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Umdenken - Landeszentrale für Umweltaufklärung Rheinland-Pfalz

Ein Begriff macht Geschichte: Nachhaltigkeit als umweltverträgliche und sozial gerechte Entwicklung von Gesellschaften weltweit

Die erste internationale UN-Konferenz, die sich ausdrücklich dem Thema Umwelt widmete, fand bereits 1972 in Stockholm statt. 20 Jahre später, auf der darauf folgenden Konferenz in Rio de Janeiro, hat sich die Themenstellung grundlegend verändert. Umweltprobleme werden – auch in Folge der Ergebnisse des Brundlandtberichts - mit Fragen internationaler Gerechtigkeit zusammen gebracht. Viele Studien belegen, dass der räuberische Umweltverbrauch der industrialisierten Länder nicht nur deren eigene Naturbasis untergräbt, sondern sowohl Umweltzerstörung exportiert, wie für andere Menschen lebenswichtige Ressourcen importiert. Konzepte wie das des „ökologischen Fussabdrucks“ oder des „ökologischen Rucksacks“ versuchen diesen Umstand kenntlich zu machen.

Der Begriff der nachhaltigen Entwicklung (sustainable development) soll in der Folge für gesellschaftliche Aktivitäten stehen, die hier eine Umkehr erreichen wollen: der Verbrauch von Natur muss an deren Fähigkeit, sich zu regenerieren ausgerichtet sein. Der Zugang zu den natürlichen Ressourcen soll weltweit gerecht verteilt sein, nicht der eine Teil der Welt auf Kosten der restlichen Welt leben. Das Aktionsprogramm Agenda 21, in Rio 92 verabschiedet, greift diese Einsicht auf und setzt sie in Anforderungen an Praxis um.

In mehr als 2000 Handlungsempfehlungen werden z.B. Schritte zur Bekämpfung von Armut, zur Stärkung der Rolle von Frauen, Jugendlichen und Nichtregierungsorganisationen und die Verantwortung privatwirtschaftlicher Organisationen beschrieben. Die in Rio gegründete UN-Kommission für Nachhaltige Entwicklung (CSD) soll die Umsetzung begleiten. Sie stellte auch eine Art Vorbereitungsausschuss für den 2002 in Johannesburg stattfindenden Gipfel dar.

5 Jahre nach Rio 92 wurde von der UNCED eine Bilanzkonferenz (Rio +5) organisiert, die im Ergebnis festhält, dass viele der in Rio vereinbarten Empfehlungen nicht einmal annähernd umgesetzt wurden. Aber nicht nur die Industrieländer torpedieren positive Ansätze. Das CSE (Centre for Science and Development) in Indien, das den Rio-Folgeprozess beobachtet, kritisiert, dass die Verknüpfung zwischen den Problemen der lokalen Ebene und den globalen Interessen aufgrund völlig unterschiedlicher Zielsetzungen innerhalb und zwischen den Entwicklungsländern kaum gelingt.

Die Bilanz der Konferenz (Rio +10) in Johannesburg 2002 fällt nur wenig erfreulicher aus. Dennoch ist die Idee der nachhaltigen Entwicklung nicht mehr aus der Welt zu schaffen und sie markiert das Ziel an dem sich alle Gesellschaften messen lassen müssen.

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