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Umdenken - Landeszentrale für Umweltaufklärung Rheinland-Pfalz

Nachhaltige Lebensstile

Fast zwei Drittel der Deutschen verlangten 2010 ein stärkeres Engagement der Bundesregierung im Hinblick auf Umweltschutz und forderten, dass Deutschland seine Vorreiterrolle wieder stärker wahrnimmt. Etwa ein Viertel bis ein Drittel der Deutschen betrachten eine Bewältigung des Umweltschutzes sogar als zentrale Voraussetzung zur Lösung anderer gesellschaftlicher Aufgaben. Auch das Vertrauen in verbesserte Technik ist sehr hoch. So stimmte die Bevölkerung beispielsweise einem Umstieg auf Erneuerbare Energien mit überwältigender Mehrheit zu. Aber wie sieht es mit der eigenen Handlungsbereitschaft aus? Gibt es eine Bereitschaft zur Veränderung des eigenen Lebensstils? Ändern sich Handlungsmuster als Indiz für einen kulturellen Wandel hin zu nachhaltigen Lebensstilen?

Einschätzung des individuellen Beitrags
Das Umweltbundesamt versucht mit der alle 2 Jahre durchgeführten Studie „Umweltbewusstsein in Deutschland“ diese Bereitschaft zu erfassen. Die Studie von 2010 bestätigte ein prinzipielles Bewusstsein dafür, dass Forderungen an andere Akteure nicht ausreichend sind und auch der eigene Einsatz erforderlich ist. „Auffällig ist aber der Unterschied, der zwischen Industrie, Staat und Verbrauchern gemacht wird. Während bei der Industrie (Energieversorgung, Automobilbranche) ein sehr großes Potenzial gesehen wird, gefolgt vom Staat (strengere Gesetzgebung, Subventionsabbau), wird die Möglichkeit eines Beitrages auf individueller Ebene (Konsumverhalten, Einschränkung von Flugreisen und Autofahrten) deutlich geringer bemessen. Beispielsweise sehen „84 % der Bevölkerung bei der Automobilindustrie Möglichkeiten zu Umweltschutzmaßnahmen, aber nur 58 % bei den Autofahrern selbst.“ (Studie Umweltbundesamt 2010).

Charakteristika eines nachhaltigen Lebensstils
Bei dem Konzept „Nachhaltiger Lebensstil“ geht es um eine Alternative zum konsumorientierten „Immer mehr“. Nachhaltig leben bedeutet nicht Verzicht, sondern ein gutes/maßvolles Leben. Das schließt insbesondere ein Handeln ein, das die Lebensqualität erhält, aber Verschwendung vermeidet. (Enquête Kommission „Globalisierung der Weltwirtschaft-Herausforderungen und Antworten“ des 14.Deutschen Bundestages (2002), Schlussbericht der Enquêtekommission, Berlin).

Kennzeichen: Nachhaltiger Konsum, Suffizienz und Gerechtigkeit
Diese Alternative ist vor allem durch einen nachhaltigen Konsum gekennzeichnet. Ein Konsum, dessen Umweltverbrauch, z.B. Flächenverbrauch, und dessen Treibhausgasemissionen, ein bestimmtes Maß nicht überschreiten. Dem Stichwort „Suffizienz“ - einem „Genug“ anstelle des „Immer mehr“ - kommt dabei eine besondere Bedeutung zu. Suffizienz verweist auf ein neues Wohlstandsmodell. Die zentrale Botschaft ist: ohne Lebensstilveränderungen (Suffizienzgewinne) kann der ökologische Umbau der Gesellschaft nicht gelingen. Effizienzgewinne alleine haben in der Vergangenheit nicht ausgereicht und werden auch künftig nicht ausreichen, um die Naturzerstörung zu stoppen. Ein nachhaltiger Lebensstil berücksichtigt aber unter dem Stichwort „Gerechtigkeit“ auch die sozialen Aspekte des eigenen Handelns.

Im Themenfeld "Basic Needs" erhalten Sie Handlungsempfehlungen für eine nachhaltige Befriedigung der sogenannten Grundbedürfnisse, die für die Handlungsfelder „Ernährung“, „Bauen und Wohnen“ sowie "Mobilität" konkretisiert werden.

 

 

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