergehen und neuem Leben eine Chance zur Entfaltung geben. Ingo Tessmann 1/31/2000 TU Hamburg Harburg (http://www.tu-harburg.de/rzt/rzt/it/Phil_Neu/node14.html)
