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Umdenken - Landeszentrale für Umweltaufklärung Rheinland-Pfalz

 Nachhaltige Entwicklung in Europa

Ein weit über die bisherigen selbstverständlichen Grenzen hinauswachsendes Europa nimmt derzeit Gestalt an. Dieses neue Europa beruft sich, nicht zuletzt aufgrund der Erfahrung grausamer europäischer Kriege, auf demokratische und pazifistische Traditionen. Weniger im breiten Bewusstsein verankert ist die Idee einer europaweiten nachhaltigen Entwicklung, obwohl sich die EU 2001 auf eine Nachhaltigkeitsstrategie verständigt hat.

„Nachhaltige Entwicklung stellt uns nicht vor eine Wahl, sie ist eine Notwendigkeit. Wir müssen alles in unserer Macht stehende tun, auch wenn das bedeutet, dass wir in der Übergangszeit, der Zeit der Veränderung einige Opfer bringen müssen. Es geht darum, dass wir unseren Kindern, Enkelkindern und zukünftigen Generationen eine Welt hinterlassen, in der es sich lohnt zu leben, in einer gerechteren Welt und in einer gesunden, sauberen Umwelt. Das ist eine Aufgabe, bei der wir nicht versagen dürfen", so Romani Prodi, Präsident der europäischen Kommission.

Beim Europäischen Rat in Göteborg im Juni 2001 stellte die Kommission unter dem Titel „A Sustainable Europe for a Better World" einen Vorschlag für eine langfristige Strategie aufeinander abgestimmter politischer Maßnahmen für eine wirtschaftlich, sozial und ökologisch nachhaltige Entwicklung vor. Auf Basis dieser Mitteilung der Kommission wurde von den Staats- und Regierungschefs die EU-Nachhaltigkeitsstrategie beschlossen. Die Umsetzung und Weiterentwicklung wird von einem „Runden Tisch: A Sustainable Project for Europe" begleitet, dem VertreterInnen aus Politik, Verwaltung, Wissenschaft und Zivilgesellschaft angehören und dessen Mandat speziell auch die Beratung von Kommissionspräsident Prodi in Fragen der Nachhaltigkeit umfasst. Politikberatung ist auch eine Aufgabe der Europäischen Umweltagentur (EEA), die ein Fülle von Daten zur Umweltsituation mit Hilfe von EIONET, einem Informationsnetzwerk aufbereitet.

Trotz dieser Bemühungen markieren nach wie vor nationale Eigenheiten, unterschiedliche Traditionen der Wahrnehmung und Wertschätzung von Natur und Umwelt und die Präsenz oder das Fehlen ökologisch orientierter sozialer Bewegungen wesentliche Unterschiede in den einzelnen Ländern, die durch die 11 neuen Beitrittsländer noch vergrössert werden. Einen Überblick über die derzeitigen nationalen Nachhaltigkeitsstrategien gibt das European Sustainable Development Network. Das österreichische Internetportal für nachhaltige Entwicklung ist eine gute Adresse für aktuelle und vertiefende Informationen. Eine übersichtliche Quelle über die EU-Organe, Institutionen und sämtliche Politikbereiche ist das Internetportal "Europa".

Nicht zu unterschätzen ist im Feld einer nachhaltigen Entwicklung der Einfluss mächtiger industrieller Lobbyorganisationen. Dies heißt, es ist noch ein langer und umkämpfter Weg Weg zur Einlösung einer Vision eines nachhaltigen Europas. Entscheidenden Anteil daran werden die europäischen Nichtregierungsorganisationen, wie das Europäische Umweltbüro (EEB) haben.

Was auf der Ebene der praktischen europäischen Integration als äußerst konflikthaft und schwierig erscheint, ist auf der programmatischen Ebene vielfach vorbereitet, vorgedacht und ebenso für die europäische Förderkulisse prägend,etwa in den Umweltaktionsprogrammen oder den Strukturfonds.

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