Aktuelle Anfragen an Nachhaltigkeit
Seit den ersten Überlegungen zur sozial-ökologischen, nachhaltigen Veränderung gesellschaftlicher Prozesse hat sich vieles getan. Neben den praktischen Experimenten z.B. in den Feldern Ernährung, Wohnen, Mobilität und Energie, steht immer noch die Frage, wie lässt sich eine nachhaltige Gesellschaft vorstellen. Was bedeutet es gut zu leben, statt viel zu haben oder global zu denken und lokal zu handeln, um nur zwei der Formeln zu benutzten, die häufig zu hören sind.
Nachhaltigkeit erfordert, das wird bei Thema gut leben deutlich, eine Überprüfung von Normen, Werten und Alltagspraxis in allen Bereichen der Gesellschaft, es ist eine sozio- kulturelle Aufgabe wie dies etwa im sogenannten Tutzinger Manifest gefordert wird.
Der Idee nachhaltiger Entwicklung kommt heute auch im Hinblick auf die Friedenssicherung besondere Bedeutung zu. Die Stärkung der lokalen und regionalen Lebensmöglichkeiten gilt weithin als friedenssichernde Massnahme. Wir wissen, dass viele MigrantInnen ihre Wohnorte aus wirtschaftlichen Gründen und aus Angst vor Verfolgung und wegen kriegerischer Auseinandersetzungen verlassen.
Bisher ist die Dimension sozialer Nachhaltigkeit eher unterbelichtet, obwohl sie mit dem Motiv der Gerechtigkeit eine wesentliche Rolle spielt. Was bedeutet dies etwa bezogen auf das Problem der Überalterung der Gesellschaft oder für Vorstellungen und Formen von Arbeit. Können unter der Perspektive von Nachhaltigkeit auch ganz andere Wege im Umgang mit Krankheit, mit sozialer Sicherheit denkbar werden; die durchaus die Ansprüche und Bedürfnisse heutiger Menschen berücksichtigen, die sich aber aus dem starren Bezug auf die tradierte Sozialversicherung lösen, ohne Unsicherheit für die einzelne zu erhöhen, sondern Handlungsspielräume für individuelle Entscheidungen schaffen.
