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Umdenken - Landeszentrale für Umweltaufklärung Rheinland-Pfalz

Nachhaltigkeit

Das Konzept der Nachhaltigkeit ist bereits sehr alt. Es lässt sich bis ins 14. Jahrhundert zurückverfolgen. 1713 führte v. Carlowitz den Begriff in die deutsche Forstwirtschaft ein. Georg Ludwig Hartig schrieb 1795, dass die Wälder so zu nutzen seien, "dass die Nachkommenschaft ebensoviel Vorteile daraus ziehen kann, als sich die jetzt lebende Generation zueignet".

Dieses zunächst betriebswirtschaftliche Konzept zeigt große Ähnlichkeit mit der von der Brundtland - Kommission vorgenommenen Definition von Nachhaltigkeit, in der es heisst: "Nachhaltige Entwicklung ist eine Entwicklung, die die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt, ohne zu riskieren, dass künftige Generationen ihre eigenen Bedürfnisse nicht befriedigen können."

Das dem zugrundeliegende Problem ist ebenfalls nicht neu. 1798 stellte Thomas Robert Malthus in seinem "Essay on the Principle of Population as it affects the Future Improvement of Society" die Hypothese auf, dass die Bevölkerungsvermehrung in Zukunft die Nahrungsmittelproduktion übertreffen werde. Seine Arbeit ist die erste systhematische Abhandlung über die Wachstumsgrenzen in einer endlichen Welt.

In der praktischen Umsetzung des Nachhaltigkeitskonzeptes lassen sich mehrere Managementregeln formulieren:

  • Die Nutzung erneuerbarer Naturgüter darf auf Dauer nicht größer sein als ihre Neubildungsrate.

  • Die Nutzung nicht-erneuerbarer Naturgüter darf auf Dauer nicht größer sein als die Substituierung ihrer Funktion.

  • Die Freisetzung von abbaubaren Stoffen und Energien darf auf Dauer nicht größer sein als die Anpassungsfähigkeit der natürlichen Umwelt.

  • Die Freisetzung nicht-abbaubarer Stoffe ist zu stoppen.

Nachhaltigkeit als umfassendes Konzept

Die Agenda 21 greift das Konzept der Nachhaltigkeit auf und überträgt es auf alle Bereiche des Lebens. Die Nachhaltigkeit wird somit zum Grundprinzip des Handelns.

Die bisherigen Definitionen reichen dafür jedoch nicht mehr aus. Neue Ansätze sind nötig. Momentan existieren auf nationaler (Kanada, Niederlande, Norwegen), regionaler (z.B. British-Columbia) und kommunaler Ebene (LA21-Städte) erste Ansätze zur Umsetzung des Prinzips der Nachhaltigkeit.

Trotz aller Unterschiede der Ansätze lassen sich wesentliche Grundprinzipien erkennen:

  • Die gleichgewichtete Bedeutung ökonomischer, ökologischer und sozialer Kriterien.

  • Die Notwendigkeit internationaler Kooperation in den Bereichen Umwelt und Entwicklung.

  • Die Bemühung, den Erhalt einer lebenswerten Umwelt insbesondere als individuelles Ziel des Einzelnen zu verankern.

  • Die Ergänzung bestehender gesellschaftlicher Steuerungsprozesse um Komponenten aktiver Partizipation und gemeinsamer Verantwortung aller gesellschaftlichen Gruppen.

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