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Umdenken - Landeszentrale für Umweltaufklärung Rheinland-Pfalz

Christa Müller

Stiftung Interkultur, München

 

Interkulturelle Gärten: Lokale Player an der Schnittstelle von Sozialer Integration und Nachhaltigkeit 

Obwohl die international geführte Debatte über Nachhaltigkeit mit univer­salistischen Kategorien geführt wird, sind doch die globalen und lokalen Dimensionen, die in ihr stecken, noch längst nicht überzeugend miteinander verknüpft. Das wird insbesondere deutlich an der Frage der mangelnden Einbindung von interkulturellem Wissen – und ihren TrägerInnen, den MigrantInnen – in die aktuellen Diskussionen bzw. spe­ziell in die ökologische Bewegung.

Meine These dabei lautet: Das Paradigma der Nachhaltigkeit könnte mehr Wirkmacht entfalten und auch breitere Teile der Öffentlichkeit für seine Relevanz interessieren, wenn es interkulturell verknüpft und kommuniziert wird.

Nachhaltigkeit und die um diesen Begriff herum angesiedelte soziale Pra­xis könnten gerade auch im Hinblick auf die notwendigen sozial-kulturellen Umgestaltungsprozesse auf mehrfache Weise fruchtbar gemacht werden. Zum einen birgt dieser global und lokal wirksame Kontext eine Möglichkeit für MigrantInnen, ihr lokales Wissen, dem die materielle Grundlage (Loka­lität) entzogen wurde, in einen gesellschaftlich relevanten Diskurs des Ein­wander­ungslandes (Ökologie) einzuspeisen und sich auf diese Weise hier zu verorten. Andererseits wird durch die von MigrantInnen einge­brachten Aspekte, auf die ich später noch genauer eingehen werde, der Ökologie­diskurs um neue Wissens- und lebensweltliche Facetten berei­chert. Er erhält zugleich eine größere alltagspraktische Gestaltung und damit eine komplexere kulturelle Bedeutung. Auf der anderen Seite lernen die MigrantInnen über ihre in hiesige Praktiken und Wissensformen einge­betteten Aktivitäten, sie sich habituell anzueignen (vgl. Müller/Werner 2003).

Ich möchte diese Programmatik verdeutlichen am Beispiel eines interkul­turell und ökologisch ausgerichteten Projekts von MigrantInnen und Migranten – den Internationalen Gärten Göttingen e.V. (Müller 2002; Shimeles 2002). 1996 entstanden als Gartenbauprojekt von bosnischen Flüchtlingsfrauen, entwickelte sich das Konzept von den Internationalen Gärten nach und nach aus der Praxis heraus. Heute nutzen allein in Göttingen 300 Frauen, Kinder und Männer aus 20 Nationen rund 12.000 Quadratmeter Fläche in fünf Gärten für den biologischen Anbau von Obst, Gemüse und Kräutern sowie – und das ist das Innovative an diesem Pro­jekt – für aus den Subsistenztätigkeiten unmittelbar hervorgehende soziale, kulturelle und Bildungsaktivitäten. Die Bedeutung der Gärten ist auf unterschiedlichen Ebenen angesiedelt: Zum einen gehen von ihnen Impulse für zukünftige Formen der Neuverwurzelung von MigrantInnen und Migranten sowie für das Entstehen einer bereichernden kulturellen Vielfalt im Einwanderungsland Deutschland aus. Zugleich ermöglichen die Subsistenzpraktiken den MigrantInnen, ihr Leben wieder in die eigenen Hände zu nehmen.

Was an dieser Stelle von besonderem Interesse sein soll, ist die Ebene der Bereicherung der stagnierenden Bemühungen um eine nachhaltige Um­gestaltung von Lebensstilen, in denen gesellschaftlich wenig dominante Gruppierungen wie Migranten oder Frauen als gestaltungsmächtige Stich­wortgeberinnen fungieren können. Die in den Internationalen Gärten praktizierte Kombination ökonomischer, ökologischer und sozialkultureller Elemente, die Vielfalt der Anbaumethoden und des Handwerks sowie die Entstehung neuer interkultureller Kommunikationsformen, das öffentliche Zeigen und Praktizieren der Herkunftskulturen – nicht ihr Verstecken oder Vergessen – schaffen vielfältige Wirkungen nach innen und außen, die so­wohl die Eigen- als auch die Fremdwahrnehmung von MigrantInnen in der Bundesrepublik verändern.

Die GärtnerInnen bauen in erster Linie das an, was ihnen von zu Hause her vertraut ist. Ob die Keimlinge angehen oder nicht, wie die Pflanzen wachsen, was sie benötigen und wie sie später aussehen; all das liefert den Flüchtlingen Informationen über den Boden, auf dem sie jetzt leben und über die Menschen, die hier ansässig sind. Die Experimente, die die GärtnerInnen mit Pflanzen und Saatgut durchführen, sind dabei zugleich soziale Experimente. Wenn es das persische Saatgut nicht schafft, im schweren niedersächsischen Boden zu keimen oder das kurdische Korian­derkraut unter der Gießkanne ertrinkt, machen die MigrantInnen interak­tive Erfahrungen mit ihrer neuen Heimat – und sie generieren Wissensbe­stände, die es ihnen ermöglichen, ihre mitgebrachten Kompetenzen und kulturellen Besitztümer zu bergen und neu zu verknüpfen.

Integration erschöpft sich eben nicht in gut gemeinten Appellen oder er­wachsenenpädagogisch motivierten Beratungsangeboten. Die Einwanderungsdebatte wird in Deutschland nach wie vor auf reduktionistische Weise als arbeitsmarktpolitische Debatte geführt. Para­doxerweise beklagt man zugleich, dass sich zunehmend mehr Ein­wanderInnen aus ethnisch homogenen Communities wie z.B. der türkischen - und insbesondere die Frauen unter ihnen - dem Erlernen der deutschen Sprache bzw. angeblich „der Modernität“ schlechthin verwei­gern. Fundamentale Kenntnisse der deutschen Sprache sind eine ele­men­tare Voraussetzung für Integration – nur erlernt sich Sprache nicht allein im Kurs. Ein erfolgreicher Spracherwerb benötigt eine Einbettung in sinn­stiftende soziale Zusammenhänge. Wer diese Zusammenhänge nur im Lohn­arbeitsbereich erkennt, übersieht einen beträchtlichen Teil der zuge­wanderten Bevölkerung. Denn Gradmesser für Integration ist immer noch der vermeintliche „Normalfall“ einer lebenslangen und lebens­strukturierenden Erwerbsbiographie, die ihrerseits jedoch in der so­ge­nannten nachindustriellen Moderne längst nicht mehr zum selbstver­ständ­lichen Ausstattungsrepertoire aller Gesellschaftsmitglieder gehört.

Was geschieht mit all den Menschen, deren reale Existenz nicht an den Erwerbsarbeitsprozess gekoppelt ist? Und was passiert mit den sozialen und kulturellen Ressourcen, die diese Menschen mitbringen, die aus nicht- oder anders industrialisierten Ländern kommen und keine Sozialisation als potenzielle Lohnarbeiter durchlaufen haben? Was ist mit den Frauen in diesem Land, die über andere sprachliche und kulturelle Hintergründe ver­fügen? Und welche Perspektiven eröffneten sich, würde man Integrations­konzepte entwickeln und fördern, die auch an diejenigen sozialen Kompe­tenzen anknüpfen, die sich nicht in erster Linie in der Er­werbsarbeit ver­werten lassen?

Richtet man nämlich den Fokus weg von den vermeintlichen Defiziten der vermeintlich Anderen, weg von äußeren Attributen wie Kopftüchern oder Muezzinrufen und beleuchtet die alltäglichen Überlebensstrategien und die Gestaltung des Alltags der eingewanderten Frauen, Kinder und Männer, wird erkennbar, dass längst auch transkulturelle Räume entstanden sind, in denen höchst eigene Formen von Integration im Kontext multi­eth­nischer Identitätsbildung erfunden und praktiziert werden - und zwar nicht, wie viele annehmen, ausschließlich über Erwerbsarbeit, son­dern vielmehr auch und gerade über „gebrauchswertorientiertere“ Zu­gänge zur sozialen Realität.

Kurz: Es braucht Orte, an denen Integration als konkrete Praxis erfahrbar und in den Blick genommen wird. Das Erkennen des Fremden im Eigenen und des Eigenen im Fremden als zentrale Voraussetzung für interkulturelle Begegnung setzt Souveränität voraus: Die Eigenversorgungs- oder Sub­sistenzpraxis in den Internationalen Gärten verleiht ihren Akteuren die Souveränität, die sie benötigen, um Anderen als Gleiche begegnen zu können. Sie haben etwas in der Hand: selbst Geerntetes oder selbst Her­gestelltes, das sie verschenken können oder zu dem sie einladen. Damit können sie zugleich anknüpfen an die Alltagskultur der Gastlichkeit, in denen viele von ihnen aufgewachsen sind.

Etwas geben zu können, das bedeutet zum Beispiel für die Flüchtlinge unter den MigrantInnen, ihren häufig reduzierten Status verlassen zu kön­nen. Vom aktiven Tätigsein abgeschnitten und ein Leben als Empfänger von Sozialleistungen führen zu müssen, ist für viele eine Erfahrung von Exklusion. Frauen unterliegen dabei häufig einem doppelten Ausschluss durch soziale Zuschreibungen und reale Gewaltverhältnisse: Ihr Be­wegungs­radius ist eingeschränkt; ihre Treffpunkte sind nicht die öffent­lichen Orte, sondern beengte Wohnungen.

Die Gärten dagegen bilden einen Raum, in dem die kulturspezifischen Imaginationen von Privatheit und Öffentlichkeit nur bedingt gelten. Hierhin können gerade auch Frauen gehen, ohne in der Ökonomie der Ehre patri­archaler Familienverbände als Verliererinnen dazustehen. Eine nicht uner­hebliche Zahl von Frauen, speziell aus islamischen Ländern, ist im wider­sprüchlichen Kontext des Exils mit der schweren Bürde befrachtet, als Garanten der "Tradition" zu agieren. Die Internationalen Gärten Die Inter­nationalen Gärten ermöglichen dagegen Aushandlungsprozesse, die das Ge­schlechterverhältnis ebenso betreffen wie den Umgang mit Kindern oder die Rezeption von Medien. Diese Aushandlungsprozesse führen dazu, dass sich in den Gärten neue Werthaltungen entwickeln, die sich u.a. in wachsendem Selbstbewusstsein oder in einer größeren Anerkennung von Frauen äußern - nicht zuletzt deshalb, weil im Exil deutlich wird, dass es in hohem Maße die Frauen sind, die die Versorgungsarbeit und die soziale Praxis der Gegenseitigkeit aufrechterhalten und gestalten. Damit gibt der Kontext der Internationalen Gärten Frauen Gestaltungsmacht und verleiht der Subsistenzproduktion und ihren Protagonistinnen gesellschaftliche Sicht­barkeit. Zugleich werden in diesem Kontext wertvolle Erfahrungen gemacht und teilweise reaktiviert - die auch für berufliche Orientierungs­prozesse eine weit reichende Bedeutung haben können.

Die Internationalen Gärten Göttingen sind heute ein anerkanntes Projekt der interkulturellen Integrationsarbeit sowie des bürgerschaftlichen Enga­gements. Die Gründe für den großen Integrationserfolg der Inter­nation­alen Gärten sind vor allem in ihrer spezifischen Positionierung in "Zwischen­räumen" zu suchen: Anders als andere Integrationsprojekte bilden die selbstinitiierten und -verwalteten Gärten in mehrfacher Hinsicht eine (keinesfalls mit einer Einbahnstraße zu verwechselnde) Passage bzw. einen durch ihre eigene Praxis sich bildenden Übergang zwischen dem Herkunfts- und dem Aufnahmeland der GärtnerInnen sowie zwischen ihrer biografischen Vergangenheit und ihrer Gegenwart.

„Das Zusammenspiel mehrerer Faktoren macht die Interkulturellen Gärten zum privilegierten Ort der Produktion inter- oder transkulturellen Wissens. Dass dieses quasi als ein ‚Nebenprodukt’ des Anbaus verschiedener Gar­tenfrüchte entsteht, ist vielleicht auch ein wesentlicher Grund für die Pro­duktivität der hier stattfindenden Prozesse. Die Aktivitäten bzw. die soziale Praxis in den Gärten berührt die unterschiedlichsten Ebenen, und darin liegt zugleich ihre Besonderheit: Die praktische Ebene des gemein­samen Anbaus von Gartenfrüchten schließt auch das Teilen und Organisieren von Raum-Zeit und die kulturelle Repräsentation und Refle­xion des "Eigenen" gegenüber den jeweils anderen Kultur- bzw. Sinnzu­sammenhängen ein. Dieses öffentlich stattfindende und daher auch (zu­mindest mikro-)politisch bedeutsame Spiel kultureller Repräsentation gibt den beteiligten kulturellen Gruppen die Möglichkeit des Bergens ihrer eigenen kulturellen Besitztümer, die nun in Prozessen des Vermittelns, Verhandelns und Anerkennens in Beziehung zu anderen gesetzt werden. Die hier vollzogene Bewegung ist also - und das ist signifikant - eine doppelte: Zum einen sind bei den beteiligten Akteuren Prozesse des Be­wahrens und der Abgrenzung ihrer eigenen kulturellen Identität zu beo­bachten. Andererseits geht damit eine reflexive Verortung dieser eigenen kulturellen Position in einer interkulturellen ‚Landkarte’ einher. Es scheint, dass genau diese Dialektik des Wieder-(Er-)Findens und der Neuverortung des eigenen Kulturrepertoires in Relation zu Anderen einen höchst effektiven Lernmechanismus von Selbst- und Weltaneignung in Gang setzt. Dass dieser die intelligentere Alternative zu den eindimensional ar­gumentierenden Leitkulturvisionen darstellt, liegt auf der Hand, denn auf der Ebene des Individuums resultiert aus obigem Prozess die Ver­breiter­ung seiner Möglichkeitsräume. Durch den Umstand, die eigene Geschichte und die eigene Würde bewahren zu dürfen, ohne dies in einer defensiven Pose "einklagen" zu müssen, gewinnen die Einwanderer die Möglichkeit, einen aktiven gesellschaftlichen Beitrag leisten und eigene Lebens- und Erfolgsziele formulieren und umsetzen zu können.

Führt man sich das soziale Geschehen in den Gärten vor Augen, beein­druckt die Eleganz der dies- und jenseits der vielen Grenzen im "Patch­work" des unentwegt verhandelten Mit- und Gegeneinanders vollzogenen Prozesse, etwa des Raum-Zeit-Managements, der Zusammenarbeit, der Konfliktschlichtung und anderer Aufgabenstellungen. Wir finden es daher nicht übertrieben, die Interkulturellen Gärten aus diesem Blickwinkel als eine ‚lernende Organisation’ zu betrachten, die ohne starre hierarchische Setzungen auskommt und dabei höchst produktiv ist.“ (vgl. Werner/Müller 2003)

Die Produktivität entsteht insbesondere in den Feldern, die ein Anknüpfen an bedeutsame biographische Ereignisse der GärtnerInnen zulassen. So bedeutet das Anknüpfen an den Agraralltag vieler Herkunftskulturen, eine Verbindung herstellen zwischen den verlassenen und den neuen Orten. Es ist das vertraute Aussehen der Pflanzen, das der eigenen Geschichte Gestalt verleiht. Wie die Pflanzen, so verwurzeln sich auch die Menschen nach und nach in den Gärten, in Göttingen, in Deutschland – nicht zuletzt auch über ihren eigenen Beitrag zum (Über)leben. Frau Abid, die 46-jährige Vorsitzende des Vereins Internationale Gärten, verdeutlicht, wie wichtig der Zugang zu hochwertigen Lebensmitteln für ein würdiges Leben im Exil ist:

„Bei uns zu Hause war alles bio, alles frisch. Hier leider nein. Hier ist viel Gift im Essen. In Bagdad ist überall Markt, und jeden Morgen kommen die Sachen frisch. Die Hühner leben noch auf dem Markt. Hier ist bio sehr teuer. Das kann ich nicht bezahlen. Wenn meine Eltern Brot gekauft haben, haben sie erst die Weizensorte ausgesucht, und wenn es nicht ge­schmeckt hat, haben wir das Brot zurückgegeben und neues bekommen. Manche Deutsche denken, wir haben arm gelebt, aber wir haben nicht arm gelebt. Hier leben wir arm. Wir können uns gutes Essen nicht leisten.“

Gutes Essen, das heißt für Frau Abid, Gründungsmitglied der Internationalen Gärten, einen Zugang zu haben zu frischen, wenig verar­beiteten Lebensmitteln aus nicht industrialisierter Landwirtschaft. Für viele MigrantInnen stellen sie eine der raren Kontinuitäten in ihren fragmen­tierten Biographien dar und sind damit zentrale Voraussetzung für ein ak­zeptables Leben im Exil.

Die Aktiven der Internationalen Gärten stellen immer wieder fest, dass viele Migrantenfamilien nicht nur Interesse an ökologischen Produkten und gesunder Ernährung, sondern auch an guter Luft, sauberem Wasser und Boden sowie an weiterführenden Umweltfragen haben. Sie stellen aller­dings auch fest, dass gerade Nicht-Deutsche nur sehr unzulänglich über Umweltfragen und Umweltpolitik informiert sind. Internationaler Gärten-Koordinator Tassew Shimeles:

"Aus unserer Erfahrung ist von Seiten der Umweltverbände und staa­tlichen Institutionen wenig unternommen worden, Migranten und Flücht­linge in das Thema Umweltschutz zu integrieren, da ihnen die sprachlichen und kulturspezifischen Erfahrungen und didaktisch angemessene Vermitt­lungs­methoden fehlen."

Die Ausschreibung des Bundesumweltministeriums (BMU) „Der Boden lebt“ war ein willkommener Anlass, innerhalb des Projektzusammenhangs des Vereins Internationale Gärten ein experimentell angelegtes Umwelt­bildungsprojekt zu initiieren, das an der Schnittstelle von ökologischen und interkulturellen Fragestellungen angesiedelt ist. Der Verein erar­beitete den Vorschlag, über einen Zeitraum von sechs Monaten selbst initiierte und durchgeführte Kleinprojekte zu den Themenkomplexen Na­turschutz, Nachhaltige Entwicklung und weltweite Gerechtigkeit durchzu­führen und nannte diesen Prozess „Lebendiger Boden - lebendige Vielfalt“.

Während der Zugang zur Ökologiefrage für viele Menschen in Deutschland äußerst voraussetzungsreich ist - Ökologie wird in der Regel als partiell luxuriöses Mittelschichtsthema rezipiert - ist die Praktizierung eines ökologischen Lebensstils bei den Migranten der Internationalen Gärten mehr integraler als bewusster Bestandteil ihrer Alltagspraxis: Sie haben häufig kein Geld, um zweimal im Jahr in Urlaub zu fliegen, sie benutzen in Ermangelung eines PKWs überdurchschnittlich häufig den öffentlichen Per­sonennahverkehr, sie kaufen gern naturnahe Lebensmittel bzw. bauen sie selber an und bereiten sie in gemeinschaftlichen Aktionen zu. In den Internationalen Gärten werden die geernteten Lebensmittel bevorzugt vor Ort, also auf der Feuerstelle zubereitet, sobald es das Wetter erlaubt.

Außerdem beanspruchen sie - auch aufgrund ihrer minder individualisierten und stärker gemeinschaftsorientierten Identitäten - weniger Wohn- und damit Siedlungsfläche als der „eingeborene Durch­schnittsbürger Deutschlands“.

Die Migranten praktizieren also das, was man einen "nachhaltigen Lebens­stil“ nennt - auch wenn er tendenziell eher aus der materiell vorgefundenen Lage als aus einem "übergeordneten Bewusstsein" resul­tiert. Der Lebensstilsoziologe Fritz Reusswig führt die Krise des gesell­schaftlichen Naturverhältnisses nicht auf singuläre Ursachenfaktoren zurück, sondern koppelt sie an die Lebensweise einer ganzen Gesellschaft: an die Formen der "...Produktion, Konsumtion, politischen Regulation und kulturellen Deutung der Verhältnisse von Individuen und Gesellschaft zur Natur." (Reusswig 1994:126) Als charakteristisch für die Lebensweise der modernen Gesellschaft sieht Reusswig die weit verbreitete Gleichsetzung von wirtschaftlichem Wachstum und individueller Ressourcenvermehrung mit Fortschritt, Wohlstand und Wohlbefinden an. Nicht zuletzt weil die der­zeit existierenden pluralen Lebensstile eng mit der Identität von Men­schen verknüpft sind, tritt Ökologie, so Reusswig, nicht als homogener Ein­stellungs- und Verhaltensblock in die sozialen Milieus ein, sondern ist selbst vielfältig fragmentiert und gebrochen; das Stichwort lautet hier: "Pluralismus ökologisch ambivalenter Patchwork-Lebensstile".

Reusswig schlägt vor, an diesen, in sich widersprüchlichen Verhaltensweisen und Lebensstilen anzuknüpfen und sie sowohl auf der Ebene der Verstärkung bereits vorgenommener Änderungen als auch auf den politischen Rahmensetzungen einem "differenziellen Ökologisierungs­prozess" zu unterziehen. Der gewissermaßen genuin ökologische "Lebens­stil" der Internationalen GärtnerInnen prädestiniert sie dazu, einen wichtigen Beitrag zur (stagnierenden) Ökologiedebatte beizusteuern - nicht zuletzt aufgrund der engen Verknüpfung von ökologischen Hand­lungsformen mit den sozialen Prozessen der Vergemeinschaftung und Identitätsbildung, die im Kontext der Internationalen Gärten praktiziert werden.

An genau dieser Schnittstelle setzt das Göttinger Umweltbildungsprojekt "Lebendiger Boden - lebendige Vielfalt" auch an. Selbstdefinierte Aufgabe des Pilotprojekts ist, im städtischen und ländlichen Raum Göttingens lebende Migranten- und Flüchtlingsfamilien, die einen gesicherten Aufent­haltsstatus haben und auf Dauer hier leben werden, in die aktuelle nationale und internationale Umweltdiskussion zu integrieren und dabei gleichzeitig die in die unterschiedlichen Herkunftskulturen eingebetteten Praktiken des Umweltschutzes freizulegen und Verknüpfungen zum „deut­schen“ Umweltschutz herzustellen.

Ein erster Ansatzpunkt ergab sich über den Wunsch nach Vermittlung und Nutzung vorhandenen Wissens, der an der Frage aufgehängt wurde: Wenn keine gemeinsame Kultur oder Sprache vorhanden ist, kann man dann ökologische Inhalte über gemeinsame Naturerfahrung vermitteln? Und kann auf diese Weise den diversen Erfahrungswelten der Beteiligten Kontinuität verliehen werden? Der Begriff von der „grünen Sprache der Völker“ als kulturübergreifendes Erfahrungs- und Verständigungsfeld war geboren und wurde zur Programmatik des Göttinger Umweltbildungskon­zeptes „Lebendige Böden – lebendige Vielfalt“.

Die TeilnehmerInnen des Umweltbildungsprojekts „Lebendiger Boden, lebendige Vielfalt“ trafen sich über einen Zeitraum von einem halben Jahr zweimal wöchentlich in einem der Gärten oder im Göttinger Migrations­zentrum. Zu Anfang einigten sich alle TeilnehmerInnen auf folgende the­matische Schwerpunkte:

·        Die Rolle der Religionen bei der Formung des Bewusstseins und des Han­delns

·        Die Verbannung der Natur aus dem Bewusstsein

·        Die Veränderung der Natur durch menschliche Tätigkeit - Natur und Kultur

·        Boden als kostbares Gut, Bodennutzung durch den Menschen

·        Wasser und Leben

·        Erarbeitung und Reflexion der heilenden Wirkung des Bodens unter Be­zugnahme auf die im Projekt vorhandenen traumatischen Erfahrungen.

 

Die Methode, die die Internationalen GärtnerInnen entwickelten, lautet: Durch Wissensvermittlung und selbstinitiierte und durchgeführte Klein­projekte Prozesse der gegenseitigen Selbstförderung entstehen zu lassen, die die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dazu befähigen und motivieren, am Natur- und Umweltschutz in Deutschland zu partizipieren und sich als Teil der "Einen Welt" zu begreifen, die des Schutzes aller bedarf.

Diese komplexe Positionierung steht programmatisch für das Projekt Internationale Gärten: Es gelang im Kontext des Umweltbildungsprojektes, in den Flüchtlingen, also in zunächst selbst des Schutzes Bedürftigen, die Erkenntnis in die Notwendigkeit aktiven Um­weltschutzes zu wecken, was ihnen zugleich ermöglichte, die Opferper­spektive zugunsten einer Akteursperspektive zu verlassen.

Das Wissen der MigrantInnen und Migranten, ihre sozialen und kulturellen Kompetenzen, die sie aus ihren Herkunftsländern mitbringen, sind gefragt, um ein gesellschaftlich relevantes Thema in der Aufnahmegesellschaft zu bearbeiten und damit zugleich einen relevanten Beitrag zur Frage der Integration zu leisten. Ihnen selbst ermöglicht das Projekt, unterbrochene Fäden wieder aufzunehmen; z.B. den vertrauten Bezug zur Natur und mit ihr die verbundenen Tätigkeiten wiederherzustellen.

Dem Arbeitsprozess im Umweltbildungsprojekt zugrunde lag die zentrale Motivation, die Projektkoordinator Tassew Shimeles auf diesen Punkt bringt: "Man muss Gemeinsamkeit herstellen, wenn sie nicht vorhanden ist." Die TeilnehmerInnen arbeiteten mit folgenden Methoden, die sie zu­vor in einem aufwändigen Abstimmungsprozess gemeinsam erdachten und festlegten:

·        reflexive, lebensgeschichtliche Erzählungen im öffentlichen Raum

·        subjektive, biographieverbundene Naturbeobachtungen

·        systematische und vergleichende Naturbeobachtungen

·        Generierung und vergleichende Auswertung von Erfahrungswissen

·        Besichtigungen von Fachbetrieben, Initiativen und Institutionen im Be­reich des Umweltschutzes.

 

Die Internationalen GärtnerInnen bringen in den Prozess der Auseinander­setzung miteinander und mit Natur Wissensressourcen aus dem eigenen Erfahrungshintergrund ein - das Wissen also, das in der Ethnologie und Sozialanthropologie als „lokales“ oder „indigenes Wissen“ bezeichnet wird (vgl. Antweiler 1998; Long/Long 1992). Dieses Wissen ist eng verflochten mit sozialen Landschaften und Kulturlandschaften, mit den einzelnen Bio­graphien sowie mit politischen und historischen Ereignissen. Es ist Wissen über Pflanzenschutz und Bodenfruchtbarkeit, über die Heilwirkungen von Pflanzen oder über die konkret beobachtbare Veränderung von Land­schaften durch menschliche Eingriffe in die Natur.

Lokales Wissen unter den Bedingungen des Exils zu rekonstruieren ist nicht nur ein bedeutsames biographisches Ereignis, sondern auch ein soziales Experiment und eine zentrale, interkulturelle Integrationserfah­rung, die die Schnittstelle der Wissens- und Kompetenzgenerierung in den Internationalen Gärten ausmacht.

 

Neben den vielfältigen Umweltbildungsaktivitäten lag der methodische Schwerpunkt der Wissensgenerierung im Projekt „Lebendiger Boden – lebendige Vielfalt“ in kommunikationsgestützten Verfahren der Vermitt­lung von Erfahrung. Die TeilnehmerInnen berichteten bei den regelmäßigen Treffen über ihnen persönlich bekannte kulturelle Praktiken zur Feier der Fruchtbarkeit oder auch zum Schutz der Natur. Viele Pro­jektteilnehmerInnen sammelten in öffentlichen Bibliotheken Daten über die Naturgrundlagen und Geographie ihrer Herkunftsländer und stellten sie anschließend in den Arbeitstreffen vor.

Gemeinsam wurde die ökologische und ökonomische Bedeutung der unterschiedlichen kulturellen Praktiken herausgearbeitet; man stellte Überlegungen über den Zusammenhang von Ökologie und Politik, von Ressourcenknappheit und dem Kampf um Land an.

Die TeilnehmerInnen entdeckten eine Menge kulturübergreifender Über­einstimmungen sowohl in ihren eigenen Biographien als auch in der Be­schreibung von Naturvorgängen. So fanden sie heraus, dass der Begriff "Erosion" sowohl in der kurdischen als auch in der amharischen Sprache bedeutet "das Gesicht der Erde abkratzen". Aufforstung bedeutet in bei­den Sprachen: "der Erde ihr natürliches Kleid zurückgeben". "Wenn du das Gesicht der Erde pflegst, dann wird die Erde - wenn du stirbst - deinen Körper ebenso gut pflegen", erinnert sich eine Teilnehmerin an den All­tagsdiskurs in ihrem Heimatland.

In diesen Sitzungen wurden die unterschiedlichen Repräsentationen von Kulturen und Identitäten transparent. So konnte Herr Tahsin, ein Kurde, dessen Geschichte in Deutschland kaum jemand kennt, über die Themati­sierung seiner Biographie und die erzählerische Darstellung seines Besitzes an Land und Tieren und seiner Einbettung in den dörflichen Zu­sammenhang seine Identität als kurdischer Bauer vermittelbar machen und damit rekonstruieren.

Die Internationalen GärtnerInnen lernen aus der Distanz heraus die eigene Agrarkultur besser verstehen und können sich aus der enteigneten Posi­tion als Flüchtlinge wieder einen eigenen Standpunkt erarbeiten, der ihnen die Souveränität gibt, sich auf produktive, gebende und gestaltende Weise einzubringen. Diese innovative Form der Integration wird im konkreten und zugleich im übertragenden Sinne im Kontext der Umweltbildung in den Gärten praktiziert. Sie ermöglicht es den Menschen, durch die Über­nahme von ökologischer Verantwortung einen neuen Zugang zur Welt als Heimatort zu finden und damit einen Standpunkt einzunehmen, der nicht mehr ausschließlich auf der Identifikation mit der verlorenen Herkunfts­kultur beruht.

Auch Frau Mohammad verleiht ihrer Geschichte ein Gesicht. Das Umwelt­bildungsprojekt gibt ihr die Möglichkeit, sich über ihr Wissen – in diesem Fall Wissen über regionale Konservierungstechniken, die im urbanen Kontext nicht mehr gefragt sind – neu zu präsentieren. Das situierte Wis­sen, das in der Göttinger Etagenwohnung von Frau Mohammad nur noch nostalgischen Wert hat; kann im Kontext der ökologischen Diskussionen um alternative Energien neue Bedeutung erhalten. Die aktive Partizipation am Umweltdiskurs ermöglicht, unmittelbar an den eigenen Erfahrungs- und Kulturkreis anzuknüpfen und über die Mobilisierung und Rekonzeptionalisierung lokal situierten Wissens - z.B. die Relevanz klein­bäuerlicher Strategien gegen Erosion - geeignete Beiträge zur deutschen oder auch globalen Umweltdiskussion zu leisten.

Die zeitgleich erfolgende Situierung des Projekts Internationale Gärten in der alten und neuen Heimat sowie im universellen Diskurs über die welt­weite Umweltzerstörung eröffnet einen lokalen und zugleich globalen Zu­gang zum Themenkomplex soziale und ökologische Strategien zum Frieden mit der Natur (und miteinander).

Die Umweltdiskussion ist in Deutschland ein wichtiger Bestandteil der All­tagskultur und ermöglicht als Handlungsfeld für MigrantInnen gleich zweierlei: Zum einen lernen die Aktiven die Funktionsweise der deutschen Gesellschaft am Beispiel ihrer institutionellen und sozialkulturellen Veran­kerung im Umweltschutz durch unmittelbare Kontakte und Bezüge kennen - und z.T. auch schätzen. Vermittelt über diese lebenswelt- und alltagsnahen Erkenntnisse werden die kulturellen Kodierungen der Kom­munikation mit Leben gefüllt und anfassbar: Die Lebenswelt diffundiert und wird transparenter. Die symbolische Ordnung der „deutschen“ Gesell­schaft, das kulturelle Normen- und Kommunikationssystem inklusive seiner Institutionen (Verwaltung, Betriebe, Vereine) wird erfahrbar und verknüpfbar mit den Bedeutungen und Erfahrungen auf dem Hintergrund eigener Lebenswelten.

Das wiederum ermöglicht, einen Teil der Sozialisation "nachzuholen", den hier aufgewachsene Gesellschaftsmitglieder quasi nebenbei, "by living", in das individuelle Gedächtnis einschreiben. All das, was einer Deutschen selbstverständlich erscheint, kann für einen Migranten zur unüberwindlichen Hürde beim komplexen Verständnis von menschlichen Verhaltensweisen oder Funktionsweisen von alltagsbestimmenden Institu­tionen in diesem Land werden. So ist ein kulturelles und historisches Spe­zifikum wie das Vereinsrecht kaum vermittelbar außer über das Einüben dieser Praxis selbst; eben indem die MigrantInnen wie im Fall der Interna­tionalen Gärten einen Verein gründen, seine Strukturen nutzen und da­durch ein Stück "Deutschsein" leben und in dieser Erfahrung möglicher­weise Parallelen herstellen lernen zu ihnen eher bekannten Organisationsformen und Vergemeinschaftungsprozessen.

Die Akteure eignen sich Geschichte an, indem sie sie rekonstruieren. Das ist auch ein aktiver Umgang mit Schicksal, es wird erklärbar und teilbar. Wenn die eigene Geschichte Gestalt erhält, und deutlich wird, wie Ge­schichte und Kultur des eigenen Landes verknüpft sind mit der Kultur des Aufnahmelandes, wird ein Ankommen möglich auf einer Ebene von Ge­genseitigkeit, wird eine Verortung im Neuen möglich, die das Alte nicht verleugnen muss.

Gerade auch die Entdeckung der großen kulturellen Einflüsse des Dreistromlandes/Orient auf den Westen, der ja die heutigen islamischen Kulturen tendenziell als „minderwertig“ und historisch „zurückgeblieben“ rezipiert, bedeutet für die iranischen oder irakischen EinwanderInnen eine Rehabilitation in der Wiedererkennung des Eigenen im vermeintlich Frem­den. Und das jenseits von klassischer Bildung oder intellektueller Auseinandersetzung, sondern vielmehr im Sinne einer "Volksbildung von unten". Frau Abid, die ihr Herkunftsland über die sozialen und kulturellen Ereignisse ihres eigenen Alltags präsentierte, verknüpfte die Gegebenheiten der Natur mit den kulturellen Produktionen ihrer verschie­denen Bedeutungen. Am Schluss gelangte sie zu der Erkenntnis: "Der Begriff Kultur kommt von Natur."

 

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zur Autorin:

Dr. Christa Müller: Studium der Soziologie und Politikwissenschaft an den Universitäten Bielefeld, Marburg, Berlin und Sevilla, Forschungsaufenthalte in Costa Rica, Mexiko und Westfalen, seit 1999 wiss. Mitarbeiterin der Forschungsgesellschaft anstiftung in München, seit 2003 Geschäftsführerin der Stiftung Interkultur, Lehrbeauftragte an der Universität Innsbruck, 1998 Schweisfurth Forschungspreis für Ökologische Ökonomie

Kontakt: Christa.Mueller@anstiftung.de  Internet: www.anstiftung.de; www.stiftung-interkultur.de

 



Anfang 2003 existieren in Deutschland neben den Internationalen Gärten Göttingen e.V. zehn weitere interkulturelle Gartenprojekte. Die neu gegründete STIFTUNG INTERKULTUR hat sich zur Aufgabe gesetzt, Interkulturelle Gärten zu unterstützen, zu vernetzen und die Ergebnisse der Begleitforschung in die aktuellen Diskussionen um Integration und Interkultur einzuspeisen. Dabei geht es insbesondere darum, eine Fokus zu werfen auf die Leistungen, die die MigrantInnen selbst zur Integration und zur Gestaltung des Einwanderungslandes Deutschland erbringen (www.Stiftung-Interkultur.de).

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