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Umdenken - Landeszentrale für Umweltaufklärung Rheinland-Pfalz

4. Gaytaler Gespräche - 4. Mai 2000

Rede von Staatsministerin Klaudia Martini, Ministerium für Umwelt und Forsten Rheinland-Pfalz

Nutzen wir die Zeit?

Die Zeit ist ein flüchtiger Stoff: Kaum ist sie gekommen, ist sie schon wieder vorbei.

Und dann muss wieder gewartet werden: auf die Sommerzeit, Weihnachtszeit, Öffnungszeit. Sie ist dauernd im Gerede. Alles dreht sich um die Zeit. Es heisst, die Gegenwart schrumpfe. Neue Produkte würden veralten, bevor sie von potentiellen Kunden wahrgenommen werden könnten. Die Arbeitszeiten sollen flexibler gestaltet werden. Die Sonntagsruhe steht zur Disposition. Es gilt nur ja keine Zeit zu verlieren beim Produzieren und beim Konsumieren, damit alles überall und zu jeder Zeit verfügbar bleibt. Modern times. Das Leben als letzte Gelegenheit. Gute Zeiten wie schlechte Zeiten werden im Fernsehen in den täglichen Seifenopern in Blaupausen gegossen.

Wer ist erfolgreich, in unserer globalisierten Welt? Der, der seine Zeit nutzt? schnell genug ist? Seine Zeit im Griff hat? Haben wir unsere Zeit im Griff?

Technisch ja !

Kalenderkorrekturen wie im Mittelalter sind heute nicht mehr nötig, sie wären auch gar nicht mehr möglich. Um die Jahreszeiten wieder in Übereinstimmung mit dem Kalender zu bringen, ließ Gregor XIII. durch eine päpstliche Bulle (Titel: In tiefster Sorge) 1582 kurzerhand zehn Tage streichen. Auf den 4.Oktober folgte der 15. .

Man stelle sich das heute vor, einfach 1 1/2 Wochen aus dem Kalender streichen. Großbritannien tat dies erst 1752, (Schweden 1844) und Rußland gar erst 1918, aus 10 Tagen waren mittlerweile 13 geworden. Gerade mal 80 Jahre später haben wir längst die globale Weltzeit. Dass ab und zu auch weiterhin die Zeit korrigiert werden muss, regt niemanden mehr auf. Niemand merkt, wenn wieder mal eine Schaltsekunde eingeschoben wird. Die Rolle der Taktgeber bei der weltweiten Synchronisation haben die Computernetze übernommen. Sie bieten die reine virtuelle Echtzeit, das online sein, angedockt an eine weltumspannende Gleichzeitigkeit. Kollegen sitzen heute schon mal in L.A., Stuttgart und Kyoto und arbeiten einander zu. Die Frühschicht kommt, die Spätschicht geht.

Technisch haben wir unsere Zeit also fest im Griff. Und sonst?

Nutzen wir unsere Zeit?

Es bleibt uns gar nichts anderes übrig. Das war schon immer so und wird auch so bleiben. Leben heißt, sich seinen Lebensunterhalt erstmal verdienen, wie alle Lebewesen, das ist das Gesetz der Natur.

Wachsen, Essen, Schlafen, für den Nachwuchs sorgen, sich entfalten und die Art erhalten, Sterben - alles hat seine Zeit, alles braucht seine Zeit. Das ganze Leben kostet viel Zeit! Und es lohnt sich. Nicht von ungefähr leben wir in Wohlstand und sozialer Absicherung ein kulturell reiches und gut organisiertes, friedliches Leben. Unsere Märkte lassen (fast) keine Wünsche offen.

Dies alles hat seinen Preis. Der Preis, den wir zur Zeit für unseren Lebensunterhalt und Komfort bezahlen, ist auf Dauer zu hoch. Wir wissen das. Unser ökologischer Fußabdruck ist zu groß. Wir leben auf Pump und sägen an dem Ast, auf dem wir sitzen. Weiter so? Da stellt sich schon die Frage, ob die Zeit nicht gegen uns arbeitet. Wieviel Zeit bleibt uns dann noch? Na ja, für uns, die wir hier versammelt sind, reicht es auf jeden Fall noch.

Was wollen wir denn eigentlich?

Dass wir (6 Milliarden Menschen) alle in einem kleinen fragilen Boot sitzen, wissen wir, seit wir die Erde aus dem All gesehen haben.

Lebenswertes Auskommen für alle Menschen ist der einzige Garant für Frieden. Der ersten Welt kommt dabei eine sehr verantwortungsvolle Rolle zu.

Ein lebenswertes Auskommen für alle Kinder der Welt zu wollen, gebietet sich von selbst. So ist unsere Natur. Zu nachhaltiger Entwicklung gibt es also keine Alternative. Wir alle sind verantwortlich. Ob es uns gelingen wird, ist noch offen.

Die beiden wichtigsten Leitlinien nachhaltiger Entwicklung sind übrigens nicht neu. Es sind die uralten Leitlinien der großen Religionen:

Respekt vor der Natur und die Entscheidung, nur von den Zinsen der Natur leben zu wollen,

und der Respekt vor der Würde des anderen und damit die Bereitschaft, diese vorhandenen Zinsen der Natur angemessen mit allen anderen zu teilen.

So viel ist klar: In diesem neuen Jahrhundert wird sich entscheiden, wohin die Reise geht. Wird es uns gelingen oder nicht, von den Zinsen zu leben? Wenn nicht, wird die Substanz unserer natürlichen Lebensgrundlagen schon ziemlich bald aufgebraucht sein. Wir setzen zur Zeit der Erde in einem Maße zu, dass in der Wissenschaft eine Zunahme von Katastrophen diskutiert wird. Das Monitoring und die Prognosen werden immer besser, und aussagekräftiger, die Zusammenhänge immer deutlicher. Viel Zeit zu verlieren gibt es nicht. Schieben wir nicht manches leichtfertig auf die lange Bank und stecken wider besseres Wissen oft den Kopf in den Sand?

Dabei sieht dies dem Menschen eigentlich nicht ähnlich. Er kann sich - im Gegensatz zum Tier - die Zukunft schließlich ausmalen. Der Philosoph und Soziologe Arnold Gehlen hat es so auf den Punkt gebracht:

„Sieht man sich die Mängelausstattung des Menschen an, so ist es leicht einzusehen: er muss erkennen, um tätig zu sein, und muss tätig sein, um morgen leben zu können. Das Tier dagegen lebt im Jetzt, also problemlos. Eine ihm nicht einsichtige und von ihm nicht beeinflussbare Ordnung und Harmonie, die man unter dem Begriff Biozönose untersucht, sorgt dafür, dass ihm die Mittel der Lebensfristung schon begegnen werden. Es lebt mit der Zeit.

Der Mensch, „den schon der künftige Hunger hungrig macht“ zitiert er Hobbes, hat keine Zeit: Ohne Vorbereitung des Morgen wird dieses Morgen nichts enthalten, wovon er leben könnte. Deshalb kennt er die Zeit. Erinnernd und voraussehend gilt es, in gespanntem Wachsein tätig zu sein.“ (Zitat Ende)

Deshalb, meine Damen und Herren, wollen wir auch in diesem Jahr wieder in Vianden, Körperich und Obersgegen darüber reden, wie nachhaltige Entwicklung in der Region realisiert werden kann, wie wir unsere Zeit wachsam nutzen können, um bei dieser Schlüsselfrage weiterzukommen.

Es gibt zwei Möglichkeiten: Die Zeit arbeitet für uns oder die Zeit arbeitet gegen uns.

Die Zeit arbeitet für uns, wenn wir die Eigenzeiten der Natur beachten, ohne die wir nicht überleben können. Die Förster wissen es schon lange: Wertholz erntet erst die 5. oder 7. Generation. Vorausgesetzt, alle Generationen davor tun das ihre, säen immer aufs Neue und sorgen sich um günstige Rahmenbedingungen für das Wachstum, hegen und pflegen, warten bis die Zeit reif ist. Solange dies der Fall ist, kann jede Generation das ihre ernten: wertvolles Holz, sauberes Wasser, gute Luft, Schutz vor Erosion, Erholung und die Nähe der Natur, die uns immer wieder gut tut und Kraft schöpfen lässt.

Wir haben unseren Wäldern in den letzten Jahrzehnten so zugesetzt, dass sie krank geworden sind. Wir müssen sie aus dem Hubschrauber mit Kalkstaub berieseln und nach jedem schweren Sturm wird ihre Anfälligkeit augenfällig. Wald ist gerade in Rheinland-Pfalz eine wichtige prägende Ressource. Mit dem Übergang zu naturnahem Waldbau, das heisst vor allem mehr Vielfalt in den Beständen, konnten wir die Situation überall verbessern.

Die Zeit arbeitet für uns, wenn wir die richtigen Weichen stellen:

·      Beispiel: Erfolgsgeschichte Wasser: Da haben wir die Zeit genutzt. Noch in den siebziger Jahren, Anwohner können das bestätigen, waren unsere Bäche und Flüsse Abwasserkanäle und ersetzten nicht selten die Sperrmüllabfuhr. Wenn heute im Rhein wieder so viele Fischarten zu finden sind, wie vor hundert Jahren, dann lässt sich daran der Erfolg der Abwasserpolitik ablesen.

·      oder die Erfolgsgeschichte Abfall: Anfang der siebziger Jahre hatte noch jede kleine Gemeinde ihre öffentliche wilde Müllkippe .Dies wäre heute nicht mehr vorstellbar. Die Zeit wurde genutzt, zum Aufbau einer funktionierenden Abfallwirtschaft.

·      Eine Erfolgsgeschichte ist auch die TA-Luft: politisch gewollt, administrativ konsequent umgesetzt und mit High-Tech praktisch realisiert, sorgte sie dafür, dass der Himmel selbst über Industrierevieren wieder blau ist.

·      Dass hier noch mehr möglich ist, zeigt unsere Initiative Effiziente Energienutzung in Industrieanlagen in Rheinland-Pfalz: Durch entsprechende Maßnahmen in 63 Fällen konnte die CO2 - Emission der rheinland-pfälzischen Industrie und Kraftwerke um 23% gesenkt werden.

Natürlich hat in den letzten Jahrzehnten ein Umdenken eingesetzt. Es ist erstaunlich, was sich innerhalb einer Generation alles getan hat. Es ist besser geworden, aber es ist noch nicht gut.

Wir haben ein Ziel, aber es gibt keinen Königsweg. Nichts geht von Heute auf Morgen. Im politischen (Tages)geschäft heisst das: Immer wieder langfristige strategische Projekte gegen kurzfristiges Taktieren (und Traktieren) verteidigen, dicke Bretter bohren. Langfristige Projekte brauchen eine breite Akzeptanz und deshalb einen langen Atem. Als Umweltministerin weiß ich, wovon ich rede.

Ich bin optimistisch. Die Zeit wird auch in Zukunft für uns arbeiten, wenn wir die richtigen Weichen stellen. Die technologische Evolution hilft unserer Wirtschaft bei der Steigerung der Ressourceneffizienz beeindruckende Erfolge zu erzielen. Der private Sektor hinkt noch etwas hinterher. Suffizienz ist für die meisten nur ein Fremdwort und nachhaltiger Lebensstil suspekt. Dabei hängt so viel vom Lebensstil ab. Nichts wird produziert, was nicht letztlich dem privaten Lebensunterhalt diente. Die Wirtschaft kennt keinen Selbstzweck.

Nachhaltiger Lebensstil hatte bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts Tradition. Damals rächten sich Verschwendung und Achtlosigkeit noch unmittelbarer und mit größerer Wucht als heute. Viel Wissen um den sorgsamen Umgang mit der Substanz, von der wir leben, ist seither verlorengegangen. Vieles kann aber auch wiederentdeckt werden und heutige Erkenntnisse inspirieren.

Unser Lebensstil, das heißt unsere Nachfrage, bestimmt die Überlebenschancen von Mittelstand und Handwerksbetrieben in der Region mit. Er bestimmt die Arbeitsqualität und die Qualität und Vielfalt der Dinge um uns herum. Es gibt dann vielleicht nicht immer alles überall zu jeder Zeit. Aber manches reparierbare was beziehungs- und geschichtsfähig werden kann. Wir müssen regionale soziale, kulturelle und ökonomische Identität ebenso bewahren, wie unsere Vertrautheit mit der Heimat, wenn nachhaltiger Lebensstil wieder Tradition werden soll. Nur in der Heimat besitzt man ein Geheimwissen, was einem immer noch einen besseren Weg einfallen lässt, wenn ein anderer Weg nicht passierbar ist. Nur in der Heimat funktionieren die Tricks der Kinderzeit. Auf der Höhe der Zeit sein heißt sich um die Heimat sorgen und langfristig in die Region investieren.

Gegen uns arbeitet die Zeit immer dann, wenn wir auf die falschen Pferde setzen, Wege weitergehen, die sich als Irrwege erwiesen haben, wenn wir günstige Zeiten ungenutzt verstreichen lassen. Gegen uns arbeitet die Zeit, wenn wir versäumen wachsam zu sein, wenn sich Zeitfenster öffnen und nicht gewappnet sind.

Gelegenheiten aufs richtige oder falsche Pferd zu setzen, gibt es mannigfaltig. Der Erfolg muss oft erst in mühsamen Experimenten aus Misserfolgen abgeleitet werden. Ganz sicher setzt der aufs richtige Pferd, der nachhaltige Entwicklung ernst nimmt.

Mit der weltweiten Verpflichtung auf ein gemeinsames Aktionsprogramm für das vor uns liegende entscheidende Jahrhundert, die Agenda 21, bahnt sich ein Paradigmenwechsel an. Überall gibt es seither Initiativen und nationale, regionale und lokale Aktionsprogramme und Handlungsentwürfe, die medien- und sektorübergreifend langfristige Ziele und Prioritäten einer wirtschafts- und sozialverträglichen Umweltpolitik festlegen. Auch das gehört zur Globalisierung.

Die Orte rücken näher zusammen, was den Blick für Details und Differenzen schärft und den qualifizierten Austausch über Strategien und deren Brauchbarkeit über alle Grenzen hinweg erleichtert.

Auch in Rheinland-Pfalz ist Bewegung in die Sache gekommen. Die aktuelle Umfrage der LZU zum Stand der Lokalen Agenda 21 zeigt, dass das Gedankengut nachhaltiger Entwicklung in Kreisen, Städten und Gemeinden schnell um sich greift.

Diese Dynamik muss genutzt werden. Auf regionaler Ebene müssen die größeren Zusammenhänge diskutiert werden. Orte sind ohne Region nicht denkbar. Auf regionaler Ebene sind die Wege länger, die Kompetenzen nicht so klar geregelt. Es bieten sich aber auch Chancen und dass wir unsere Tagung gemeinsam mit Luxemburg veranstalten, über die Grenzen hinweg, ist ein Beispiel dafür. Im Zuge der europäischen Integration kommt den Regionen eine bedeutende Rolle zu. Ein Vergleich der verschiedenen Strategien und Erfahrungen spornt an und ermutigt.

Nachhaltige Entwicklung ist eine wahre Sisyphusarbeit, verlangt Mut, Einsicht, Zukunftsorientierung, Erkenntnis und Verständnis, kluge und motivierte Mitstreiter und Umsetzungskraft.

Nachhaltige Regionalentwicklung verlangt ein feines Gespür für regionale Besonderheiten. Erst dann lassen sich überzeugende win-win-Situationen realisieren, die Akzeptanz schaffen und damit Veränderung erst möglich machen.

Die Potenziale regionaler Besonderheiten verantwortungsvoll zu nutzen und wichtige identitätsstiftende Strukturen zu pflegen und zu verteidigen, sind Teile des Erfolgsrezepts.

Hier steht viel auf dem Spiel. Das wertvolle, historisch gewachsene Kulturgut europäischer Regionen besticht durch seine Vielfalt und seinen Charme. Es ist Ausdruck jahrhundertelanger menschlicher Aktivitäten in kleinräumigen Verhältnissen. In Europa spielen die besondere Verbundenheit der Menschen mit ihrer Heimat und Umgebung und ein starkes Wir-Gefühl und Regionalbewußtsein im Miteinander eine große Rolle.

Was wird die Zeit bringen? Wird es uns gelingen, mit dem, was uns vererbt wurde, mit unserer Heimat, so sorgsam umzugehen, dass es immer weitergeht?

Die Zukunft wird spannend. Sie beginnt jeden Morgen neu. Nutzen wir unsere Zeit!

Die neuen Informations- und Kommunikationstechnologien sind ein gutes Beispiel dafür, wie uns wissenschaftlicher und technischer Fortschritt neue Werkzeuge bescheren, die ganz neue Optionen eröffnen. Ihren stürmischen Siegeszug erleben wir gerade mit. Dass sich in Zukunft manches anders gestalten wird, ist spürbar, die Informationsgesellschaft wird gerade ausgerufen. Struktureller Wandel hat nicht nur Schattenseiten, sondern bietet auch faszinierende neue Optionen. Auch und gerade für die nachhaltige Regionalentwicklung.

Noch nie war es so preiswert und umweltverträglich möglich wie heute, Menschen über alle Grenzen hinweg zu verbinden und in gleichberechtigter Weise in die weitere Entwicklung einzubeziehen, Erfahrungen auszutauschen, gemeinsam Projekte durchzuführen, dezentral zu arbeiten. Die Telekommunikation eröffnet neue Perspektiven, die weichen Standortvorteile vieler Regionen besser als bisher mit wertschöpfender Tätigkeit in Zentren zu koppeln.

Die neuen Kommunikationswerkzeuge eröffnen auch neue Möglichkeiten der Partizipation. Partizipation ist vielleicht die wichtigste Voraussetzung für die breite Akzeptanz, die das Welt-Projekt „Nachhaltig werden“ dringend braucht. Eine neue Art von lokaler und regionaler politischer Orientierung, mehr Wechselwirkung mit den Bürgern, motivierte Zusammenarbeit und Vernetzung bereiten einer nachhaltigen Entwicklung den Boden. Es liegt in besonderem Maße in der Verantwortung jedes Einzelnen, gemeinsam mit anderen und im Rahmen der eigenen Einflußmöglichkeiten an den Rahmenbedingungen unserer Zukunft mitzuarbeiten.

Wir leben in einer schönen, aber auch komplizierten Welt. Wir genießen materiellen Wohlstand und vererben ihn unseren Kindern zusammen mit unseren Weltbildern, Konsummustern, Schulden und Altlasten. Die eigene Rolle permanent zu hinterfragen und Wissen in Handeln umzusetzen, das ist die eigentliche ethische Herausforderung, vor der wir stehen. Es gibt nichts gutes, außer man tut es und Hänschen lernt das, was Hans ihm beibringt.

Ich bin aber optimistisch, wenn ich mir die junge Generation ansehe. Auch die Shell-Studie, die vor kurzem vorgestellt wurde, hat ja bestätigt:

Für die Jugend ist, so scheint es, die Zeit von Weltuntergangsstimmungen und Null Bock endgültig vorüber. Arbeitet die Mehrheit zuversichtlich an den Mikrowelten ihrer individuellen Zukunft, so sehen zwei Drittel positive Zeichen vor der Makroentwicklung der Gesellschaft. Zukunft kann gemacht und muss nicht erlitten werden! Und darauf kommt es an. Die junge Generation bereitet sich auf die Zukunft vor. Trotzdem gilt: Hänschen erbt nur, was Hans ihm übriglässt.

Eltern sorgen sich um das Wohl ihrer Kinder, ihre Ausbildung und Chancen. Sie bringen Ihnen bei, sich in der Welt zu orientieren und zu agieren. Dabei wird archaisches Wissen ebenso weitergegeben wie persönliche Erfahrungen und Träume. Das ist die Substanz aus der Heimat gemacht ist, die Geschichten sind wichtiger, als die Dinge. Das Wissen ist wichtig, Informationen allein genügen nicht.

Deshalb darf der Erfahrungsstrom nicht unterbrochen werden.

Es gibt viel zu tun! Zuschauen ist wohl kaum ein Erfolgsrezept.

Die Zukunft bleibt spannend. Wir haben Sie in der Hand.

Das Ende der Geschichte ist noch nicht in Sicht.

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