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Umdenken - Landeszentrale für Umweltaufklärung Rheinland-Pfalz

Der Klimawandel

Erstmals hatten Wissenschaftler Ende der 1980er Jahre genug Belege dafür, dass sich ein durch menschliche Aktivitäten verursachter Klimawandel vollzog, der mehr und mehr zu einer Bedrohung anwuchs. Daraufhin wurde im Jahr 1992 in Rio de Janeiro die Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (United Nations Framework Convention on Climate Change (UNFCCC) verabschiedet, die im Kyoto-Protokoll 1997 in ihren Handlungsfeldern konkretisiert wurde.  In dem Abkommen verpflichteten sich die Industrieländer ihre Treibhausgasemissionen bis 2012 um fünf Prozent unter das Niveau von 1990 zu senken. Schwierige Verhandlungen über die festzulegenden Details und die Ablehnung des Abkommens durch den damaligen US-Präsidenten George Bush (nach einer vorhergegangen Unterzeichnung seines Vorgängers Bill Clinton) verzögerten das Inkrafttreten bis Anfang 2005.

Die Treibhausemissionen steigen immer mehr
Weltweit stieg der jährliche Ausstoß von Kohlendioxid (CO²) zwischen 1990 und 2007 um 37 Prozent. Während der Anstieg in den 1990er Jahren jährlich bei einem Prozent lag, beschleunigte er von 2000 bis 2007 auf 3,7 Prozent. Den größten Anteil daran trägt das Schwellland China: die jährlichen Emissionen stiegen von 1990 bis 2008 um 150 Prozent, gefolgt von einem Emissions-Anstieg in den USA um 27 Prozent. Damit hat China die USA im Hinblick auf die Gesamtemissionen wahrscheinlich bereits heute überholt – Experten hatten damit erst für das Jahr 2030 gerechnet.

Beispiellose Klimaerwärmung
Laut dem Klimabericht 2007 des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) ist die Klimaerwärmung in der Geschichte unseres Planeten „beispiellos“: Elf der zwölf Jahre 1995-2006 gehören zu den zwölf wärmsten seit Beginn der Wetter-Aufzeichnungen. Zukunftsszenarien des IPCC gehen davon aus, das die globale Durchschnittstemperatur bis Ende des Jahrhunderts um bis zu 6,4 Grad wärmer als zu Beginn der Industrialisierung sein wird (4. Klimabericht des IPCC 2007). Die meisten Experten, darunter auch der letzte Sachstandsbericht des IPCC, halten einen Temperaturanstieg von bis zu 2 Grad für gerade noch vertretbar. Das bedeutet aber nicht, dass diese Erwärmung ungefährlich für Mensch und Natur ist.

Kipp-Punkte: Unwiderrufliche Veränderungen
Wissenschaftler können nicht genau sagen, ab welchem Temperaturanstieg beispielsweise die Eisschilde in Grönland destabilisiert würden. Das Grönland-Eis gehört zu den elf Elementen des globalen Klimasystems, die einen „Tipping-Point“ haben . Bei bestimmten Schwellenwerten beginnen sie zu "kippen", d.h. es werden Prozesse des Klimawandels in Gang gesetzt, die weder gestoppt noch durch menschliches Handeln nennenswert gemildert werden könnten. Viele dieser Klimawandelprozesse sind zudem selbstverstärkend, z.B. verringert das Abtauen von Gletschern die Rückstrahlquote der Erde, wodurch sie sich weiter erwärmt, was wiederum die Eisschmelze beschleunigt usw. (www.agenda21.de)

Seit kurzem wird der Klimawandel auch als machtpolitischer und wirtschaftlicher Faktor diskutiert, der zu Verteilungskämpfen der Weltmächte um lebenswichtige Ressourcen führen und Konflikte unkalkulierbar verschieben wird. Um den Weltfrieden nicht zu gefährden, bedarf es neuer Formen der Kooperation um lebenswichtige Ressourcen wie Wasser, Nahrung und Energie für alle zu sichern. Unter deutschem Vorsitz wurde im UN-Sicherheitsrat am 20. Juli 2011 in New York zum ersten Mal Klimawandel als Risiko für den Weltfrieden thematisiert.

Was passiert nach Auslaufen des Kyoto-Protokolls?
Das Kyoto-Protokoll läuft 2012 aus. Auf der Weltklimakonferenz in Kopenhagen im Dezember 2009 soll ein globales Abkommen für die Zeit danach geschlossen werden. UN-Generalsekretär Ban Ki-moon bezeichnete 2009 als „Jahr des Klimas“, ein Jahr der Weichenstellung für die Klimapolitik. In vielen Ländern sei der politische Wille zum Klimaschutz gestiegen. Auf dem internationalen Klimagipfel in Posen 2008, der Kopenhagen vorausging, wurde jedoch nur das Minimalziel erreicht, indem die formalen Voraussetzungen für ein ambitioniertes globales Abkommen für die Zeit nach 2012 in Kopenhagen geschaffen wurden. Konkretere Vereinbarungen scheiterten, weil die Entwicklungs- und Schwellländer zu Recht darauf drängten, dass die Hauptverursacher des bisherigen Wandels finanziell in die Pflicht genommen werden. In den Klimaplänen der USA und der EU spielt diese Finanz- und Technologiekooperation bisher nur eine untergeordnete Rolle, obwohl die Klimaschutzaktivitäten der Schwellenländer in Bali 2007 daran gekoppelt wurden.

G 8 -Gipfel 2009: Einigung zwischen Industrie- und Schwellenländern?
Auch auf dem G8-Gipfel im Juli 2009 war die Frage der Einigung zwischen Industrie- und Entwicklungsländern ein zentrales Thema. Die G8-(Deutschland, die Vereinigten Staaten von Amerika, Japan, Großbritannien, Kanada, Frankreich und Italien und Russland) und die G5-Länder China, Indien, Brasilien, Mexiko und Südafrika, außerdem Australien, Südkorea und Indonesien auf das Ziel, einigten sich darauf, die Erderwärmung im Vergleich zum Beginn der Industrialisierung auf 2 Grad zu begrenzen. Die Industriestaaten beschlossen – einschließlich der USA, die ihre Haltung zu den Klimazielen unter dem neuen Präsidenten Barack Obama deutlich geändert haben - auf die Zielsetzung, ihre Emissionen bis 2050 um 80% zu senken, vorausgesetzt die Schwellländer stimmten einer Reduktion ihrerseits auf 30 % zu. Die Schwellländer „beharren weiter auf Milliardenhilfen der Industrieländer, weil „sie fürchten, beim Wirtschaftswachstum abgehängt zu werden, wenn sie dem Klimaschutz zu hohe Priorität einräumen“ (Die Zeit, 9.07.2009). Die Länder haben laut Umweltschützer deutliche Fortschritte vorzuweisen, z.B. haben alle Länder nationale Pläne vorgelegt oder seien dabei.

Zwei wichtige Verhandlungsstränge führen nach Kopenhagen:
1.) eine zweite Verpflichtungsperiode des Kyoto-Protokolls: Verschärfte Klimaziele für die Industrieländer und eine Weiterentwicklung des Emissionshandels-Mechanismus mit den Schwellen- und Entwicklungsländern
2.) ein ergänzendes Abkommen zur Regelung

- der Reduktionsziele für die USA sowie die Verpflichtung der Schwellenländer zum Klimaschutz,
- eines neues Instrument, um die Entwaldung zu stoppen (REDD)
- einer groß angelegten Technologiekooperation zwischen Industrie- und Entwicklungsländern.
- der Finanzierung von Klima- und Wälderschutz

Zum Weiterlesen:

Der Pferdefuß von G 8

Die G-8-Staaten wollen den CO2-Ausstoß bis 2050 um 80 Prozent reduzieren. Die Schwellenländer sollen dafür mit 30 Prozent nachziehen. Zu vage, findet greenpeace. taz.de, 09.07.2009

Indien und China stimmen Klimaziel zu

Industrie- und Schwellenländer haben sich auf dem G-8-Gipfel geeinigt: Die Atmosphäre soll sich nur noch um zwei Grad aufheizen. Doch der Weg dahin ist weiter unklar. Die Zeit.de., 30.07.2009

Klimazug im „Tal des Todes“
zwischen Posen und Kopenhagen, Ergebnisse des UN-Klimagipfels in Polen vom 01.-12. Dezember 2008, germanwatch.

Sachstand des IPPC 2007 über Klimaveränderungen, BMBF, 21. Januar 2009

„Manchmal könnte ich schreien“
Interview mit dem Klimaforscher Hans-Joachim Schellnhuber, der zu den führenden Klimaforschern weltweit gehört . Die Zeit.de, 26.03.2009

„Forscher sind sich nie einig“

Die weltweit führenden Klimawissenschaftler haben in Dänemark aktuelle Studien zur Erderwärmung diskutiert. Was erwartet uns in Zukunft? Klimaforscher Stefan Rahmstorf im Interview. Die Zeit.de, 12.03.2009

McPlanet Kongress
: Rund 1.700 TeilnehmerInnen drängen beim Kongress der Globalisierungs- und Umweltverbände auf einen ökologischen und sozialen Neustart. Die Zeit.de, 26.04.2009

„Beispiellose Erwärmung“, Die IPCC-Klimastudie
 Die Zeit, 5.2.2007

"Bilanz der Halbherzigkeiten",
10 Jahre nach Rio, Taz-Report

Kipp-Punkte im Klimasystem

Interview mit Hans Joachim Schellnhuber, Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, mit einer Landkarte der Kipp-Punkte für das Erdsystem , 2006

 

 

 

 

 

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