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Umdenken - Landeszentrale für Umweltaufklärung Rheinland-Pfalz

Nachhaltige Entwicklung – ein sperriger Begriff für eine ökologische und soziale Perspektive der Weltgesellschaft

Vielleicht ist es kein Zufall, dass der Begriff der nachhaltigen Entwicklung sich nicht von selbst versteht. Was kann es für eine Gesellschaft bedeuten von ihren Erträgen zu leben und nicht ständig ihre natürlichen und menschlichen Grundlagen oft unwiderruflich zu verbrauchen oder gar zu zerstören? Antworten auf diese Fragen zu finden ist das Anliegen der vielen Aktivitäten, Studien, Projekte, politischen Entscheidungen, die sich nachhaltig nennen.

Geprägt wurde der Begriff in der Forstwirtschaft des 18. Jahrhunderts, die nach einer Strategie im Umgang mit dem unkontrollierten und massiven Kahlschlag der Wälder verlangte. In weiten Teilen Deutschlands waren am Ende des Mittelalters keine Waldbestände mehr vorhanden. Dagegen erlaubte eine nachhaltige Forstwirtschaft nur soviel Holz zu schlagen, wie der Wald verkraften und wie nachwachsen konnte. Das Prinzip war, den Zuwachs bestmöglich zu nutzen und den Bestand als Basis der Produktion erhalten. Die Nutzung sollte eben nur noch dann zulässig sein, wenn dadurch die Produktionsfähigkeit nicht eingeschränkt wurde.

Auf den ersten Blick erscheint diese Aufforderung in der Forstwirtschaft einfach umzusetzen, doch die Konsequenzen für das Verhalten sind gewaltig. Es bedeutet, langfristig zu denken, weil Bäume bis heute sehr langsam wachsen, auch wenn sie als nachwachsender Rohstoff inzwischen Karriere machen. Es heisst in Zeiträumen von 100, 200 oder mehr Jahren zu denken. Vielleicht werden zukünftige Gesellschaften sogar mehr Holz verbrauchen, da dieses z.B. in manchen Bereichen Öl ersetzen soll?

Der Künstler Josef Beuys (1921 -1986) startete im Jahr 1982 anlässlich  der documenta 7 in Kassel seine Aktion 7000 Eichen  und begann diese im Stadtraum anzupflanzen. Es war ein bewusster Eingriff in die ökologische Struktur der Stadt, es demonstrierte die Idee der "sozialen Plastik". 

Nachhaltigkeit als Orientierung für dauerhaft umweltgerechte, zukunftsfähige Entwicklung von Gesellschaften wurde mit dem Brundlandtbericht 1987 in die öffentliche, wissenschaftliche und politische Debatte getragen und erreichte mit dem UN-Gipfel in Rio de Janeiro 1992 eine weltweite Bedeutung.

Einigkeit besteht über vier grundsätzliche Normen:
- die Gerechtigkeit innerhalb einer und zwischen den Generationen
- die internationale Gerechtigkeit
- die Abstimmung zwischen sozialen, ökonomischen und
  ökologischen Interessen
- die Beteiligung aller gesellschaftlichen Gruppen am Prozess
  der Umsetzung nachhaltiger Strategien.

Nachhaltigkeit wird verstanden als langfristiger Erhalt und die Vermeidung irreversibler Schäden in den Bereichen Ökonomie,. Ökologie und Soziales (Drei Säulen Modell von Nachhaltigkeit).

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