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Umdenken - Landeszentrale für Umweltaufklärung Rheinland-Pfalz

Nachhaltige Regionalentwicklung...    Donnerstag, 10.5.    Freitag, 11.5.    Vortragstexte



Ulrike Ahnert

Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft

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Telematik – Zaubermittel für den ländlichen Raum?

1.     Ausgangssituation Sachsen

2.     Das Projekt SalZ und weitere Möglichkeiten der Telematikförderung im ländlichen Raum Sachsens

3.     Potenziale und Probleme - 3 Beispiele

4.     Wertung: Der Weg ist das Ziel

Ausgangsituation Sachsen

Sachsen sammelt seit 1996 Erfahrungen mit Telematikprojekten im ländlichen Raum und steht seit 1995 in internationalem Erfahrungsaustausch zu diesem Thema. Aus dem informellen europäischen Erfahrungsaustausch heraus, ist die Initiative EuroTiRA (European Telematics in Rural Areas) entstanden, die gemeinsame Projekte in ländlichen Raum und benachteiligten Gebieten der Mitgliedsregionen durchführt und Erfahrungen zu regionalen Projekten austauscht. So wurde im Januar 1998 in Sachsen das Projekt SalZ – Sachsens lebendige Zukunft - als regionales Projekt innerhalb von EuroTiRA gestartet. EuroTiRA besteht seit Dezember 1996 aus den Mitgliedsregionen Zentralmazedonien, Piemont, Lancashire und Cumbria, Zentralfinnland und Sachsen.

Das Projekt SalZ und weitere Möglichkeiten der Telematikförderung im ländlichen Raum Sachsens

Mit dem Projekt SalZ unterstützt das Sächsische Staatsministerium für Umwelt und Land­wirtschaft, den ländlichen Raum Sachsens beim Einstieg in die Informationsgesellschaft. Das Projekt soll einen Beitrag dazu leisten, dass der ländliche Raum ein attraktiver Wohn-, Ar­beits- und Sozialraum bleibt.

SalZ hat eine Laufzeit von vier Jahren, von Januar 1998 bis Dezember 2001 und gliedert sich in zwölf pilothafte Teilprojekte, die von sieben Projektträgern eigenständig durchgeführt werden. Das Projekt hat ein Budget von 5,7 Mio. DM, welches zu 75 % aus Mitteln der EU (EAGFL, Schwerpunkt Technische Hilfe) und zu 25% vom Freistaat Sachsen finanziert wird.

Leitaktion:            Thematisierung und Bewusstseinsbildung

Aus- und Fortbildungsveranstaltungen zum Umgang mit Neuen Medien und Nutzungsmöglichkeiten wie z.B. Internet für Land- und Forstwirte, Bürger, Verwaltungen, Vereine, Anbieter von Landurlaub etc.

Leitaktion:            Electronic Commerce

a) Untersuchungen zum Aufbau eines elektronischen Landwarenhauses
b) Börsen:      Landmaschinenbörse (www.landmaschinenboerse.de)

Ländliche Gebäudebörse (www.gebaeudeboerse.de)

Holzmarkt (http://www.sachsenholz.de)

Teilprojekt:          Die Virtuelle Kommune Geyer (www.stadt-geyer.de)

Teilprojekt:          Das Virtuelle Rathaus Mildenau (www.mildenau.de)

Leitaktion:            Information und Weiterbildung

PR; Beteiligung an Seminaren, Workshops, Konferenzen;
Internetportal „Landverbund/Landveranstaltung“ für Vereine im ländlichen Raum zur Bekanntmachung ihrer Aktivitäten, Angebote und Veranstaltungen (www.landverbund.de)

Seit Januar 2001 besteht über die Richtlinie 53 zur Entwicklung des ländlichen Raumes und der Dörfer im Freistaat Sachsen die Möglichkeit, für Gemeinden und Vereine/Verbände För­derung für investive Maßnahmen zur Errichtung von gemeinschaftlich genutzten modernen Informations- und Kommunikationstechnologien zu beantragen.

Potenziale und Probleme - 3 Beispiele

Ziel der Telematikförderung in der Projektlaufzeit von SalZ war es, verschiedenartige Pro­jekte zu initiieren und damit mögliche Nutzungsfelder im ländlichen Raum beispielhaft zu erproben. Bis auf ein geplantes Teilprojekt, das Elektronische Landwarenhaus, sind alle ge­planten Teilprojekte angelaufen und z.T. sehr erfolgreich.           

 

Beispiel

Potenziale

Probleme

Ländliche Gebäudebörse im Internet

  • für ungenutzte ländliche Bau­substanz neue Verwendungs­möglichkeiten finden
  • Eigentümer und neue Nutzer zusammenführen
  • Bestandserhalt
  • sehr hoher Erfassungsaufwand
  • keine Maklertätigkeit und damit auch nicht entsprechend vergütet (Finan­zierung über Einstellungsgebühren von Gebäuden)
  • 28 Gebäudevermittlungen in 1 ¼ Jahren

Virtuelle Kommune

  • Nutzung des vorhandenen Breit­bandkabelnetzes für den Internet­zugang, der schneller ist als ISDN
  • „Always on“ zum monatlichen Pauschaltarif von 30; 58 o. 99 DM
  • neue Internetdienste in Stadt und Region, wie z.B. Video on Demand, Virtuelles Rathaus, Veranstaltungskalender ...
  • Teleworking möglich
  • Verteilung der Fixkosten auf grö­ßere Anzahl von Kabelnetzen
  • immense Kosten für den Umbau des Netzes und die Entwicklung der Inhalte
  • weniger potentielle Nutzer als in Großstädten, wo ähnliche Pilotversuche laufen
  • System ist tragfähig wenn 500 private Nutzer à 50 DM/Monat angemeldet sind (bei 5000 EW in der Pilotkommune Geyer)

Elektronisches Landwarenhaus

  • Vertrieb ländlicher Produkte über ein System im Internet
  • Bündelung der Angebote von Direktvermarktern
  • Probleme bei Kühlketteneinhaltung (Vorschriften Frischelogistik)
  • Logistikdienstleister notwendig, aber nicht am Markt vertreten
  • Anbieter- und Nachfragerinteresse nicht abschätzbar

Wertung: Der Weg ist das Ziel

Die Teilnahme des ländlichen Raumes an der gesellschaftlichen Entwicklung ist unabding­bar. Der Einsatz Neuer Medien und innovativer IuK-Technologien ist ein Beitrag

-          für die Erhaltung und Weiterentwicklung der ländlichen Räume

-          zur Standortverbesserung

-          zur Verbesserung von Wertschöpfungskreisläufen sowie Arbeits- und Lebensbedingungen

SalZ ist ein vom Sächsischen Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft ins Leben gerufenes Projekt, dessen Ideen vornehmlich in der Verwaltung entstanden sind. Dies war zum Zeitpunkt der Initiierung des Projektes gerechtfertigt. So konnte SalZ dazu beitragen im ländlichen Raum Sachsens

-          Medienkompetenz zu schaffen

-          Anwendungen zu entwickeln

-          Content anzubieten

-          Die Technische Infrastruktur auszubauen

-          Ergebnisse zugänglich zu machen

-          Synergieeffekte zu schaffen bzw. zu initiieren

Zur Zeit sind die Projektträger von SalZ aufgefordert, Konzepte für die Überführung ihrer Projekte in die wirtschaftliche Selbständigkeit zu entwickeln, wobei gute Chancen bestehen, die meisten Projekte zu erhalten und auszubauen. Durch die neuen Fördermöglichkeiten über die Richtlinie 53 des Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und Landwirtschaft zur Förderung des ländlichen Raumes und der Dörfer wird sich zeigen, inwieweit Ideen von Gemeinden und Vereinen entstehen und Projektideen von SalZ aufgegriffen und weiterentwickelt werden. Erste Anträge liegen bereits vor.

Ein Problem, welches sich bei Telematikmaßnahmen immer stellt, sind die immensen In­vestitionskosten und der technische Fortschritt, der getätigte Investitionen schnell veralten lässt.

Telematik allein kann den ländlichen Raum mit Sicherheit nicht von seinen Problemen befreien. Das Arbeitsfeld wird jedoch auch weiterhin ein Baustein unter vielen zum Erhalt der Lebensqualität im ländlichen Raum Sachsens sein.

Sachsens lebendige Zukunft: www.salz-online.de     

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