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Umdenken - Landeszentrale für Umweltaufklärung Rheinland-Pfalz

Das Weltendorf bei der Kaiserbacher Mühle

Das Gesamtprojekt

Auf einem ca. 20 ha großen Landschaftsraum sollen nach dem Prinzip der Museumsdörfer die typisch dörflichen Strukturen der ländlichen Regionen Afrikas, insbesondere des pfälzischen Partnerlandes Ruanda, eingebettet werden. Dabei sollen Themenfelder wie Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Wasser, Besiedlung, Handwerk, Kultur und soziales Gefüge und Gesellschaft anschaulich und lebensnah aufbereitet werden.

Besucher des Weltendorfs wie Schulklassen, Eine-Welt-Engagierte und Interessierte, Touristen und Ausflügler sollen so einen realistischen Einblick in die Welt des Südens erhalten.

Auf aktive Weise können sie das Leben der Bewohner des Süden selbst erleben, indem sie beispielsweise bei einer Tanzgruppe mittanzen, dem Töpfer die ruandische Töpferkunst abschauen, beim traditionellen Anbau im Weltengarten mitarbeiten, eine Lehmhütte reparieren oder mitkochen. Kinder können Wasser aus dem entfernten Brunnen holen und es auf dem Kopf transportieren, angeleitet Spielzeug aus Konservendosen erstellen oder mit einem alten Fahrradfelgen „Radlaufen“ spielen.

Kurz: Es soll nicht nur das Wissen über die afrikanische Kultur vermittelt werden, sondern auch authentisch erlebbar und mit allen Sinnen begreifbar werden. Insgesamt soll es ermöglicht werden, sein Wissen über den Alltag, die Lebensbedingungen und die Kultur anderer Völker zu erweitern, ohne gleich selbst ins Flugzeug steigen zu müssen. Durch die bessere Kenntnis der Lebenswelten und Lebensumstände der afrikanischen Völker entsteht trotz der Entfernung eine größere Nähe zu den Menschen des afrikanischen Kontinents, Vorurteile werden mit realistischen Einschätzungen und Wissen eingetauscht.

Die Elemente des Weltendorfes im einzelnen

Das Weltendorf

Auf einem ca. 20 ha großen Landschaftsareal werden entsprechend der vereinzelten dörflichen Struktur der ländlichen Regionen Afrikas landestypische Lehmhütten mit verschiedenen Nutzungsschwerpunkten (Familie, Dorfgemeinschaft, Werkstätten und Arbeitsbereiche), land- und forstwirtschaftliche Schaunutzflächen und Brunnen angelegt. Inhaltlich werden folgende Themenfelder authentisch und lebendig abgedeckt und durch einzelne Elemente anschaulich vermittelt:

  • Wasser: Wasserwirtschaft, Trinkwasserversorgung, Brunnenbau, Wasserqualität;
  • Besiedlung: Dörfer, Höfe, Hütten, Plätze, Versammlungsorte
  • Infrastruktur: Straßen, Wege, Brücken
  • Handwerk: Schreinerei, Töpferei, Schusterei, Schneiderei, Imkerei;
  • Kultur: Bräuche, Feste, Tänze, Religion;
  • Soziales Gefüge, Gesellschaft: Hierarchien, Gesellschaftsformen, Entscheidungsfindungen, Konbit (Gemeinschaftsarbeit in Haiti)
  • Tierhaltung: Zucht, Fütterung und Pflege, traditionelle Verarbeitung von Tierprodukten

Der Weltengarten

Ca. 1000 m2 Anbaufläche stehen auf dem Gelände der Kaiserbacher Mühle für das Projekt Weltengarten zur Verfügung. Dort sollen anhand eines traditionellen Bauerngartens Methoden ökologischer Bewirtschaftung, die Anwendung traditioneller Kulturtechniken sowohl aus Europa als auch aus Übersee veranschaulicht werden. Bei der Produktverarbeitung und -vermarktung soll das Thema "fairer Handel" schwerpunktmäßig behandelt werden. Auch sollen in diesem Garten auf der Biotopebene sowohl die kleinen wie auch die großen Welten ihren Raum finden.

Oberhalb des Weltengarten steht ein Areal für wechselnnde Szenarien aus Ländern der Einen Welt zur Verfügung. Mit wechselnden Themenschwerpunkten soll hier auf globale Themen und Zusammenhänge aufmerksam gemacht werden.

Weiterhin werden in den Weltengarten der angrenzende Wald und der Kaiserbach miteinbezogen. Auf den Wiesen am Kaiserbach soll ein Weltenspielplatz zum eigenen Erleben und Erfahren der Natur aus den verschiedenen Blickwinkeln der Kulturen und Länder einladen.

Inhaltlich sollen folgenden Themenfelder durch die einzelnen Elemente veranschaulicht werden:

  • Landwirtschaft: Traditionelle Anbaumethoden in Europa und Übersee, Subsistenzwirtschaft, Monokultur, Düngung, Bewässerung, Viehzucht und Tierhaltung, Überweidung, Vermarktung, fairer Handel
  • Forstwirtschaft: Waldwirtschaft, Abholzung, Brandrodung, Energiegewinnung, Erosion;

Der Weltenladen

Der Weltladen ist vom Ansatz her mit den Eine-Welt-Läden gleichzusetzen. Allerdings wird der Weltladen neben den Produkten des fairen Handels ein erweitertes Warenangebot im Kunsthandwerk aber auch an Gegenständen des täglichen Lebens in Afrika vorweisen. Diese Produkte sind vor allem für Besucher des Weltendorf gedacht, die nach ihrem Rundgang noch im Weltladen stöbern und dort eben kennen gelernte Güter wiederentdecken und erwerben wollen.

Weiterhin soll die Produktpalette des Weltenladens die eigenen Produkte des Weltengartens, die landwirtschaftlichen Erzeugnisse des Weltendorfes und regionale Produkte aus biologischem Anbau anbieten. Dadurch können Synergieeffekte genutzt werden. Die typischen Kunden des Ökoladens werden sich auch für die typischen Artikel des fairen Handels und des Weltladens interessieren, die Kunden des Weltladens entdecken umgekehrt, dass auch vor Ort wieder alternative Wirtschaftmethoden angewandt werden und naturnah und nachhaltig Produkte erstellt und verarbeitet werden.

Das Weltencafe

Ein Angebot wie das Weltendorf braucht eine angemessene Gastronomie. Dazu gibt es das Weltencafé. Seine Angebote werden auf wenige frisch zubreitete landestypische Speisen, Getränke, Café aus fairem Handel und Gebäck bestehen.

Früchte und Produkte aus eigener Produktion können vom Weltcafé eingekauft und verwertet werden.

Bildungs- und Kulturprogramm

Das Angebot des Weltendorf wird mit einem Jahresprogramm, das typische Feste, themenspezifische Tage und Führungen, zielgruppenspezifische Angebote u.ä. enthält, abgerundet. Durch das Programm kann immer wieder die Öffentlichkeit auf das Weltendorf angesprochen werden. Besondere Zielgruppen und Interessierte erhalten speziell auf sie zugeschnittene Angebote. Durch Feste und Feiern werden am besten Vorbehalte abgebaut und Grenzen überwunden. Hier wird zudem dem Spaß- und Erlebnisfaktor zusätzlich Rechnung getragen.

Freizeiten

Einmal eine Woche in Afrika leben, in den typischen Lehmhütten schlafen, an der Feuerstelle kochen, Landwirtschaft und Handwerk kennen lernen, das ist eine intensive, unvergessliche Erfahrung. Kinder und Jugendliche, aber auch Erwachsene können als Gruppe die Unterkünfte mieten und erhalten auf Wunsch ein angeleitetes Programm gestaltet von Einheimischen, Pädagogen und Landschaftsgärtnern. Ziel ist eine tiefergehendere Erfahrung der anderen Kultur, indem man für eine kurze Zeit in die Rolle des anderen schlüpft. Dadurch können Kulturtechniken nicht nur angeschaut und beobachtet, sondern intensiv erlebbar und erlernbar gemacht werden.

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