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Umdenken - Landeszentrale für Umweltaufklärung Rheinland-Pfalz

Bildung für nachhaltige Entwicklung

„Bildung für nachhaltige Entwicklung“ ist ein Bildungskonzept, dass Kindern und Erwachsenen nachhaltiges Denken und Handeln vermitteln und diese zum Gegenstand von Lehr- und Lernprozessen machen will. Wissen soll vermittelt werden über globale Zusammenhänge und Herausforderungen - wie Klimawandel oder globale Gerechtigkeit -, aber auch über die vielfältigen Ursachen dieser Probleme. Menschen sollen dadurch in die Lage versetzt werden, die Konsequenzen ihres Lebens für andere Menschen abzuschätzen und Entscheidungen für die Zukunft zu treffen. Die Folgen des eigenen Handelns zu erkennen, bedeutet aber auch seine eigene Gestaltungsmacht zu erkennen: Ich kann etwas beitragen zur Veränderung der Welt.

Mentales und gesellschaftliches Umdenken
Die erste offizielle Verknüpfung von nachhaltiger Entwicklung mit der Bildung stellt die Agenda 21 dar. Hinter dem Konzept "Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)" bzw. "Education for Sustainable Development (ESD)" steht der Gedanke, dass für einen tiefgreifenden Wandel nicht nur politische Prozesse und technologische Innovationen notwendig sind, sondern vor allem  ein umfassendes mentales und gesellschaftliches Umdenken sowie spezifische menschliche Fähigkeiten. "Dazu gehören Problemlösephantasie und intelligentes Wissen, vernetztes und zukunftsgerichtetes Denken, Einfühlungsvermögen und Solidarität, Kooperationsbereitschaft und Weltoffenheit“, so steht es in einer Resolution der Bund-Länderkommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung von 2001. Diese Kompetenzen und Haltungen sollten vom Kindergarten, über die Schule, die berufliche Ausbildung, die Universitäten und Forschungsinstitute, über außerschulische Weiterbildungseinrichtungen bis zum informellen Lernen außerhalb von Bildungseinrichtungen entwickelt und gefördert werden.

UN-Dekade: Das Konzept stärken
Mit der UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (2005-2014) haben sich die Staaten der UN verpflichtet, dieses Konzept zu stärken. Ziel dieser Dekade ist es, das Prinzip der Nachhaltigkeit in allen Bildungs- und Ausbildungsbereichen und in den Lehr- und Lerninhalten zu verankern und dazu beizutragen, dass die Denk- und Handlungsweisen im Sinne einer Nachhaltigen Entwicklung sich fest im Bewusstsein der Menschen einprägen. Mit der Koordination der UN-Dekade wurde als „Lead Agency“ die UNESCO beauftragt. In der Mitte der Dekade fand 2009 in Bonn die UNESCO-Weltkonferenz Bildung für nachhaltige Entwicklung statt, mit der die Relevanz des Themas unterstrichen und Bilanz gezogen werden sollte.

BNE nach der UN-Dekade
Das Ende der UN-Dekade wird international durch eine Weltkonferenz "Bildung für nachhaltige Entwicklung" vom 10. bis 12. November 2014 im japanischen Aichi-Nagoya markiert. Dort werden mit der Entscheidung über ein "Weltaktionsprogramm Bildung für nachhaltige Entwicklung" gleichzeitig die Weichen für BNE-Aktivitäten nach Ende der UN-Dekade gestellt. In Deutschland wird eine nationale Konferenz am 29. und 30. September 2014 in Bonn Bilanz der nationalen Dekade ziehen und in die Zukunft blicken.

Umsetzung und Projekte
"Umweltschule in Europa – Internationale Agenda 21 Schule" ist ein Prädikat, das die internationale Stiftung für Umwelterziehung, in Deutschland vertreten durch die Deutsche Gesellschaft für Umwelterziehung (DGU), verleiht. Schulen, die besondere Anforderungen an die Umwelterziehung und umweltgerechtes Verhalten erfüllen, werden ausgezeichnet. Gegenwärtig beteiligen sich europaweit über 4000 Schulen in neunzehn Staaten, davon 600 Schulen aus acht Bundesländern in Deutschland. Das Programm wird auf internationaler Ebene koordiniert durch die Dachorganisation „Foundation for Environmental Education (FEE)“. Die FEE hat seit 1981 mit Hilfe ihrer Programme aktiv Umweltbildung gefördert und betrieben: Blaue Flagge, Umweltschule (Eco Schools), Junge Reporter für die Umwelt, Lernen im Wald und der Grüne Schüssel.

Umsetzung in Deutschland
Teil der deutschen Umsetzung ist der Aufbau des Portals „Bildung für nachhaltige Entwicklung“, auf dem vierteljährlich das Online-Magazin "BNE-Journal" zu aktuellen Aspekten der BNE erscheint. Hier findet sich auch eine Liste der deutschen Projekte zur Umsetzung des Dekadeziels sowie Lehr- und Lernmaterialien.

Eine wichtige Förderung guter Praxis der BNE ist die Verleihung des Status “Offizielles Projekt für die UN-Dekade Bildung für nachhaltige Entwicklung”. Diese Auszeichnung wurde auch dem Online-Informationsdienst umweltschulen.de im Jahr 2010 zum dritten Mal ausgesprochen. Das Programm 21 (Laufzeit von 1999 bis 2004), an dem etwa 200 Schulen beteiligt waren, hatte zum Ziel, modellhafte Konzepte für die Umsetzung des Konzepts der Nachhaltigkeit zu entwickeln und erproben. Mit dem Nachfolgeprojekt Transfer 21 (Laufzeit 2004 bis 2008) solle eine Auswertung und Verstetigung erreicht werden, durch:

• die Ausweitung des Programms durch die Einbindung von 4500 Schulen

• den Ausbau von dauerhaften Beratungs- und Unterstützungsstrukturen

• die umfängliche Fortbildung von MultiplikatorInnen

• die Ausweitung des Programms auf Grundschulen und Ganztagsschulen

• die Integration von BNE in die LehrerInnenbildung

Zum Weiterlesen:
Das Themenheft "Bildung für nachhaltige Entwicklung" der Zeitschrift "UNESCO heute" stellt mit Artikeln und Hintergrundberichten Aktivitäten zur UN-Dekade und deren politische und organisatorische Umsetzung in Deutschland vor. (PDF, 4,5 MB)

Nationales Portal für BNE 
Das Journal von März 2010 klärt, welche Rolle Bildung für Nachhaltigkeit perspektivisch für den Klimawandel haben kann.

Zentrales Portal für Globales Lernen der "Eine Welt Internet Konferenz" (EWIK)

Portal für die Umweltbildung
in Deutschland, mit wichtigen Veranstaltungen, neue Materialien und den monatlichen Informationsdienst Umweltbildung "ökopädNEWS". Es gibt Tipps über Umweltzentren, Adressen von Umweltbildungs-Referenten, Hintergrundinformationen und Projekte zur Bildung für nachhaltige Entwicklung sowie eine Vielzahl Links zu Partnern der Umweltbildung im In- und Ausland.

Die Seite der „Deutschen Gesellschaft für Umwelterziehung“. Die DGU ist Dienstleister für die Bildungs- und Umweltministerien des Bundes und der Bundesländer sowie für Kommunen, Institutionen, Vereine und Verbände. Die DGU ist Mitglied der Stiftung für Umwelterziehung in Europa mit einer Übersicht aller Projekte

Die Seite der Stiftung für Umwelterziehung - „Foundation for Environmental Education" (FEE)
Die FEE ist eine internationale Dachorganisation mit jeweils einer Mitgliedsorganisation in jedem er 60 Mitgliedsländer. Diese Organisationen repräsentieren die FEE auf der nationalen Ebene und sind dafür verantwortlich, die Programme der FEE in ihrem Land durchzuführen. 

Letzte Änderung: 22.03.2014

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