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Umdenken - Landeszentrale für Umweltaufklärung Rheinland-Pfalz

Basic Needs oder was hält mich am Leben?

Der Begriff „Basic Needs“ oder Grundbedürfnisse wird nach einer Definition von Robert McNamare in zwei Kategorien unterteilt: die materiellen Grundbedürfnisse wie Nahrung, Wasser, Gesundheit, Kleidung, Wohnung, Infrastruktur und die immateriellen Grundbedürfnisse wie Freiheit, Selbstbestimmung, kulturelle Identität, Bildung und Arbeit. Während es in den ärmeren Gesellschaften tatsächlich darum geht, die Grundbedürfnisse zu decken, steigen die Ansprüche in den westlichen Gesellschaften z.B. an Mobilität oder Infrastruktur (Anzahl und Art elektronischer Geräte) kontinuierlich an. Eine Studie des Worldwatch Institutes von 2004 kommt zu dem Ergebnis, dass weltweit 1,7 Milliarden Menschen zur sogenannten „Consumer Class“ gehören, und damit mehr Güter kaufen als zur Befriedigung der Grundbedürfnisse notwendig wäre.

Einkommen und Bildung schadet der Ökobilanz
Unter den Deutschen, wie auch in anderen Ländern, gibt es aber deutliche Unterschiede: Menschen mit der besten Bildung und dem besten Einkommensniveau haben zwar das höchste Umweltbewusstsein, ihr tatsächlicher Verbrauch aber widerspricht diesem Selbstverständnis (siehe Zukunftsfähiges Deutschland S. 152). „Die umweltschonende Wirkung ihrer an vielen Stellen durchaus umweltbewussten Entscheidungen wird praktisch aufgehoben, weil sie sich aufgrund ihrer materiellen Lage mehr Produkte und Dienstleistungen leisten können als Menschen in niedrigeren sozialen Milieus“ (S. 152).

Alltägliche umweltschädliche Gewohnheiten
Die alltäglichen Gewohnheiten machen den größten Teil der Umweltbelastungen aus: Essen und Trinken, Wohnen und Infrastruktur (Straßenbau usw.), sowie Transport von Gütern und Personen. Ein Durchschnittsdeutscher verbraucht in jedem der drei Konsumfelder mit 2 bis 2,5 Tonnen Treibhausgasemissionen so viel, wie ihm gerechterweise insgesamt zustehen würde. „Von herausragender Bedeutung für den Umweltverbrauch und von den Haushalten beeinflussbar sind die Bereiche Bauen und Wohnen, Ernährung und Mobilität , “schreiben Joachim Spangenberg und Sylvia Lorek 2003 in der Studie „Lebensqualität, Konsum und Umwelt: intelligente Lösungen statt unnötiger Gegensätze“ (pdf 3 MB).

Orientierungshilfen für den Alltag
Es ist nicht immer einfach, abzuschätzen, wie der eigene CO²-Verbrauch aussieht. Wir bemühen uns an einzelnen Stellen, auf unsere Bilanz zu achten, an anderen Stellen bleibt es viel zu häufig bei guten Vorsätzen. Das Konzept des ökologischen Fußabdrucks  ermöglicht es dem Einzelnen, eine Standortbestimmung im Hinblick auf den eigenen CO²-Verbrauch vorzunehmen.

Stärkere Tranparenz für Verbraucher im Hinblick auf Produktqualitäten und nachhaltiger Alternativen zu umweltzerstörenden und „unfairen“ Produkten und Dienstleistungen zu entwickeln, sind das Ziel von Umweltsiegeln und Einkaufsratgebern. Sie können Sie auf dem Weg zu einem verbesserten ökologischen Fußabdruck unterstützen.

   • Label wie das seit 1977 vergebene Umweltzeichen Blauer Engel geben konkrete Vorschläge für den Einkauf

   • Der Nachhaltige Warenkorb, ein Ratgeber für besseres Einkaufen des Rates für nachhaltige Entwicklung 
      gibt Tipps für den täglichen Einkauf z.B. Lebensmittel und Spielzeug, für seltene Einkäufe wie elektronische
      Geräte und Reisen, und für die großen Anschaffungen wie Auto, Strom und Einrichtungsgegenstände

   • Eine Übersicht und eine Einschätzung der Aussagekraft einzelner Gütesiegel gibt es auch unter
      www.label-online.de

Weitere Informationen:
• Die Verbraucher-Initiative bereitet umfangreiche Informationen zu den Themenfeldern Ernährung, Fairer Handel,
   Geld und Recht, Gesundheit und Umwelt auf.
• Der Naturschutzbund Deutschland hält unter dem Motto „Ökologisch leben kann jeder“ Informationen zu den  
   verschiedensten Lebensbereichen bereit

Siegeszug ohne Gewinner? Eine Studie des Worldwatch-Instituts behauptet: Der westliche Lebensstil macht  
   reich und dick, aber nicht glücklich, von
 Thorsten Stegemann, 2004

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